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Hector und KösterKritik an Umgang mit Podolski: „Alle haben mitgemacht“

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Jonas Hector und Fabian Köster haben beim Blick auf die Podolski-Doku einen lange normalen Umgang mit dem Ex-FC-Star infrage gestellt.

Beim 1. FC Köln wurde Lukas Podolski einst zum Fußballstar und schnell im ganzen Land bekannt. Doch im Fokus der Öffentlichkeit standen damals nicht nur Poldis Torjägerqualitäten, sondern auch dessen Art zu sprechen.

Und genau das haben der ehemalige FC-Kapitän Jonas Hector und Comedian Fabian Köster in ihrer neuesten Podcast-Folge „Schlag und fertig“ kritisch hinterfragt.

Fabian Köster: „Sind uns wirklich keine anderen Witze eingefallen?“

Auslöser der Bedenken ist die neue Podolski-Doku, die vor zwei Wochen auf Netflix erschienen ist. Dort erzählt der Ex-Nationalstürmer, wie er aufgewachsen ist und dass seine Eltern nicht gut Deutsch gesprochen hätten. „Es gibt dann ja diese Szenen, wo sich die halbe Öffentlichkeit über Podolski lustig macht und ihn auch nachäfft“, sagte Köster und schob in Anbetracht dessen ironisch nach: „genialer Humor“.

Der Humor habe sich damals oft daran abgearbeitet, dass Podolski anders gesprochen habe als viele andere Profis in der Öffentlichkeit. Dieser Umgang sei normal gewesen, müsse aber heute deutlich anders bewertet werden. „Da haben ja alle mitgemacht, also nicht nur die privaten Sender oder die, von denen man es erwartet, sondern auch der WDR.“

Köster räumte dabei auch die eigene fehlende Distanz von früher ein. Als Jugendlicher habe er das selbst nicht hinterfragt. Erst mit dem heutigen Blick werde klarer, worauf viele Witze damals eigentlich abzielten.

„Am Ende war der Humor in Anführungsstrichen einfach, dass er nicht so gut Deutsch spricht wie die anderen“, so Köster zweifelnd. Wenn man heute darüber nachdenke, müsse man sich schon fragen, warum ausgerechnet das über Jahre als Pointe funktioniert habe: „Sind uns wirklich keine anderen Witze eingefallen als Witze über die Herkunft?“

Dabei ging es in dem Gespräch nicht nur um den damaligen Spott, sondern auch um Podolskis Reaktion darauf. Der ehemalige FC-Profi Hector betonte, dass genau diese direkte, unverstellte Art den früheren Kölner und Nationalspieler immer ausgezeichnet habe.

„Das macht ihn ja so charmant“, sagte Hector. Podolski habe sich nicht verbiegen lassen, sondern sei seinen Weg gegangen. Dazu passt für Hector auch eine Szene aus Podolskis Karriere.

Mit Blick auf das Jahr 2016 und die Zeit unter Bundestrainer Joachim Löw sagte der Ex-Nationalspieler, man habe gewusst, wen man in schwierigen Momenten nach vorn schicken könne: „Weißt du was, da setzen wir dann Poldi rein, weil der redet einfach frei Schnauze und der nimmt dir die Kuh vom Eis.“

Jonas Hector hebt Podolskis Art hervor: „Das macht ihn ja so charmant“

Damals erntete Löw weltweiten Spott, weil Kameras ihn beim EM-Auftaktspiel gegen die Ukraine dabei filmten, wie er sich in die Hose griff. Lukas Podolski saß kurz darauf auf dem Podium und bügelte die unangenehme Situation mit einem legendären Statement humorvoll weg: „In der Mannschaft ist das gar kein Thema. Ich glaube, 80 Prozent von euch und ich kraulen sich auch mal an den Eiern. Von daher ist alles gut.“ Was blieb, waren Lacher.

Für Hector zeige genau das die andere Seite der Geschichte. Das, was früher oft belächelt worden sei, wurde mit den Jahren zur Stärke von Lukas Podolski.

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