Am Dienstagabend war Kölns Stadionsprecher Michael Trippel beim Talk von EXPRESS.de über den 1. FC Köln dabei. Natürlich ging es auch um das leidige VAR-Thema. Trippel präsentierte sich in Bestform!
Fans sammelten GeldFC-Sprecher Trippel in Bestform gegen DFB und VAR

Er hatte im Spiel gegen Borussia Dortmund (1:2) Anfang März 2026 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Kölns Stadionsprecher-Legende Michael Trippel (71) hatte kurz nach Schlusspfiff über das Mikrofon Kritik am VAR geübt.
Trippel ließ seinen Emotionen freien Lauf: „Ich werde Ärger kriegen, aber ich sage es: In der Nachspielzeit gab es ein klares Handspiel eines Dortmunders und das guckt sich noch nicht mal einer an.“ Zuvor hatte er bereits nach der Roten Karte gegen Jahmai Simpson-Pusey über den VAR beschwert: „Pfui! Widerlich!“
Fans wollten für FC-Stadionsprecher Trippel die DFB-Strafe bezahlen
Der DFB verstand keinen Spaß und verdonnerte Trippel zu einer Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro. Am Dienstagabend (5. Mai) sprach der Stadionsprecher beim EXPRESS.de-Talk „E Levve lang – der Talk zum FC“ über die Situation und verriet: „Die FC-Fans wollten das Geld für mich sammeln, das war schon eine sehr nette Geste. Aber letztlich hat der Verein die Strafe bezahlt.“
Trippel beteuerte: „Es wird nie wieder vorkommen!“ Als offizielle Person, die ein Stadionsprecher im Einsatz nun mal ist, muss er sachlich bleiben. Aber beim Talk feuerte Trippel doch noch einige humoristische Spitzen Richtung DFB ab. „Es ist doch schade, dass ich nur 8000 Euro Strafe zahlen musste. Eine richtige Wertschätzung ist das eigentlich nicht, also mir gegenüber viel zu gering. Wenn die Ultras Pyro abfackeln, kostet das über 200.000 Euro, bei mir nur 8000“, lachte Trippel.
Er lief beim Thema VAR dann wieder zu Höchstform auf und wurde ernst: „Meine Sätze kamen aus der Emotion heraus, denn es war zum wiederholten Male ein VAR-Eingriff, und zwar ein ganz wichtiger. Wir hätten vier, fünf Punkte mehr auf dem Konto, wenn die da öfter mal nicht zu Tisch gewesen wären, sondern wirklich mal auf die Situationen draufgeschaut hätten. Mal melden sie sich, mal nicht – das ist alles sehr undurchsichtig.“
Trippel hatte aber Lösungsvorschläge: „Es gibt andere Sportarten wie Hockey oder American Football, wo es eine Challenge gibt. Da kann sich jede Mannschaft zweimal pro Halbzeit melden, wenn sie glaubt, dass etwas schiefgelaufen ist. Das halte ich für vernünftig. Die Zuschauer bekommen dann auch mit, was los ist. Jetzt wissen sie teilweise gar nicht, worum es geht oder was passiert ist. Abseitsentscheidungen werden wegen Millimetern abgepfiffen – völlig irre. Das macht den Fußball auch ein bisschen kaputt.“
Für Trippel hat sich die Arbeit als Stadionsprecher durch den VAR verändert: „Ich kann mich nicht mehr über ein Tor freuen. Ich sage das Tor erst dann durch, wenn wieder angepfiffen wurde. Ich habe immer gesagt, wenn das Tor nicht anerkannt wird, müsste das Trömmelchen, das bei jedem Treffer eingespielt wird, wieder rückwärts gespielt werden.“ Das Publikum im Autohaus Fleischhauer (Audi-Zentrum Köln-Mitte) hatte seinen Spaß, klebte Trippel an den Lippen und klatschte Beifall.
Über Trippels Zukunft wurde auch geredet. Die Fans müssen sich keine Sorgen machen, ein paar Jahre wird seine Stimme noch vor jedem Heimspiel verkünden: „Willkommen in der schönsten Stadt Deutschlands.“ Er sagte: „Ich will das noch ein paar Jahre machen, dann bin ich 30 Jahre Stadionsprecher und 75 Jahre alt. Das reicht dann auch.“ Danach wird eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gesucht. Trippel hat sogar schon eine Person im Blick – wer das ist, will er aber nicht verraten.

