Der 1. FC Köln holte beim Hamburger SV einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Während des Spiels gab es wie so häufig zuletzt eine strittige Szene und Diskussionen über den VAR.
Erneut strittige FC-SzeneKessler und Matthäus hadern mit „falscher Entscheidung“

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Kristoffer Lund wird gefoult. Doch dafür gab es noch nicht mal Freistoß.
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Es vergeht aktuell kein Spiel des 1. FC Köln, in dem hinterher nicht über mindestens eine strittige Szene diskutiert wird. Bei der bitteren Niederlage gegen den BVB in der vergangenen Woche war es vor allem der nicht gegebene Hand-Elfmeter in der Nachspielzeit, der die Gemüter erhitzte.
Bei der Partie beim HSV war es eine Szene, die während des Spiels sogar etwas unterging. In der 27. Minute ging Hamburgs William Mikelbrencis an der eigenen Grundlinie von hinten gegen Kristoffer Lund in den Zweikampf. Nach der Szene entschied Schiedsrichter Tobias Welz auf Eckball.
Lund-Szene weckt Erinnerungen an Rot für Simpson-Pusey
Doch in der Zeitlupe war ganz klar zu erkennen, dass der Franzose den FC-Profi mit offener Sohle an der Achillessehne erwischte. Also im Prinzip eine vergleichbare Situation wie vergangene Woche, wo Jahmai Simpson-Pusey nach Ansicht der Bilder die Rote Karte bekam.
Der Unterschied ist, dass der VAR am Samstagabend stumm blieb und sich nicht einschaltete. Für Sky-Experte Lothar Matthäus unverständlich. „Letzte Woche in Köln hat es dafür eine Rote Karte gegeben. Da war es auch keine Absicht. Als Schiedsrichter ist es nicht einfach, und wir verstehen dann eben einiges nicht, weil jede Situation, die ähnlich aussieht, doch grob unterschiedlich bewertet wird“, sagte der Weltmeister.
Wie im Fall von Simpson-Pusey hätte sich der Videoschiedsrichter die Situation wenigstens angucken können. Im Zweifel hätte der Hamburger SV über eine Stunde in Unterzahl spielen müssen, was wohl einen massiven Einfluss auf das Spiel gehabt hätte.
So gab es nicht mal Freistoß nach dem unglücklichen, aber brutal aussehenden Tritt. Sehr zum Ärger von Thomas Kessler. „Da auf Eckball zu entscheiden, war sicherlich die falsche Entscheidung“, sagte Kölns Geschäftsführer in ruhigem Ton.
Er führte aus: „Was soll ich sagen? Ich bin absolut kein Freund davon, Rote Karte zu fordern. Der Fuß geht aber klar auf die Achillessehne. Ich bin mir sicher, dass es in dieser Saison aber schon die eine oder andere Situation gegeben hat, wo der Schiedsrichter richtig hingeguckt hat.“
Auch Trainer Lukas Kwasniok ärgerte sich über die verschiedenen Auslegungen. „Das geht mir alles auf den Sack! Ich will weder bei Jahmai eine Rote Karte noch diese Woche. Aber ich verstehe es nicht, dass es unterschiedlich gehandhabt wird. Nach den Maßstäben, die uns mitgeteilt werden, ist es vergangene Woche Rot und ich kann nicht nachvollziehen, warum es diesmal keine Rote Karte ist.“
Für Kessler, anders als vergangene Woche, war es allerdings nicht die spielentscheidende Situation. Und der Köln-Boss wollte es auch nicht an Welz festmachen, dass sich der FC mit einem Punkt begnügen musste. „Ich glaube, dass der Schiedsrichter im Gesamten sicherlich heute eine vernünftige Leistung gezeigt hat“, sagte Kessler.

