Abo

Früher beim Beckham-KlubWagners ungewöhnlicher Weg zum FC-Coach

Rene Wagner hält beim Training mehrere Bälle in der Hand.

Copyright: IMAGO/Jan Huebner

Rene Wagner, hier beim Training des 1. FC Köln, wird der neue Chefcoach bei den Geißböcken. 

Nach der Entlassung von Lukas Kwasniok übernimmt Co-Trainer Rene Wagner den Chefcoach-Posten beim 1. FC Köln. Der 37-Jährige hat eine interessante Vita vorzuweisen. 

Das Kapitel Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln ist Geschichte. Der Verein zog nach der Talfahrt der vergangenen Monate am Sonntag (22. März 2026) die Reißleine und setzte den bisherigen Trainer vor die Tür. Die Entscheidung im Gemeinsamen Ausschuss fiel am Sonntag einstimmig aus. Kwasniok ist weg, jetzt übernimmt sein bisheriger Co-Trainer Rene Wagner.

Für den 37-Jährigen ist es die Premiere in der ersten Reihe, Wagner arbeitete in seiner jungen Karriere noch nie als Chefcoach. Ohnehin hat der gebürtige Dresdner einen ungewöhnlichen Karriereweg hinter sich. Nachdem er als Spieler bei Dynamo nicht über  die 2. Mannschaft hinauskam, nahm er ein Stipendium eines US-Colleges auf Hawaii an.

Wagner wurde 2023 schon mal als Chefcoach in Betracht gezogen

Nachdem er auch dort als Spieler keinen Fuß fassen konnte, wechselte er an die Seitenlinie. Ein ehemaliger Trainer bot eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an, parallel übernahm er einen ersten Co-Trainer-Job. Von dort ging es nach Florida, wo er nach der Gründung von Beckham-Klub Inter Miami einen Job im Nachwuchs annahm. Nach einigen Jahren in den USA – Wagner ist auch mit einer US-Amerikanerin verheiratet – entschied er sich dann aber für eine Rückkehr nach Deutschland.

Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth lotste Wagner schließlich zum SC Paderborn. Bei den Ostwestfalen arbeitete er im Scouting und als Performance-Analyst, ehe Steffen Baumgart ihn als Co-Trainer mit zum FC brachte. Dort eilte ihm bereits der Ruf eines Taktik-Fuchses voraus, der große Teile des Trainings steuerte und leitete.

Die FC-Verantwortlichen hielten damals schon große Stücke auf Wagner, zogen ihn auch als Baumgart-Nachfolger nach dessen Entlassung Weihnachten 2023 in Betracht. Doch am Ende entschieden sie sich gegen ihn, befanden ihn noch für zu grün hinter den Ohren für die kritische Situation.

Wagner verließ den FC daraufhin und ging mit Baumgart zuerst nach Hamburg und dann zu Union. Nach fünf gemeinsamen Jahren brauche Wagner allerdings mal eine Luftveränderung, bzw. eine Chef-Veränderung. Kessler erinnerte sich an Wagner und dessen Expertise und holte ihn an Kwasnioks Seite erneut ins Boot.

Und nun steht er vor der größten Herausforderung seiner Karriere. Er soll mit dem FC die Klasse halten. Ein Szenario, an das er im Sommer nicht mal zu träumen gewagt hat. Dort sagte er im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ noch: „Ich muss jetzt nicht Cheftrainer werden, denn eines weiß ich: Ich habe keinen Namen, ich habe keine Spielerkarriere. Ich kriege genau eine Chance.“

Und die ist jetzt! Für den FC birgt das auch ein gewisses Risiko, einen unerfahrenen Mann in so einer Situation zu befördern. Der Gedanke dahinter ist: Wagner bekommt die nächsten Spiele, sollte sich dabei punktetechnisch keine Besserung einstellen, hätte Kessler im Endspurt immer noch eine letzte Patrone.

Lukas Kwansiok schlägt die Hände vor das Gesicht.

Trainer-Aus offiziell

FC setzt Kwasniok vor die Tür – Nachfolger fix – alle Hintergründe