Erstes Wiedersehen nach WechselSo hat sich das FC-Spiel nach dem Skhiri-Abgang verändert

Frankfurts Ellyes Skhiri (l) und Nottinghams Morgan Gibbs-White kämpfen um den Ball.

Wechselte im Sommer vom 1. FC Köln zu Eintracht Frankfurt: Ellyes Skhiri (l.), hier am 5. August 2023.

Ellyes Skhiri trifft das erste Mal seit seinem Wechsel zu Eintracht Frankfurt auf den 1. FC Köln. Wie sich das FC-Spiel seit dem Skhiri-Abgang verändert hat.

von Tobias Schrader (tsc)

In der vergangenen Saison wurde Ellyes Skhiri (28) als bester defensiver Mittelfeldspieler der gesamten Bundesliga ausgezeichnet. Im Sommer verließ er den 1. FC Köln ablösefrei, wollte den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen.

Es zog ihn zu Eintracht Frankfurt, dem kommenden FC-Gegner (Sonntag, 3. September, 15.30 Uhr/DAZN und im Liveticker auf EXPRESS.de).

1. FC Köln hat ohne Elyess Skhiri weniger Ballbesitz

Inwieweit sich das Kölner Spiel mit dem Skhiri-Abgang verändert hat, hat das Fußballmagazin „ballorientiert“  für EXPRESS.de analysiert und Daten gesammelt.

Alles zum Thema Ellyes Skhiri

Im Großen und Ganzen zeigt die Analyse: das Spiel des 1. FC Köln hat sich ohne Mittelfeldmotor Skhiri verschlechtert.

  • Weniger Ballbesitz: Im Vergleich zur Vorsaison (50 Prozent) hat der FC in den ersten drei Pflichtspielen aktuell nur 42 Prozent Ballbesitz.
  • Weniger Ballsicherheit: Gespielte Pässe pro 90 Minuten und Passqoute nahmen ab, außerdem ist der FC nun deutlich anfälliger, wenn der Gegner hoch presst.
  • Schwächere Zweikampfquote: Lag in der vergangenen Saison noch bei 60 Prozent, jetzt bei 57 Prozent. Durch die niedrigere Ballbesitzquote führt der FC nun aber mehr Defensiv-Zweikämpfe.
  • Mehr Vertikalität: Auf den ersten Blick ein positiver Aspekt, dass der FC rund elf Vertikalpässe mehr pro Partie spielt. Allerdings leidet dadurch die Präzision.
  • Weniger Intensität gegen den Ball: Der FC wartet nun eher ab und geht nicht mehr so früh auf den Gegner drauf. Zwar gibt es rund elf abgefangene Pässe mehr pro Spiel und die Laufdistanz ist höher, darunter leiden allerdings die intensiven Läufe und Sprints. Der Fokus liegt mehr auf dem kompakten Verschieben, als auf dem frühen Pressing.

Den Skhiri-Abgang versucht Trainer Steffen Baumgart (51) auf mehreren Schultern zu verteilen, die Doppelsechs an den ersten beiden Bundesliga-Spieltagen bildeten Eric Martel (21) und Dejan Ljubicic (25).

  • Neue Rolle für Ljubicic: Der Österreicher kam in der Vorsaison vermehrt über die rechte Seite, jetzt setzte ihn Baumgart zweimal auf seiner angestammten Position, dem defensiven Mittelfeld ein. Dort nimmt er allerdings den offensiveren Part ein und treibt den Ball mehr nach vorne als Nebenmann Martel.
  • Ljubicic mehr defensiv gefordert: Durch seine neue (alte) Position hat Ljubicic mehr erfolgreiche Defensivaktionen (vier mehr) und mehr Verantwortung im Spielaufbau (zehn gespielte Pässe mehr).
  • Neue Rolle für Martel: Der U21-Nationalspieler fällt mit angepasster Spielweise auf der Sechs auf. So liegt sein Fokus nun mehr auf der Ballsicherheit, wodurch er weniger Vertikalpässe spielt (3,1 weniger), Martel hat dafür aber auch eine höhere Passquote (acht Prozent weniger Fehler). Neben Ljubicic sichert er mehr den Raum vor der Abwehr ab.

Fazit: Vor allem Skhiris Passqualitäten und seine große Präsenz im Spielaufbau vermisst der FC aktuell. Das hat zur Folge: Die Mannschaft hat weniger längere Ballbesitzphasen und sucht schneller das vertikale Spiel nach vorne. Martel und Ljubicic haben somit deutlich weniger empfangene und gespielte Pässe als Skhiri in der Vorsaison.

Zudem tut sich der FC aktuell noch sehr schwer, Torgefahr vor dem gegnerischen Kasten zu kreieren. Im Spiel mit und gegen den Ball muss das Sechser-Duo Martel/Ljubicic noch besser harmonieren, was nach den ersten beiden Saisonspielen allerdings nicht verwunderlich ist.