Christian Keller arbeitete drei Jahre lang als Geschäftsführer beim 1. FC Köln. Es war eine turbulente Zeit mit Transfersperre, Sparkurs, Abstieg und Trainerentlassungen. Nach harter Kritik meldet sich Keller jetzt erneut zu Wort.
Heißer FC-ZoffKeller reagiert auf Rundumschlag: „Fernab jeder Realität“

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Im August 2022 noch gemeinsam beim 1. FC Köln: Jörg Jakobs, Christian Keller und Thomas Kessler (v. l.).
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Im September 2025 hatte der ehemalige FC-Sportchef und Vorstandsberater Jörg Jakobs einen langjährigen FC-Mitarbeiter scharf kritisiert: Christian Keller (drei Jahre Sport-Vorstand bis Mai 2025). Jetzt gab es eine Reaktion des ehemaligen Geschäftsführers.
Jakobs hatte in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger zum Rundumschlag ausgeholt. Keller sei für Jakobs’ Aus beim FC verantwortlich gewesen: „Bei mir war es so, dass ich sehr früh nach dem Amtsantritt von Christian Keller (war ab dem 1. April 2022 Sport-Geschäftsführer, d. Red.) keine beratende Funktion mehr hatte. Ich wurde wiederholt durch Christian Keller systematisch beim Vorstand diskreditiert.“
1. FC Köln: Christian Keller reagiert auf Vorwürfe von Jörg Jakobs
Keller reagierte jetzt (26. Januar 2026) in einem Gespräch mit dem „Kicker“ auf die Jakobs-Aussagen – der heiße FC-Zoff geht weiter! „Ich habe das Interview nicht gelesen, aber mir wurden einige Inhalte zugetragen. Ich kann nicht verstehen, was Jörg Jakobs geritten hat, solche Aussagen zu treffen, weil sie fernab jeder Realität sind.“
Der Austausch mit Keller soll laut Jakobs katastrophal gewesen sein. Jakobs warf dem damaligen Präsidium um Werner Wolf und Keller zudem einen fatalen Umgang mit dem Fall Jaka Potocnik vor, was am Ende zu einer Transfersperre führte.
„Ich hätte dazu geraten, das Thema möglichst geräuschlos mit Ljubljana zu klären. Ganz einfach deshalb, weil es kein so unüblicher Vorgang ist, sondern weil das in der Branche ständig so gehandhabt wird. Wir sprechen nicht darüber, ob es schlau war, den Spieler zu verpflichten. Das war es nicht, wie man heute weiß. Aber man hat Keller die komplette Deutungshoheit im Klub überlassen. In sämtlichen Themen“, so Jakobs.
Dass Keller später betonte, er hätte den Fall nicht seriös klären können, sieht Jakobs anders: „Jeder, der sich halbwegs in der Branche auskennt, sowohl im sportlichen als auch im juristischen Bereich, weiß, dass das kompletter Blödsinn ist.“
Keller meint jetzt dazu: „Im Nachhinein könnte man sagen: Es war ein Fehler, sich im Herbst 2022 mit Ljubljana nicht außergerichtlich geeinigt zu haben. Aber es gab, wie gesagt, sehr gute Gründe, dies nicht zu tun. Ab Herbst 2022 konnte man die Causa nicht mehr lösen, obwohl wir lange den Standpunkt hatten, dass ein Vergleich möglich wäre. Bei einem Vergleich hätte aber auch die Fifa mitwirken müssen. Und das war der Denkfehler aller Beteiligten. Denn die Fifa wollte und konnte einem Vergleich nicht zustimmen, obwohl sich beide Klubs zwischenzeitlich sogar schriftlich einig waren.“
Jakobs wollte auch nicht stehen lassen, dass Keller den FC finanziell saniert habe: „Die Konsolidierung begann nicht mit Keller, sondern nachweisbar am 1. Juni 2021. Dass Christian Keller diesen Sparkurs fortgeführt hat, halte ich für grundsätzlich sinnvoll. Die Frage stellt sich allerdings: Wie weit sollte Sparen im Wettbewerbsumfeld Bundesliga gehen und wann beginnt das Kaputtsparen? Am Ende stand ein vermeidbarer Abstieg.“
Kellers Reaktion auf diese Aussagen: „Auch da halte ich es gerne mit Fakten: Der 1. FC Köln hatte in der Spielzeit 2021/22 den höchsten Personalaufwand seiner Historie für die Lizenzmannschaft, 60 Millionen Euro. Ich kam im April 2022. Wir senkten den Etat für 2022/23 auf 45 und für 2023/24 auf 38 Millionen Euro.“
Schließlich sprach Jakobs Keller auch noch einige Transfers ab, darunter den von Said El Mala: „Um mit einer Legende aufzuräumen: Es war auch vieles sehr gut vorbereitet für Christian Keller, etwa die Transfers. Denis Huseinbasic zum Beispiel war der Scouting-Abteilung bekannt und wurde als Kandidat geführt; Linton Maina war sehr weit fortgeschritten. Dann kam Eric Martel noch, ihn hat zwar Keller geholt, doch auch Eric war schon auf dem Schirm. Und sich kürzlich Said El Mala ans Revers zu heften: Im besten Fall wurde der Transfer nicht verhindert. Said geht auf andere FC-Mitarbeiter zurück.“
Keller stellt klar: „Jörg war nicht dabei. Unabhängig davon gilt: Jeder Transfer ist ein Gemeinschaftswerk. Immer. Der Sportverantwortliche wird nie einen Transfer tätigen, ohne ein Scouting und ohne sich mit dem Trainer und anderen Verantwortlichen auszutauschen. Klar ist: Wenn der Transfer gut ist, ist es ein Gemeinschaftserfolg, deshalb ist auch Said El Mala ein Gemeinschaftserfolg. Wenn ein Transfer nicht funktioniert, ist immer der Sport-Geschäftsführer verantwortlich. Und das ist auch okay so, weil es seine Aufgabe ist, die Mitarbeiter zu schützen.“
Ob Keller bald ins Fußball-Geschäft zurückkehrt, ließ er offen: „Ich beschäftige mich derzeit mit Optionen der Selbstständigkeit, mitverantworte zwei Bauprojekte und habe Geschäftsführer-Angebote aus der klassischen Wirtschaft ohne Sportbezug. Natürlich reizt mich aber auch eine Rückkehr, denn ich weiß, was es für ein Privileg ist, im Profifußball arbeiten zu dürfen. Bis dato war aber noch keine passende Anfrage dabei.“
Dem FC traut er einiges zu in Zukunft: „Der 1. FC Köln hätte das Potenzial, um sich regelmäßig zwischen Platz sechs und zehn einzureihen.“


