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„Köln hat es verdient“FC-Trainer Wagner reagiert auf Fan-Wut

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René Wagner hat die FC-Bosse trotz magerem Punkteschnitt überzeugt. Der Coach hat einen Zweijahresvertrag bis 2028 als Cheftrainer unterschrieben. Am Dienstag sprach er erstmals über die Chance und was er jetzt ändern will.

In schwarzen T-Shirts und dunklen langen Hosen kamen René Wagner (37) und Sportchef Thomas Kessler (40) am Dienstag (26. Mai 2026) in den Pressekonferenzraum am Geißbockheim. Der neue Coach scherzte, dass eine kurze Hose bei den Temperaturen wohl die bessere Wahl gewesen wäre. Ins Schwitzen kam er aber nicht. Insgesamt gab sich Wagner super locker und aufgeräumt. 

Erstmals stellten sich der Sportgeschäftsführer und der neue Trainer den Fragen der Journalisten, nachdem in der vergangenen Woche die Trainerfrage geklärt wurde. In den sozialen Netzwerken gab es heftigen Gegenwind. Auch in den Gremien wurde intensiv diskutiert. In einer Umfrage von EXPRESS.de hatten über 33.000 Fans abgestimmt. 82 Prozent sprachen sich gegen Wagner als neuen Cheftrainer aus.

René Wagner will In Köln Attacke-Fußball zeigen

Doch das alles spielte für den FC bei der Entscheidungsfindung keine Rolle. Wagner hatte einen Auftrag – und den hat er erfüllt. Dabei hat er sich bewusst zurückgehalten, blieb in der Öffentlichkeit analytisch und eher wortkarg. Auch um nach Lukas Kwasniok (44) eine ganz andere Note reinzubringen. 

Nach der Saison beschäftigte Köln sich dann mit einigen anderen Trainerkandidaten. Mit Wagner wurde auch darüber gesprochen, wie er den FC in Zukunft sieht. Sein Konzept überzeugte die Gremien am Ende.

Und mit dem neuen Job will sich Wagner jetzt öffnen und angreifen: „Auf jeden Fall werde ich ein bisschen mehr von mir preisgeben. Ich werde mich als Person zeigen und vorstellen. Das war in den vergangenen acht Wochen aber nicht die Aufgabe. Wir wollten  analytisch und sachlich bleiben. Jetzt kommt eine neue Aufgabe – und die werde ich auch so angehen.“

Auch fußballerisch soll einiges passieren: „Köln hat es verdient, dass wir aktiv Fußball spielen. Im Stadion sollen die Fans Power und Angriffslust spüren. Wir wollen den Fans zeigen, was sie sehen wollen. Das ist Attacke, viele Aktionen im gegnerischen Strafraum, den Gegner unter Druck setzen und leidenschaftliches Verteidigen.“

Und wie kann er die vielen kritischen Fans von sich überzeugen? Wagner weiß: „Das schaffe ich auf jeden Fall nicht durch eine Ansprache, sondern nur durch die Leistung auf dem Platz von den Jungs. Daran müssen wir uns messen lassen. Ich möchte mich jedenfalls nicht hier hinstellen und Parolen an die Fans richten.“

Beim letzten Heimspiel (1:3 gegen Heidenheim) gab es sogar Pfiffe. Wagner weiß, dass er gleich vom Saisonstart weg mit dem Team liefern muss. Zur Fan-Wut sagt er: „Ich kann verstehen, dass in großen Teilen die Menschen, die im Stadion waren, nicht zufrieden waren. Vor allem nicht mit dem Auftritt gegen Heidenheim. Aber den haben wir aufgearbeitet. Und jetzt wollen wir nach vorn schauen und die Vorbereitung nutzen, um in den Spielen ein anderes Gesicht zu zeigen. Für uns ist wichtig, dass wir Taten sprechen lassen.“

Ist es ein Lebenstraum für ihn, jetzt Bundesligatrainer zu sein? „Der Lebenstraum war erstmal, eine Frau zu finden. Die habe ich gefunden. Und danach kommt der Fußball. Aber in der Stadt, in der meine Frau die erste Heimat in Deutschland gefunden hat, ist es schon ein Traum, jetzt hier als Trainer zu stehen.“ Ehefrau Mandi hat Wagner zu seiner Zeit in den USA auf Hawaii kennengelernt, sie arbeitete dort als Krankenschwester.

Ein paar weitere private Dinge hat er auch verraten am Dienstag: „Abseits des Platzes haben meine Hobbys wenig mit Fußball zu tun. Die meisten meiner Freunde haben damit gar nichts zu tun. Da geht es dann um andere Themen. Für mich ist das auch mal gut, um aus der Fußball-Blase rauszukommen. Ich hätte gerne für das ein oder andere Hobby noch mehr Zeit, Wakeboarden zum Beispiel. Das geht jetzt alles nicht mehr so häufig. Aber ich bin schon abenteuerlustig. Das versuche ich in meiner Freizeit auszuleben.“ In den Urlaub geht es bald ein paar Tage nach Bali zum Surfen. Danach will er dann mit dem FC auf der Erfolgswelle reiten.

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