Patrick Helmes sieht düstere Zeiten auf seinen Ex-Verein 1. FC Köln zukommen. Der TV-Experte geht auch mit Trainer Lukas Kwasniok hart ins Gericht.
„Für einen Aufsteiger Gift“Helmes mit düsterer FC-Prognose und Kwasniok-Kritik
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Der 1. FC Köln steht direkt zum Wiederbeginn der Bundesliga vor einer richtungsweisenden Woche. Im ersten Spiel des neuen Jahres tritt der FC am Samstag (15.30 Uhr, Sky und EXPRESS.de-Liveticker) beim Tabellen-17. Heidenheim an.
Nach dem Mittwochsspiel gegen den FC Bayern kommt dann mit dem FSV Mainz 05 (beide Spiele ebenfalls bei Sky, das Bayern-Spiel läuft auch im Free-TV bei RTL) direkt der nächste Konkurrent im Abstiegskampf nach Köln.
Helmes kritisiert FC-Profis: „Bis auf El Mala keiner in der Spur“
Der frühere FC-Profi und heutige Sky-Experte Patrick Helmes schätzt die Lage für den FC als bedrohlich ein. „Ich glaube, dass es für den FC noch ein großes Problem geben wird“, sagte Helmes in einem Pressegespräch von „Sky Sport“.
Nach sechs sieglosen Spielen in Folge stecke der FC in einer Negativ-Spirale – und habe nun das knifflige Heidenheim-Spiel vor der Brust. „Wenn du das verlierst, kommt dann zum ersten Mal der Druck dieser Stadt und dieses Klubs auf die Spieler zu, die das nicht kennen“, warnte Helmes.
Der einstige Bundesliga-Stürmer sieht beim FC eine große Abhängigkeit von Youngster Said El Mala. „Bei aller Qualität der Spieler muss man sagen, ob das ein Eric Martel ist, ob das ein Ragnar Ache ist, da ist aktuell, bis auf El Mala, keiner in der Spur“, so Helmes: „Er ist der absolute Unterschiedsspieler und das ist für einen Aufsteiger eigentlich Gift, wenn du nur einen ganz jungen Spieler hast, bei dem du weißt, auf den ist Verlass.“
Trainer Lukas Kwasniok sieht er mitverantwortlich für die negative Entwicklung vor der Weihnachtspause: „Ich glaube, dass er auch seine Finger mit im Spiel hat, dass man gerade so einen Negativstrudel hat. Denn wenn ich zum Beispiel einen Jakub Kaminski sehe, der war für mich in der ersten Hälfte des ersten Halbjahres der beste Spieler beim FC.“ Durch die auch verletzungsbedingten Rotationen und Positionswechsel sei der Pole aus dem Tritt gekommen.

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Patrick Helmes verfolgt das Geschehen beim 1. FC Köln mit Sorge.
„Ich hatte ja auch Felix Magath als Trainer und ich habe bei ihm eins gelernt: Jeder Spieler da, wo er am besten ist. Und da gab es bei ihm keine Alternative“, erinnert sich Helmes. „Einen Kaminski hat man ein Stück weit gebrochen, weil er eben dann auf einmal auf anderen Positionen gespielt hat. Und das reicht dann oft, um einen eigenen Rhythmus zu stören.“
Auch andere Spieler erfüllten aktuell nicht die Erwartungen. „Du hast Ache, der nicht funktioniert. Da muss man einfach sagen, man hat sich viel mehr erhofft. Auch ein Isak Johannesson ist blasser geworden. Martel übernimmt nicht die Verantwortung, die ihm alle zugesprochen haben. Aktuell muss er froh sein, dass er in Köln auf der Sechs stammspielen darf“, nahm sich Helmes eine ganze Reihe FC-Akteure vor.
Entsprechend düster fällt seine Prognose für die zweite Saisonhälfte aus. „Ich glaube tatsächlich, dass der FC noch runterrutscht und möglicherweise auch bis zum Relegationsplatz durchgereicht wird, denn so eine Lawine ist manchmal schwer aufzuhalten und in Köln muss man sich bei so etwas richtig dagegenstemmen“, sagte Helmes. „Deshalb, glaube ich, wird das noch eine Überraschung im negativen Sinne.“

