Am Dienstagabend wurde bei der EXPRESS.de-Veranstaltung „E Levve lang – der Talk zum FC“ im Autohaus Fleischhauer über den FC diskutiert. Thema war auch ein Profi, der zuletzt zu den besten Scorern zählte.
Kumpel packt ausDann bleibt FC-Profi auch nächstes Jahr in Köln

Knapp 100 Gäste waren am Dienstagabend (5. Mai 2026) beim EXPRESS.de-Event „E Levve lang – der Talk zum FC“ im Autohaus Fleischhauer, Audi-Zentrum Köln-Mitte, dabei. Sie verfolgten über 90 Minuten lang intensive Diskussionen mit FC-Stadionsprecher Michael Trippel, Ex-Profi Christian Clemens und Gastronom Martin Schlüter über die Zukunft von René Wagner, den VAR oder die anstehende Transferperiode.
Nach der ersten Halbzeit der Veranstaltung wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet. Ein Fan wollte wissen, ob Luca Waldschmidt (29) nicht dauerhaft mehr Spielzeit verdient hätte. Der Offensivspieler kam in dieser Saison oft nur von der Bank, beim 2:2 bei Union Berlin stand er zuletzt mal wieder in der Startformation.
Luca Waldschmidt: Erfüllt er seinen Vertrag beim 1. FC Köln?
Gastronom und FC-Fan (fährt in dieser Saison zu allen Spielen) Schlüter meinte zu Waldschmidt: „Er hat seine Fähigkeiten, hat aber auch sehr oft enttäuscht, wenn er begonnen hat. Das ist ein bisschen das Tragische. Jetzt hatte er wieder drei gute Jokerspiele. Aber er müsste es halt regelmäßig abrufen. Vielleicht bekommt René Wagner ihn als Trainer gut hin.“
Ex-Profi Christian Clemens erwies sich beim Thema Waldschmidt als ganz besonderer Experte: „Ich bin sehr gut mit Luca befreundet. Ich weiß, dass er superhart arbeitet, aber mit seiner Situation nicht zufrieden ist. Luca ist ein Spieler, der genauso wie ich damals das Vertrauen des Trainers benötigt. Ich glaube, das hat man in den letzten Spielen gesehen.“
Zwischenzeitlich war Waldschmidt unter Trainer Lukas Kwasniok überhaupt nicht mehr glücklich. Im Wintertrainingslager gab er EXPRESS.de ein Interview, in dem er darüber klagte, zu wenig zu spielen. Eigentlich eine harmlose Aussage, doch Kwasniok suspendierte ihn daraufhin aus dem Kader für das Heidenheim-Spiel. Clemens hat Verständnis für seinen Kumpel: „Wenn du mal zehn Minuten reingeworfen wirst und das Vertrauen des Trainers nicht hast, dann wird es schwierig. Da gab es Unstimmigkeiten mit Kwasniok und solche Aussagen sollten einem Spieler dann auch mal gestattet sein. Ich fand nichts Verwerfliches daran.“
Nach dem Trainingslager-Knall kamen sogar Gerüchte über einen Winterabgang auf. Doch Waldschmidt blieb und gab in jedem Training Gas. Nach dem Aus von Kwasniok blühte er auf und zählte in den vergangenen Wochen zu den besten FC-Scorern mit zwei Treffern und einem Assist. Doch obwohl er einen Vertrag bis 2027 beim FC hat, ist sein Verbleib am Geißbockheim nicht in Stein gemeißelt.
Clemens untermauerte beim Talk: „Ich glaube, dass Luca einer der besten Fußballer im Kader ist. Sein Vertrag läuft noch ein Jahr. Ich hoffe, dass er bleibt und auch noch einmal verlängert.“ Nachgefragt: „Will er das denn?“ Clemens schmunzelte: „Ich weiß es, aber das müsst ihr ihn selbst fragen.“
Der Ex-Profi wünschte seinem Freund: „Ich hoffe, dass er auch in den letzten beiden Spielen gegen Heidenheim und in München von Anfang an spielt. Die Phase gerade tut ihm gut, er trifft wieder. Er ist vom Charakter einer, der sich auch hinten anstellt und Herz hat.“ Stadionsprecher Trippel erzählte dann, wie er Waldschmidt abseits des Platzes erlebte, als er bei einer Versteigerung für benachteiligte Kinder spontan 1000 Euro spendete: „Das war eine tolle Geste.“
Clemens sorgte dann für Lacher im Publikum: „Luca ist einer der wenigen, die auch was im Kopf haben.“ Er musste selbst schmunzeln und fuhr fort: „Wie bei Thomas Kessler, da weiß man, was nach der Karriere passiert. Luca beschäftigt sich mit der aktuellen Situation, sucht die Fehler bei sich und arbeitet daran.“ Dann packte Clemens doch aus, was die Gedanken von Waldschmidt angeht. Auf die Nachfrage: „Wenn er das Vertrauen spürt, wird er also bleiben?“, sagte er: „Davon gehe ich aus.“

