Unglücks-Elfer & Tumulte Bitteres Comeback für FC-Star Skhiri – Skandal-Schiri schon mal suspendiert

Ellyes Skhiri spielt für Tunesien gegen Mali.

Ellyes Skhiri, hier bei einem Freundschaftsspiel mit Tunesien gegen Mali am 15. Juni 2021, hat sein Comeback gegeben.

Ellyes Skhiri steht wieder auf dem Platz, allerdings nicht für den 1. FC Köln. Sein Afrika-Cup-Auftakt mit Tunesien lief denkbar unglücklich – mit verursachtem Elfmeter und Schiedsrichter-Skandal.

Beim 1. FC Köln hatte er seit Anfang Dezember krank gefehlt, für Tunesien feierte er nun sein Comeback: Ellyes Skhiri (26) stand am Mittwoch (12. Januar 2022) endlich wieder in einem Pflichtspiel auf dem Rasen. Zum Auftakt in den Afrika-Cup ging es für seine Tunesier direkt gegen den Top-Kontrahenten der Gruppe: Mali um RB Leipzigs Amadou Haidara (23) und Diadie Samassekou (26) von der TSG Hoffenheim. Ein gebrauchter Tag für Tunesien...

Skhiri-Comeback gegen Top-Konkurrent Mali

FC-Mittelfeldmotor Ellyes Skhiri im Vorfeld: „Mali hat eine gute Mannschaft, die starke individuelle Spieler in ihren Reihen hat. Wir wollen gut in das Turnier starten.“

Dass es damit so überhaupt nicht klappte und Mali knapp 1:0 gewann, lag zunächst maßgeblich an Skhiri selbst: Kurz nach der Pause drehte sich der Dauerläufer im Strafraum weg, um den Ball zu blocken – spreizte dabei aber den Arm ab und wurde angeschossen. Die unglückliche Folge: Elfmeter Mali, von Ibrahima Koné (22) locker zum 0:1 verwandelt (48.).

Ellyes Skhiri: Doppelter Pechvogel für Tunesien

Obendrauf vergab der Sechser des 1. FC Köln kurz darauf die Mega-Chance zum Ausgleich. In der 56. Minute brachte er einen Kopfball aus vier Metern freistehend nicht aufs Tor. Schade!

Tunesien probierte danach viel, brachte bei knapp 35 Grad in der kamerunischen Küstenstadt Limbe aber lange wenig zustande. Und es kam noch dicker: Nach VAR-Eingriff bekam Tunesien ebenfalls einen Hand-Elfmeter – Kapitän Wahbi Khazri (30) scheiterte in der 77. Minute jedoch an Keeper Ibrahim Mounkoro (31). 

Kurz vor Schluss sah Malis Youngster El Bilal Touré (20) für ein Einsteigen mit offener Sohle zwar noch Rot (87.), am 0:1-Endstand änderte das nichts mehr. Doch der größte Aufreger des Spiels stand noch bevor: Der Abpfiff ertönte (doppelt) viel zu früh!

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Schiedsrichter-Skandal: Abpfiff noch vor Ende der 90 Minuten

Noch vor Ablauf der regulären 90 Minuten beendete Schiri Janny Sikazwe (42) die Partie – dabei hätte es allein aufgrund von VAR-Eingriffen und Trinkpause genug Gründe für eine satte Nachspielzeit gegeben.

Besonders kurios: In der 86. Minute hatte Sikazwe die Partie schon einmal völlig verfrüht beenden wollen. Da hatte sich der Unparteiische von den Kollegen noch eines Besseren belehren lassen, bat dann aber dennoch skandalträchtig früh in die Kabinen. Kaum zu fassende Szenen!

Der erfahrene sambische Referee, der in der Vergangenheit schon Weltmeisterschafts-Spiele geleitet hatte, musste aufgrund der wütenden Proteste von Ordnern umringt in die Katakomben geführt werden.

Noch kurioser: Als Malis Coach Mohamed Magassouba (64) nach dem Spielende schon bei der Pressekonferenz saß, sollen ihn laut Berichten Offizielle darüber informiert haben, dass die verbleibenden Sekunden und eine eventuelle Nachspielzeit doch noch gespielt werden soll. Also marschierte Magassouba zurück aufs Spielfeld, wo neben seiner Mannschaft auch Schiri Sikazwe auf dem Platz stand – doch die Spieler Tunesiens kamen nicht. Und der Mali-Coach? Ging völlig bedient zurück zur Pressekonferenz.

Interessante Randnote: Sikazwe war im November 2018 vom afrikanischen Fußball-Verband CAF suspendiert worden! Grund war ein Korruptionsverdacht bei einem Spiel der afrikanischen Champions League, bei dem der Referee, der 2018 in Russland als erster WM-Schiri aus Sambia noch zwei Spiele leitete, einige fragwürdige Entscheidungen getroffen hatte. Im Januar 2019 wurde Sikazwe dann von der Disziplinarkammer des CAF begnadigt.

Tunesien trotz Pech-Start mit Top-Chancen aufs Weiterkommen

Aber: Trotz der 0:1-Niederlage zum Auftakt ist für die Tunesier um Skhiri ein Weiterkommen locker möglich. Die kommenden Gegner Mauretanien und Gambia sind absolute Underdogs. Zudem reicht – ähnlich wie bei der Europameisterschaft – ein Platz unter den vier besten Dritten (sechs Gruppen) fürs Achtelfinale. 

Am Sonntag (16. Januar, 17 Uhr/DAZN) geht es für die Tunesier dann am zweiten Spieltag gegen Mauretanien. Keine guten Erinnerungen für Skhiri: In der WM-Qualifikation brach er sich im Herbst gegen die Westafrikaner das Wadenbeinköpfchen, fiel wochenlang aus. Denkbar bitter damals für den besten Kölner zu Saisonbeginn, der einen Raketen-Start mit vier Toren in acht Pflicht-Spielen hingelegt hatte. Nach dem Unglücks-Comeback kann es für Skhiri gegen Mauretanien dieses Mal fast nur besser werden.

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