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Kein Spiel ohne GegentorFC-Abwehr im Fokus: „Kann er noch nicht der Chef sein?“

Der 1. FC Köln hat unter Trainer René Wagner bisher in jedem Spiel Gegentreffer kassiert. Wie kann die Mannschaft hinten stabiler werden? Darüber wurde auch in der neuen Podcastfolge „Wir waren klar besser“ diskutiert.

Ex-Köln-Trainer Huub Stevens (72) hat den Satz einst etabliert: „Die Null muss stehen!“ Das Ergebnis war nicht immer schöner Fußball, aber die Fans bekamen unter dem niederländischen Coach bedingungslosen Einsatz, rustikale Verteidigung und Punkte geboten. 

Aktuell ist der FC weit davon entfernt, dass die Null steht. Unter dem neuen Trainer René Wagner (38) gab es noch kein Spiel ohne Gegentreffer. In insgesamt elf Spielen kassierte Köln 24 Gegentore. Macht einen Schnitt von 2,18.

FC kassiert zu viele Tore: „Offenbar passt etwas nicht“

Alleine in dieser Bundesligasaison waren es bislang sieben Gegentore in drei Spielen. Das Kölner Abwehrverhalten war auch Thema in der neuen Folge des FC-Podcasts „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger.

EXPRESS.de-Reporter Jürgen Kemper meinte: „Ich will das nicht nur an der Innenverteidigung festmachen, aber offenbar passt etwas nicht, denn sie bekommen in jedem Spiel unter Wagner ein Gegentor. Unterm Strich sind das einfach zu viele. Irgendwas stimmt dann im Gesamtkonstrukt nicht. Da gilt es, sehr, sehr schnell Lösungen zu finden.“

Lars Werner (Kölner Stadt-Anzeiger) ging ins Detail: „Bei Lochoshvili hat man ja nach dem Pokalspiel und dem Hoffenheim-Spiel, wo er richtig stark war, von einem heimlichen Abwehrchef gesprochen. Allerdings ist er auch das erste Mal mit 28 Jahren in der Bundesliga. Das hat vielleicht auch seine Gründe gehabt. Kann er noch gar nicht der Chef sein? Und Jahmai Simpson-Pusey ist ein sehr junger Spieler.“

Beide Reporter sehen den Konkurrenzkampf eröffnet, glauben aber nicht, dass man sofort etwas ändern muss und wird. Kemper sagte: „Schmied und van den Berg drücken dahinter. Ich bin gespannt.“ Werner meinte: „Muss man was ändern? Nein, würde ich noch nicht. Im Abwehrzentrum würde ich die beiden lassen. Die Achillesferse ist eher hinten rechts. Alessio Castro-Montes, auch wenn es gegen Bremen ordentlich war, ist nicht die Ideallösung. Aber Sebastian Sebulonsen wird in Hamburg mit einer weiteren Trainingswoche wieder auflaufen.“

Kemper setzt auch darauf, dass sich ein stabiler Verbund einspielt mit Krauß und Skhiri im defensiven Mittelfeld: „Wenn die beiden noch besser harmonieren, hat man einen vernünftigen Abwehrverbund. Da sollte man sich keine Sorgen machen, aber er muss es auch mal nachweisen, dass man dann auch mal zu Null spielt.“

Ein großes Rätsel bleibt aber: Der Niederländer Rav van den Berg spielte zuletzt keine Rolle mehr, stand nicht mal im Kader. Kemper sagt: „Es ist eine riesengroße Enttäuschung, das erste Mal aus Leistungsgründen nicht im Kader zu sein. Da stellt sich die Frage: Wie schlecht muss der aktuell sein?“ Oder gibt es andere Gründe, warum der junge Niederländer plötzlich überhaupt keine Rolle mehr unter Wagner spielt?

„Im Training ist er nicht besser oder schlechter als andere“, sagt Kemper. Für Lars Werner dürfte auch ein mögliches Defizit an Schnelligkeit nicht vorliegen: „Dann hätte man ihn gar nicht scouten dürfen, dann holt man ihn gar nicht.“

Kemper sagt: „Es wundert mich, dass er in der Rotation gar keine Rolle spielt, auch hinter Joel Schmied zurückgefallen ist. Vielleicht stimmt es in der Einstellung nicht, oder es ist etwas vorgefallen. Aber Wagner war von Anfang an kein Fan von ihm. Er hat nur gegen Frankfurt unter ihm gespielt. Ehrlicherweise finde ich gerade kein Argument, warum Rav so weit außen vor ist.“ Ob sich das künftig wieder ändern wird, wird sich zeigen.

Jahmai Simpson-Pusey bejubelt ein Tor von Linton Maina.
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