Abo

Ärger nach FC-TorEx-Köln-Boss mit Schreibtisch-Vorwurf Richtung DFB

Aktualisiert:

Der 1. FC Köln verspielte bei Union Berlin einen 2:0-Vorsprung und kam am Ende nur zu einem 2:2.

Diese Szene sorgte nach dem 2:2 des 1. FC Köln bei Union Berlin nachträglich für Gesprächsstoff. In der 33. Minute spielte Marius Bülter einen langen Ball, vermeintlich auf Said El Mala.

Der Shootingstar orientierte sich auch eine Sekunde lang zum Ball, merkte dann aber wohl, dass er im Abseits steht. Stattdessen schnappte sich Teamkollege Jakub Kaminski die Kugel und bediente im Rückraum Luca Waldschmidt. Der Edel-Joker der vergangenen Wochen legte wiederum ab auf Bülter, der das Ding in den Winkel schweißte.

Linienrichter hob vor dem 1:0 des FC kurz die Fahne

Bereits kurz nach der Szene gab es wütende Proteste der Unioner, sie sahen El Mala im aktiven und nicht im passiven Abseits. So sah es auch Union-Boss Horst Heldt, der nach Schlusspfiff die Diskussion mit dem Schiedsrichter-Gespann suchte.

Er polterte: „Ich kann das nicht nachvollziehen. Das ist für mich klares Abseits. Der Spieler rennt in den Raum rein, steht im Abseits und kriegt den Ball da reingespielt. Und dann hebt der Linienrichter auch noch die Fahne“, sagte Heldt.

In der Tat zeigen die Bilder, dass Linienrichter Stefan Lupp in dieser Szene kurz die Fahne hebt, sie aber prompt wieder runternimmt. Hat das gereicht, um die Unioner Spieler entscheidend zu irritieren?

Für Heldt schon. Der Ex-FC-Boss sagte: „Das ist für Fußballer ein klares Zeichen, dass es Abseits ist. Er hätte einfach pfeifen müssen. Ich glaube, es gibt viele, die die Sichtweise nachvollziehen können.“

Horst Heldt diskutiert mit den Schiris.

Copyright: IMAGO/Jan Huebner

Horst Heldt beschwerte sich nach dem Spiel auch persönlich beim Schiedsrichter-Team.

Beim DFB war man allerdings auf der Seite von Schiedsrichter Daniel Schlager. Schiedsrichtersprecher Alex Feuerherdt gab zwar zu, dass der Schiedsrichter nicht die Fahne hätte heben dürfen, entscheidend sei aber der Pfiff gewesen. Für Heldt reichte die Erklärung nicht. Er stichelte: „Das ist immer super, am Schreibtisch zu sagen, dass das richtig ist. Wenn man allerdings selber mal gespielt hat, dann würde man das anders sehen.“

Schlager selbst wurde nach Schlusspfiff natürlich auch noch zu der Szene befragt. Der Unparteiische hatte eine klare Meinung zu der Szene. Er erklärte, unter welchen Bedingungen aktives Abseits vorgelegen hätte: „Zum einen muss El Mala den Ball spielen, tut er nicht. Er muss in einem Zweikampf mit einem Gegenspieler um den Ball sein. Ist auch nicht der Fall, weil der Gegenspieler weit entfernt ist. Oder er muss den Gegenspieler beeinflussen beim Kampf um den Ball. Und das liegt auch nicht vor, weil der Ball einfach weit entfernt ist von dem nächsten Abwehrspieler, sodass dann keine strafbare Abseitsposition vorlag. Deshalb habe ich dann auch das Tor zählen lassen.“

Said El Mala im Dribbling gegen Diogo Leite.

Ticker-Nachlese

Nur Remis in Berlin: FC verspielt 2:0-Führung gegen Union