2018 feierte Ellyes Skhiri sein Länderspiel-Debüt. Nun macht der FC-Profi Schluss.
Nach WM-AlbtraumSkhiri trifft wichtige Karriere-Entscheidung

Seinen Abschied hatte sich Ellyes Skhiri (31) wohl anders vorgestellt. Doch nun steht fest: Die enttäuschende WM war sein letzter Auftritt im Nationaltrikot.
Der Mittelfeldspieler des 1. FC Köln, der Tunesien bei der Weltmeisterschaft als Kapitän angeführt hatte, mit einigen unglücklichen Vorstellungen aber seinen Anteil am Vorrunden-Aus hatte, macht Schluss.
Skhiri verabschiedet sich vom Nationalteam: „Der Moment ist gekommen“
Auf Instagram schrieb er am Donnerstag, einen Tag vor der offiziellen Nominierung des kommenden Länderspiel-Kaders, auf Französisch: „Der Moment ist gekommen, um das Ende meiner internationalen Karriere zu verkünden.“ Das Land, in dem seine Wurzeln liegen, zu repräsentieren, sei für ihn ein Stolz und eine große Ehre gewesen.
Skhiri bestritt mit der tunesischen Nationalmannschaft drei Weltmeisterschaften und nahm viermal am Afrika-Cup teil. Der größte Erfolg war das Erreichen des Halbfinals beim Afrika-Cup 2019. Insgesamt bestritt der Mittelfeldspieler, der in Frankreich geboren wurde, 86 Länderspiele. Dabei gelangen ihm vier Tore.
Aus Skhiris Abschiedsworten wird deutlich, dass er wohl nicht alle Ziele im Nationaltrikot erreicht hat, die er sich selbst gesteckt hat. „Wir haben große Siege und freudige Momente gemeinsam erlebt. Aber auch große Niederlagen und Enttäuschungen, die die schwersten und schmerzhaftesten Momente meiner sportlichen Karriere bleiben werden“, schrieb er.
„Die Misserfolge sind Teil meines Wegs und meiner Lehrzeit als Fußballer und als Mensch“, so Skhiri weiter, der betonte, er habe immer alles für das Nationalteam gegeben. „Aber der Fußball ist kompromisslos und verlangt ständig, dass man sich hinterfragt.“
Die Kommentar-Funktion unter dem Post stellte er aus. Der tunesische Fußball-Verband bedankte sich seinerseits in einem Instagram-Post für „Jahre der Leidenschaft, Aufopferungsbereitschaft und Stolz“ für die tunesische Flagge.
Damit kann sich Skhiri nun voll auf den FC konzentrieren. Der Sechser war kurz vor Ende der Transferphase nach drei durchwachsenen Jahren bei Eintracht Frankfurt nach Köln zurückgekehrt. Er und seine Frau erwarten ihr zweites Kind, die gemeinsame Tochter wurde bereits in Köln geboren. „Wir werden einen kölschen Jungen bekommen“, kündigte Skhiri vor einigen Wochen an.
Dass Skhiri trotz der bitteren WM für den FC wieder eine Verstärkung sein kann, hat er in seinen bisherigen Einsätzen bereits angedeutet. Beim 1:1 gegen Werder Bremen stand er erstmals in dieser Saison in der Startelf und gehörte an diesem Abend zu den besseren Spielern im FC-Trikot.
