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VAR-Frust in KölnKwasnioks Kreisliga-Wut: So reagiert der DFB

Es gab heftige Diskussionen und wütende Reaktionen nach dem 1:2 des 1. FC Köln gegen RB Leipzig. Grund war eine umstrittene Abseitsposition. So reagiert der DFB.

Nahezu jede Woche erleben Fans in deutschen Stadien neue und teils kuriose Situationen. Da es bei vielen Aktionen wie Handspiel oder kontrolliertem Herausspielen keine klaren Regeln gibt, hängt es von der Auslegung der Schiedsrichter ab. Und die kann von Fall zu Fall unterschiedlich aussehen.

So bekommen Spieler, Trainer und Fans den Eindruck, dass die klare Linie fehlt. Ob Elfmeter, Abseits, Handspiel oder Foul gepfiffen wird, ist eine Wundertüte – mal so, mal so. Da hilft auch kein VAR, um Klarheit zu schaffen.

DFB sicher: Leipzigs Raum kann nicht kontrolliert köpfen

In Köln gab es beim 1:2 gegen RB Leipzig am Sonntag (8. Februar 2026) einen besonderen Fall. Leipzigs Baumgartner hatte einen Schuss von Kölns Thielmann in der 77. Minute vor der Linie mit der Hand geklärt. Es wäre das 2:2 für Köln gewesen. Doch anstatt einer Roten Karte für Baumgartner und Elfmeter für Köln gab es nach über sechs Minuten Beratungszeit von Schiedsrichter Frank Willenborg eine Abseitsentscheidung.

Vor der Hand-Szene stand Kölns Sebulonsen hauchdünn im Abseits, bestätigt von der halbautomatischen Abseitstechnologie (SAOT). Daran lässt sich nicht rütteln. Doch es kam auf die Deutung eines Kopfballs von Leipzigs Raum an. Wenn er den Ball kontrolliert rausköpft, entsteht eine neue Spielsituation, also kein Abseits. Köpft er den Ball unkontrolliert raus, ist es Abseits. Letzteres entscheidet Willenborg dann alleine nach minutenlanger Beratung mit den VAR-Kollegen und Studium der Bilder am Monitor.

Trainer Lukas Kwasniok wetterte danach: „Das war die spielentscheidende Szene. Ich kann Dinge nachvollziehen, wenn sie klar sind. Problematik diesmal war die subjektive Bewertung, ob der Kopfball von David Raum kontrolliert oder unkontrolliert ist. Jeder, der mal am Kopfballpendel war, kann beurteilen, ob ein Nationalspieler den Ball da rausköpfen kann. Das ist einfach bitter.“

Jetzt meldete sich der DFB zu Wort und verteidigt die Entscheidung von Willenborg. Marco Fritz, Leiter für Regelauslegung bei der DFB Schiri GmbH, sagte gegenüber dem „Kicker“: „Der Ball wurde von David Raum im Sprung mit dem Kopf gespielt und gelangte danach zu Sebulonsen. Bei Raums Kopfball waren die regeltechnischen Voraussetzungen für ein kontrolliertes Spielen des Balles nicht gegeben. Raum befand sich im Rückwärtslauf, sein Kopfball resultierte schließlich aus einer Sprungbewegung mit begrenzter Kontrolle über Körper, Raum und Situation. Nach aktueller, auch international gültiger Auslegung der Abseitsregel handelte es sich somit nicht um ein kontrolliertes Spielen des Balles. Deshalb war die Abseitsstellung von Sebulonsen als strafbar zu bewerten.“

Kwasniok hat da eine komplett andere Meinung, sagte bei DAZN: „Wenn man sich den Kopfball anschaut … also wenn das unkontrolliert ist, dann haben wir ein Thema, nämlich, dass wir den Bundesliga-Spielern viel zu wenig zutrauen. Dann machen wir aus Bundesliga-Spielern Kreisliga-Spieler. Das war ein freier Kopfball. Wenn das kein kontrollierter Kopfball ist, dann haben wir in der Wahrnehmung ein Thema.“

Der 1. FC Köln bleibt nach dem bitteren 1:2 gegen Leipzig also mit offenem Mund, frustriert und staunend zurück. Und viele Fans in Fußball-Deutschland blicken nicht nur mit Spannung auf den sportlichen Aspekt des kommenden Spieltags – sie sind auch gespannt, welchen Regel- und Auslegungsirrsinn es wieder geben wird.

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