Bayerns Jungstar Lennart Karl hat seine ersten Länderspiel-Minuten absolviert. Dabei machte er direkt auf sich aufmerksam. Zwischen ihm und Bundestrainer Julian Nagelsmann gibt es eine irre Geschichte.
Irrer Moment 43 Monate späterDieser Balljunge ist Deutschlands WM-Trumpf

Es ist ein echtes Fußballmärchen. Am 14. August 2022 stand beim Spiel des FC Bayern gegen den VfL Wolfsburg ein 14-jähriger Balljunge namens Lennart Karl an der Seitenlinie der Allianz-Arena. Bei einer Unterbrechung scherzte er mit dem Münchner Trainer Julian Nagelsmann.
1321 Tage später erlebte Lennart Karl wieder einen besonderen Moment mit dem Coach. Der 18-Jährige wurde in der 63. Minute im Spiel gegen die Schweiz für Leroy Sané eingewechselt und durfte sich am Ende über den 4:3-Sieg freuen.
Lennart Karl ist der 22. Länderspiel-Debütant unter Julian Nagelsmann
Karl ist der 22. Debütant in der Amtszeit des Bundestrainers und ein großer Hoffnungsträger. 31 Ballkontakte, 20 Pässe, 3 Dribblings und 3 Torschussvorlagen – in seinen 28 Spielminuten machte der Jungstar deutlich mehr Betrieb auf dem rechten Flügel als Sané.
Auch wenn es nicht zum ganz großen Moment bei der Länderspiel-Premiere gereicht hat, waren die Kollegen schon extrem angetan. „Ich habe ihn diese Woche das erste Mal im Training gesehen. Er ist ein Topspieler. Es macht sehr viel Spaß, mit ihm zusammenzuspielen“, sagte Florian Wirtz.
Der Held des Abends, der an allen vier Treffern beteiligt war, glaubt an eine große Zukunft des Bayern-Shootingstars. „Wir wollen nicht zu viel Druck auf ihn geben. Er wird uns die nächsten Jahre so viel Spaß bringen, so ein guter Fußballer. Wir wollen einfach nur genießen, dass er Deutscher ist und uns helfen kann.“

Copyright: IMAGO/Ulrich Wagner
14. August 2022: Julian Nagelsmann umarmt den Balljungen Lennart Karl (l.) in der Allianz-Arena.
Mit seiner Dynamik und seinem Spielwitz ist Karl trotz seiner Jugend ein heißer WM-Kandidat. „Schön, das hat er sich verdient“, sagte Sportdirektor Rudi Völler kurz und bündig.
Die Mitspieler waren da schon redseliger. „Er hat einen sehr guten Abschluss, Spielwitz, eine überragende Mischung aus Bescheidenheit, Demut, aber auch Selbstvertrauen und Selbstverständnis. Er versteckt sich nicht“, charakterisierte Routinier Pascal Groß den Neuling.

Copyright: Tom Weller/dpa
27. März 2026: Lennart Karl (l.) bedankt sich nach seinem ersten Länderspiel bei Julian Nagelsmann. Der Bayern-Jungstar ist der 22. Neuling in der Amtszeit des Bundestrainers.
„Als er reinkam, hat man direkt gesehen, dass er frischen Wind reingebracht hat, Aktionen hatte und immer irgendwie gefährlich war. Ein absoluter Mehrwert in meinen Augen“, lobte er den Münchner.
Auch Bayern-Kollege Jonathan Tah war zufrieden: „Lennart ist sehr gut reingekommen ins Spiel, mit der richtigen Bereitschaft.“ Vielleicht darf der Neuling schon am Montag (20.45 Uhr/ARD) im zweiten WM-Test in Stuttgart gegen Ghana etwas länger vorspielen.

Copyright: IMAGO/Ulmer/Teamfoto
Mit seinen schnellen Wendungen und technischen Finessen sorgte Lennart Karl (r.) im Spiel gegen die Schweiz für neuen Schwung auf dem rechten Flügel.
Nagelsmann ist nach dem Wiedersehen mit dem ehemaligen Balljungen ganz begeistert. „Er hat sehr auffällig trainiert, hat sich viel zugetraut, aber hat nicht übertrieben. Das war gut. Ich war sehr positiv angetan.“
Was ihn überrascht habe: „Er ist ein bisschen ruhiger, als ich erwartet habe. Er macht einen sehr, sehr angenehmen Eindruck. Fußballerisch war es sehr, sehr gut.“ Außerdem habe er nicht den Eindruck gehabt, dass sich Karl von dem „Hype“ um ihn habe anstecken lassen.
„Wenn du so einen jungen Spieler mit zu einem Turnier nimmst, dann, weil er genau das Freche, Unbekümmerte verkörpert – und wenn er reinkommt, immer Vollgas gibt, ein Spiel auch entscheiden kann und entscheiden will.“

