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Remis zum JahresauftaktEl-Mala-Knaller rettet FC in Heidenheim

Der 1. FC Köln musste im ersten Pflichtspiel des Jahres 2026 beim 1. FC Heidenheim ran. Die große Trendwende gab es nicht, in einem packenden Duell gab es ein Unentschieden.

Die Köpfe runter, die Hände in die Oberschenkel gestemmt – fast alle Kölner Spieler mussten nach dem Schluss erstmal dieses anstrengende Spiel verdauen. Danach wurde sich abgeklatscht. Der Dreier blieb aus, Köln kam nur zu einem 2:2. Doch immerhin konnte Heidenheim in der Tabelle auf Distanz gehalten werden. Köln jetzt nach 16 Spieltagen auf Rang 10 mit 17 Zählern, Heidenheim bleibt 17. mit zwölf Punkten.

Der 1. FC Köln holte aus den letzten sieben Spielen nur drei Punkte, der letzte Sieg gelang am 2. November 2025 gegen den Hamburger SV. Im Umfeld galt die Partie als wichtigste im bisherigen Saisonverlauf. Die Erwartung: Köln muss den Negativ-Trend gleich im ersten Spiel des Jahres 2026 beim Tabellen-17. erfolgreich durchbrechen. Das gelang nicht ganz.

Mutiges Köln-Debüt für Talente Schenten und Simpson-Pusey

Doch Trainer Lukas Kwasniok (44) zeigte sich mutig, setzte gleich zwei junge Debütanten ein: Neuzugang Jahmai Simpson-Pusey (20) stand nur wenige Tage nach seinem Transfer, mit ein paar Einheiten und ohne Testspielerfahrung, gleich in der Anfangsformation. Auch Sturm-Youngster Fynn Schenten (18) wurde ins Schneetreiben von Heidenheim geworfen – sein erstes Profispiel in dieser prekären Lage. Das nächste Ausrufezeichen des Trainers, der zuvor Luca Waldschmidt nicht in den Kader nominiert hatte und auch trotz des Verletzungs-Aus von Dominique Heintz auf Cenk Özkacar in der Abwehr verzichtete.

Mit Schenten stürmte Ragnar Ache, der nach neun Minuten auch die erste dicke Chance hatte, als Jakub Kaminski ihn bediente. Köln übernahm das Kommando. Als Schenten über rechts Kaminski im Strafraum fand, konnten sich die Gastgeber bei Keeper Diant Ramaj bedanken, der den Schuss glänzend parierte.  

Doch dann kurze Schockstarre bei den Kölnern nach einem Traumtor. FC-Profi Denis Huseinbasic spielt einen Pass ins Nichts, die Heidenheimer kamen über rechts in den Kölner Strafraum, wo Marvin Pieringer per sehenswertem Seitfallzieher traf. Eric Martel stand da nah am Mann, hatte aber keine Chance bei diesem Geniestreich nach 15 Minuten. 

Doch der FC taute aus der Schockstarre blitzschnell wieder auf. 1:1 in der 18. Minute! Alessio Castro-Montes flankte auf den langen Pfosten, wo Martel einköpfen konnte. Ruhe kam hier nicht ins Spiel, es ging munter weiter. Martel sah nach einem Foul die fünfte Gelbe Karte, ist damit gegen den FC Bayern am Mittwoch gesperrt. Nach 26 Minuten jubelten wieder die Heidenheimer: Der FC kassierte erneut einen Treffer nach Standards. 

Ein Eckball landet bei Julian Niehues, dessen Schuss kann keiner in der FC-Abwehr blocken, von Simpson-Pusey kullert er ins Netz. Wie bitter! In der Folge hatte Köln immer wieder Probleme mit dem Tempo der Gastgeber, Sirlord Conteh gelang beinahe das 3:1 (37.), doch er schob den Ball neben das Tor. Köln fehlten dagegen schnelle Umschaltmomente. Kurz vor der Pause kam Simpson-Pusey allerdings nochmals zu einer guten Doppelchance per Kopf und Nachschuss, doch Ramaj parierte erneut stark. So ging Köln mit dem knappen Rückstand in die Kabine.

Nach der Pause brachte Kwasniok Said El Mala für Huseinbasic. Kamsnski rückte ins Mittelfeld – und El Mala nahm als Linksaußen sofort Maß und versenkte seinen ersten (leicht abgefälschten) Schuss zum 2:2 (48). Die Partie wurde nie langweilig: Schwäbe parierte gegen Jan Schöppner stark, Kaminski scheiterte mit seinem Schuss nur knapp. 

Nach 62 Minuten kam Linton Maina für Schenten rein. Der Youngster hatte seine Sache ordentlich gemacht. Dann die nächste dicke Chance für Ache, doch seine Direktabnahme nach Martels Hereingabe kann der Heidenheimer Keeper irgendwie parieren. Der FC ließ sich nun hinten reindrücken, Entlastung gab es kaum. Das wurde etwas besser, als bei den Kölnern Marius Bülter und Kristoffer Lund in die Partie kamen (für Castro-Montes und Thielmann, 78. Minute).

Said El Mala hatte in der 86. Minute noch eine vielversprechende Chance, doch sein Schuss ging knapp am rechten Pfosten vorbei. Auch Adrian Beck hätte noch das Siegtor erzielen können, sein Schuss strich über die Latte. Die Mega-Chance auf den FC-Sieg ließ Ache in der Nachspielzeit aber liegen, der nach einer Bülter-Hereingabe eingerutscht alleine vor und an Ramaj scheiterte. Es blieb beim 2:2.

Vor dem Spiel hatten die Helferinnen und Helfer in Heidenheim alle Hände voll zu tun. In der Nacht schneite es ordentlich, alle Zufahrtswege wurden freigeräumt, auch der Platz wurde bis kurz vor Anpfiff mit Schneeschippen freigehalten. Zum Einsatz kam wegen des dichten Schneetreibens dennoch ein oranger Ball.

Die Kölner Startelf in Heidenheim: Schwäbe - Sebulonsen, Martel, Simspon-Pusey - Castro-Montes, Krauß, Huseibasic, Thielmann, Kaminski - Ache, Schenten.