Der 1. FC Köln trifft am Samstag im Derby im Rhein-Energie-Stadion auf Bayer Leverkusen. Das Top-Team schwächelt und in Köln wittert man die große Chance auf eine Überraschung.
„Mehr Herz“Wagner hat klare Forderung an FC-Profis vor Bayer-Duell
Das Nachbarschaftsduell zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen sorgt seit etlichen Jahren für Hitzewallungen und Herzrasen bei Fans und Verantwortlichen. Die Rivalität ist gewaltig und fängt schon bei der jüngsten U-Mannschaft an.
Episoden der Feindschaft gibt es zahlreiche. Höhepunkte waren der Wechsel von Top-Talent Florian Wirtz unters Bayer-Kreuz. Und die Tatsache, dass Bayer Trainingsplätze auf Kölner Boden bauen durfte, der FC aber am Geißbockheim seit einem Jahrzehnt mit der Stadt um einen Ausbau streitet.
FC gegen Bayer: 450 Millionen gegen 137 Millionen Euro
So richtig auf Augenhöhe ist man aktuell nur noch im Nachwuchsbereich. Bei den Profis ist Bayer dem FC enteilt. Der aktuelle Kader der Werkself hat einen Gesamtmarktwert von 450 Millionen Euro, der FC liegt bei 137 Millionen Euro. Trotzdem will Köln den Rivalen am Samstag (25. April 2026, 15.30 Uhr, Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) mächtig ärgern.
FC-Trainer René Wagner sagt vor dem Derby, wie man das anstellen will: „Wir wollen von Anfang an Energie auf den Platz bekommen und dann vielleicht den Minimalvorteil nutzen, dass Bayer unter der Woche ein Spiel hatte. Wir glauben an unsere Stärken und gucken, wo wir den Leverkusenern wehtun können. Das ist für uns entscheidend.“
Wagner betont aber: „Wir sind nicht die Bayern.“ Der Serienmeister hatte Leverkusen unter der Woche im Pokalhalbfinale an die Wand gespielt. Wagner weiß, was Köln am Samstag erwartet: „Leverkusen hat eine fußballerisch unfassbar starke Mannschaft mit vielen Spielern, die gut am Ball sind. Die aber auch gezeigt haben, dass sie leidenschaftlich verteidigen können. Bayern München war überlegen, aber Bayer hat das Spiel lange offen gehalten. Sie haben gezeigt, dass sie Herz haben und als Truppe zusammenarbeiten und gegen den Ball aggressiv sind.“
Der Köln-Coach fordert von seinen Spielern: „Für uns geht es darum, dass wir mehr Herz zeigen wollen, dass wir noch aggressiver gegen den Ball sein möchten. Und dann müssen wir dem Gegner die Qualität nehmen, das ist das Spiel mit dem Ball. Die Jungs werden wissen, worum es geht. Da werden wir alles dagegenhalten müssen, was wir können.“
Bayer versucht, die verkorkste Saison noch irgendwie zu retten. 27 Punkte liegt die Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand hinter dem Spitzenreiter Bayern München. Vier Zähler ist man von Platz vier entfernt. Für Coach Hjulmand geht es um seine Zukunft! Zuletzt gab es in elf Bundesligapartien nur vier Siege. Bei Union Berlin wurde 0:1 verloren, bei Schlusslicht Heidenheim gab es nur ein 3:3! Trauriger Höhepunkt war das 1:2 am vergangenen Samstag daheim gegen den FC Augsburg. Bayer ist mehr als angeschlagen. Gegen München gab es Pokalhalbfinale unter der Woche eine Lehrstunde.
Will man in die Champions League, muss beim 1. FC Köln unbedingt ein Sieg her! Nach dem Spiel muss Leverkusen gegen den Dritten Leipzig und den Vierten, VfB Stuttgart, spielen. Am letzten Spieltag kommt der HSV in die BayArena. Scheitert das Team auf der Zielgeraden, könnte Trainer Hjulmand im Sommer seine Koffer packen. Bayers Ex-Manager Reiner Calmund sagte gegenüber EXPRESS.de: „Die Chance auf einen Champions-League-Platz ist nur noch dünn.“
Calli zog kein positives Fazit, was Bayer angeht: „Sie können mit dem Saisonverlauf nicht ganz zufrieden sein. Neben sehr guten Leistungen zeigten sie zu oft in einigen Spielen unerklärliche Schwächen.“ Die will Köln nutzen.

