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„Dann wird es problematisch“Wende nach Köln-Zeit: Ex-FC-Trainer warnt

Michael Henke arbeitete rund anderthalb Jahre als Co-Trainer beim 1. FC Köln. Im Vergleich zu früher stimmt den langjährigen Assistenten von Ottmar Hitzfeld vor allem eine Entwicklung nachdenklich.

Die Zeit beim 1. FC Köln war definitiv nicht die erfolgreichste in seiner langen Karriere: Michael Henke (68) assistierte von Sommer 2009 bis Herbst 2010 dem damaligen FC-Coach Zvonimir Soldo (58) als Co-Trainer, ehe das Duo beim Bundesliga-Schlusslicht gefeuert wurde.

Henke war mit der Empfehlung von sieben deutschen Meisterschaften und dem zweimaligen Gewinn der Champions League an der Seite von Ottmar Hitzfeld (76) nach Köln gekommen, wo der souveräne Klassenerhalt im ersten Jahr allerdings das Höchste der Gefühle war.

Michael Henke: „Eine ganz andere Welt“

In einem Interview mit „Ran“ sprach der ewige Assistent, der sich nur vereinzelt als Cheftrainer versucht hatte, am Mittwoch (7. Januar 2026) hauptsächlich über seine Perspektive als Co-Trainer.

Kaum jemand kann die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte dabei derart genau nachempfinden wie Henke, dessen Laufbahn auch nach vielen langen Jahren andauert.

Bis zum Sommer hatte er an der Seite von Tomas Oral (52) in der Schweiz bei den Grasshoppers Zürich gearbeitet, 36 Jahre nach Beginn seiner Zeit als Co-Trainer bei Borussia Dortmund. Dass die Arbeit inzwischen „eine ganz andere Welt“ als zu seiner Anfangszeit und teils auch noch während der FC-Etappe vor über 15 Jahren ist, bedauert Henke.

Über eine regelrechte Wende bei der Besetzung der Trainerstäbe bei den Profi-Klubs sagte er: „Heute hast du drei Co-Trainer, dazu Analysten, mehrere Physiotherapeuten, Reha-Trainer, Spezialisten für alles. Das hat sich gewaltig verändert und damit auch die Rolle des Co-Trainers.“

Michael Henke mit Anweisungen bei einem Spiel des 1. FC Köln.

Michael Henke arbeitete knapp anderthalb Jahre als Co-Trainer beim 1. FC Köln.

Zwar entspreche eine üppige Mannschaft um die eigentliche Mannschaft herum dem heutigen Zeitgeist, dennoch gab Henke zu bedenken: „Ich warne ein wenig davor, Trainerstäbe zu sehr aufzublasen.“

Weiter führte er aus: „Natürlich brauchst du Manpower, ein Cheftrainer kann das alles nicht mehr allein leisten. Gleichzeitig habe ich in der Vergangenheit auch gesehen, dass es problematisch werden kann, wenn ein Trainerstab zu groß wird und nicht zu hundert Prozent harmoniert.“

In den erfolgreichen Zeiten habe er mit Hitzfeld Seite an Seite „wie ein Ehepaar“ funktioniert, bei einer späteren Station funktionierte die Abstimmung dagegen überhaupt nicht.

„Da gab es zwei Trainerbüros. In einem saßen Fitness-, Torwart- und Athletiktrainer, im anderen der Cheftrainer mit einem Co-Trainer. Solche Strukturen sind gefährlich“, warnte Henke: „Sobald sich Grüppchen bilden oder Informationen abgeschottet werden, wird es problematisch.“