Der 1. FC Köln hat im Rhein-Energie-Stadion seine Jubilare geehrt. Natürlich war auch Präsident Jörn Stobbe dabei, der viele Fragen der FC-Mitglieder beantwortete und über spannende Themen sprach.
Bei FC-FeierPräsident Stobbe über Geißbockheim, Stadion und El-Mala-Verkauf

Copyright: Herbert Bucco
Jörn Stobbe, Präsident des 1. FC Köln, im Stadion beim Spiel gegen Leverkusen am 25. April 2026.

Gelöste Stimmung beim 1. FC Köln nach dem zu 99,9 Prozent geschafften Klassenerhalt. Nur ein Fußball-Wunder könnte den FC noch in die Relegation bringen, doch das wesentlich bessere Torverhältnis im Vergleich zur Konkurrenz schließt dieses Szenario eigentlich aus.
Jetzt kann sich der FC wichtigen Zukunfts-Themen widmen. Und auch schon ein wenig feiern. Am Montagabend (4. Mai 2026) war die Stimmung bei der Ehrung der FC-Jubilare im Rhein-Energie-Stadion jedenfalls bestens. Die FC-Familie würdigte Mitglieder, die schon 20, 25, 30 oder mehr Jahre im Klub sind.
1. FC Köln: Anfang 2027 rollen die Bagger am Geißbockheim
Mit dabei war natürlich auch Präsident Jörn Stobbe, der den Mitgliedern gut gelaunt Rede und Antwort stand. Dabei ging es um interessante Themen, wie den Geißbockheim-Ausbau. Stobbe untermauerte: Bald rollen die Bagger!
Im Sommer wird der Verein die Bemühungen um weitere Flächen für Trainingsplätze nochmals intensivieren. Es sieht sehr vielversprechend aus, dass Lösungen gefunden werden. Anfang 2027 soll dann mit dem Bau des neuen Leistungszentrums begonnen werden, so Stobbe.
Für rund 40 bis 50 Millionen Euro entsteht dann neben dem Franz-Kremer-Stadion, wo aktuell noch ein Kunstrasenplatz ist, ein modernes Funktionsgebäude mit Tiefgarage. Das neue Leistungszentrum wird für Frauen, Männer und den kompletten Nachwuchs nutzbar sein. Im Inneren entstehen eine Sporthalle, Physio-, Reha- und Ruheräume, großräumige Kabinen sowie ein Wellnessbereich mit Pool und Sauna. Zudem sind Büro- und Schulungsräume eingeplant.
Die FC-Mitglieder wollten von Stobbe auch wissen, wie es mit dem Rhein-Energie-Stadion weitergeht. Für viele Fans ist es schwer, an Karten für die Heimspiele zu kommen. Stobbe meinte, dass ein Ausbau auf 75.000 Plätze geprüft werde. Sollte dies nicht umsetzbar sein, müsse man auch über einen Neubau nachdenken. Der aktuelle Pachtvertrag mit der Stadt (Kölner Sportstätten) läuft noch bis 2034.
Der FC-Präsident sagte schon vor ein paar Tagen im Gespräch mit EXPRESS.de, dass er sich in der Stadionfrage Rückenwind von der Kölner Olympiabewerbung erhofft: „Ein klassisches Olympiastadion mit Laufbahn soll temporär im Kölner Norden entstehen. Für uns würde es erst einmal bedeuten, dass der Standort in Müngersdorf mit dem gesamten Sportpark und dem neuen Velodrom aufgewertet wird. Das könnte dann dafür sorgen, dass der politische Wille da ist, um den Ausbau des Rhein-Energie-Stadions zu unterstützen.“
Stobbe weiter: „Wir gründen gerade eine Stadionkommission, mit der wir erst einmal Grundlagenarbeit machen. Da kommen alle Themen, die wichtig für ein Stadion sind, auf den Prüfstand. Es geht um Lärmschutz, Betriebsgenehmigung, An- und Abreise oder das Stadionerlebnis. Und die Frage, ob eine Erweiterung auf 75.000 Plätze an diesem Standort möglich und wirtschaftlich machbar ist.“
Spannend wurde es dann beim Thema Said El Mala! Stobbe hatte zuletzt in einem Podcast gesagt, dass man El Mala nicht kampflos hergeben will: „Wir wären ja schön bescheuert, einen so tollen Spieler einfach frühzeitig gehen zu lassen.“ Vor den FC-Jubilaren ordnete er die Situation nochmals ein. Der FC könne El Mala nicht um jeden Preis halten. Ein Verein wie Köln müsse auch die Möglichkeiten nutzen, die eine hohe Transfersumme für die sportliche Stabilität der nächsten Jahre für den FC bedeuten würde.
Heißt: Kommt im Sommer ein Klub mit einem entsprechenden Angebot um die Ecke, wird man das Top-Talent mit einem lachenden und einem weinenden Auge abgeben. Ungeachtet dessen will Hauptsponsor Rewe El Mala als Werbegesicht gewinnen. Der Spieler könnte aber nach Informationen von EXPRESS.de auch mit einem neuen Werbedeal wohl nicht so viel verdienen, wie anderswo. Dem Vernehmen nach locken andere Vereine El Mala mit einem Jahresgehalt von bis zu fünf Millionen Euro. Beim FC verdient er aktuell rund eine Million jährlich, sein Vertrag läuft noch bis 2030.

