Said El Mala ist auf dem Weg, ein Weltklasse-Profi zu werden. Doch leider gehören auch Nebengeräusche zu einer so großen Fußball-Karriere. Im Hintergrund sorgten jetzt einige Aussagen von Kölns Ex-Sportchef Christian Keller für Verwirrung. EXPRESS.de klärt auf.
Keller-Aussagen überholtKessler-Maßnahme mit El-Mala sorgt für gutes FC-Gefühl

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Said El Mala ist der FC-Shootingstar der Saison.
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Said El Mala (19) ist das größte Talent seit Jahren beim 1. FC Köln. Im Gegensatz zu Florian Wirtz (22), der in der Jugend zu Bayer Leverkusen ging und dann für eine Megasumme zum FC Liverpool (bis zu 150 Millionen Euro sind mit Boni möglich) wechselte, will der FC diesmal nicht leer ausgehen. Und da hat Thomas Kessler (40) im Hintergrund Top-Arbeit geleistet. Warum, erklärt EXPRESS.de.
Unter der Woche kam es zur großen Anhörung vor dem Kölner Landgericht im Fall El Mala. Der ehemalige Spieler und Berater Abdenour Amachaibou hatte geklagt, weil er ein Anrecht auf rund 40.000 Euro gesehen hat.
Urteil im El-Mala-Prozess fällt erst am 19. Mai
Der Kläger hatte vor dem Wechsel von El Mala von Viktoria Köln zum 1. FC Köln den entscheidenden Tipp an seinen Freund Christian Keller gegeben. Keller war damals Sportgeschäftsführer beim FC. Er sagte im Prozess aus: „Ich habe dann alle beim FC auf die Spur gebracht, um die Spieler zu verpflichten. Es bestand glücklicherweise Kontakt zum Berater und den Eltern. Dann habe ich das über Chefscout Martin Schulz in die Hand genommen und alle Beteiligten überzeugt, dass nicht Borussia Dortmund, sondern der 1. FC Köln die richtige Adresse für einen Wechsel ist.“
Im Prozess wird Amachaibou wohl kein Recht zugesprochen bekommen. In der Anhörung konnte nicht nachgewiesen werden, dass er einen Auftrag von der Viktoria hatte, um El Mala auf dem Markt anzubieten. Ein endgültiges Urteil fällt aber erst am 19. Mai 2026.
Pikant waren Kellers Sätze im Zeugenstand über den Berater Daniel Ducoffre-Schildt. Der ehemalige Kölner Sportchef sagte, dass dieser eine Weiterverkaufsvereinbarung geschlossen hat. „Provisionen sind üblich, normalerweise zehn Prozent, manche Berater verlangen mehr. Er hat neben einer Vermittlungsprovision auch auf eine Wegvermittlungsprovision bestanden. Damit der Transfer zustande kommt, haben wir dem entsprochen“, sagte Keller vor dem Landgericht aus.
Keller war aber nicht auf dem neuesten Stand, denn sein Geschäftsführer-Nachfolger Thomas Kessler hat beim FC dafür gesorgt, dass bei einem Transfer von El Mala keine zehn Prozent an einen Berater abgegeben werden müssen. Kessler schloss im Sommer mit den El Malas und Ducoffre-Schildt neue Verträge. Die Laufzeit wurde bis 2030 verlängert und das Gehalt von Said El Mala wurde auf bis zu einer Million Euro jährlich angehoben.
So war erst einmal Ruhe nach der starken U19-EM des Stürmers. Schon damals flatterte ein erstes 15-Millionen-Euro-Angebot von Brighton & Hove Albion für El Mala am Geißbockheim ein. Doch der hatte sich erst einmal voll dem FC verschrieben. Und das sogar ohne Ausstiegsklausel bis 2030!
Mit dem neuen Vertrag waren auch alle Vereinbarungen mit Ducoffre-Schild hinfällig und es wurden neue getroffen, bei denen der FC bei weitem nicht so viel Geld an den Berater zahlen muss, sollte Said jetzt im Sommer verkauft werden. Im Laufe der Saison und mit jedem weiteren guten Spiel des FC wurden die Angebote für El Mala immer höher.
Der Familie liegen zwischenzeitlich einige konkrete Angebote aus England vor, darunter von Brighton, dem FC Chelsea und Newcastle United. Der Marktwert von Said kletterte auf 40 Millionen Euro. El Mala wurde auch zum Werbegesicht und macht Kasse mit Aktionen mit EA Sports, Sparkasse oder Nike.
Die Familie trennte sich dann im Laufe der Saison vom Ex-Berater und gründete die „El Mala Vermögensverwaltungs KG“. Nach Informationen von EXPRESS.de verdient der ehemalige Berater nur bei einem Transfer mit, wenn er von Beginn an beteiligt war.
1. FC Köln hofft auf 60 Millionen Euro Ablöse für Said El Mala
Beim FC hofft man auf eine Ablösesumme in Höhe von 60 Millionen Euro. Ab 40 Millionen Euro ist man wohl gesprächsbereit. Doch kampflos will man den Spieler natürlich nicht abgeben. FC-Präsident Jörn Stobbe sagte zuletzt: „Natürlich können wir ihm ein Umfeld bieten, in dem er sich wunderbar entwickeln kann. Er ist ein ganz junger Spieler, hochtalentiert. Natürlich werden wir ihm ein Angebot machen mit unserem Umfeld, nicht nur finanziell – aber auch finanziell. Er hat einen Vertrag, der noch richtig lange läuft.“
Dass der FC El Mala ein neues Gehaltsangebot macht, war mit diesen Aussagen allerdings nicht gemeint. Der Klub will und kann sein Gehaltsgefüge nicht sprengen. Mit Gehältern in Höhe von fünf Millionen Euro pro Jahr, die aus England spekuliert werden, kann der FC definitiv nicht mithalten.
So sieht alles nach einem Abgang im Sommer aus. Wenn das Angebot den Vorstellungen des FC entspricht. Dass Said bei einem Verkauf trotzdem noch ein Jahr für den FC spielen könnte, wird mit einer sofortigen Leihe diskutiert.

