Der 1. FC Köln hat mit dem 3:1-Sieg über Werder Bremen einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Im Hintergrund ist der geschasste Trainer Lukas Kwasniok genervt, während sein Nachfolger René Wagner bislang alles richtig macht. Ein Kommentar zur FC-Lage:
FC-Puzzle rückwärtsKwasniok maximal genervt – Wagner sorgt für Klarheit

Kurzer Blick in den Rückspiegel: Für Lukas Kwasniok kam die Trennung vollkommen überraschend. Der Trainer hatte nie und nimmer daran gedacht, dass man ihn vor den entscheidenden Spielen der Saison beim 1. FC Köln freistellen würde. Als die Bosse am 22. März 2026 im Geißbockheim über sein Aus sprachen, ging er noch nichts ahnend und fröhlich in die Kabine, um sein Zeug zu sortieren.
Kurz zuvor hatte er noch komplett von sich überzeugt gesagt, man müsse erst einmal einen finden, der es besser macht als er selbst. Dass man beim 1. FC Köln Puzzle rückwärts spielt, war ihm nicht klar: Ein Teil wegnehmen, damit es perfekt wird.
René Wagner feiert glänzenden Einstand beim 1. FC Köln
Das Puzzlestück, das störte, war Kwansiok. Und genau diese Tatsache ist für den Kölner Ex-Trainer die größte Enttäuschung seiner bisherigen Karriere. Seit dem Aus und einem kurzen Adios gab es keinen Kontakt mehr mit den handelnden Personen am Geißbockheim: Kwasniok ist maximal genervt.
Hätte man einen anderen, gestandenen Trainer geholt, hätte Kwasniok wohl mehr Verständnis für die Situation gehabt und er wäre in seiner Ehre nicht so verletzt worden. Doch Sportchef Thomas Kessler setzte voller Überzeugung auf Co-Trainer René Wagner. Der hatte bis dato noch kein Bundesligaspiel als Cheftrainer absolviert.
Gleich in den ersten beiden Spielen sorgte der Newcomer für Erfolge: Punkt in Frankfurt, Sieg gegen Werder Bremen, Gladbach in der Tabelle überholt. Der Einstand hätte kaum besser laufen können. Dabei ist Wagner kein Magier. Der Fußball gegen Bremen war nicht schön, das FC-Spiel war nicht besser, als in den Wochen zuvor.
Aber Wagner sorgt endlich für Klarheit. Die interne und externe Kommunikation des Trainers ist stark und hat Struktur. Er setzt die aktuell besten Spieler von Beginn an ein, er vertraut auf ein System, er gibt den Spielern so Halt und ein gutes Gefühl. Und mit Erfolgen steigt das Selbstvertrauen. Die teils wirren Kwasniok-Momente gibt es nicht mehr. Das Puzzle-Rückwärts-Spiel beim FC scheint so aufzugehen, die Abwärtsspirale ist durchbrochen. Erstmals seit dem 18. Spieltag dieser Saison ging es am 29. Spieltag für den FC in der Tabelle wieder nach oben (von Platz 15 auf Platz 13).
Schon am Freitag (17. April 2026, 20.30 Uhr) kann Wagner mit seiner Mannschaft einen weiteren Riesenschritt Richtung Klassenerhalt gehen. Dann muss der FC bei Verfolger St. Pauli antreten. Die Hanseaten liegen auf Relegations-Rang 16 mit 25 Punkten, Köln ist auf Platz 13 mit 30 Zählern. Bei einem Sieg hätte der FC vier Spieltage vor dem Saisonende acht Punkte Vorsprung.
Auch dank Wagner hat man ein gutes Gefühl, dass der Trip auf die Reeperbahn erfolgreich sein kann. Der FC reist jedenfalls alles andere als verunsichert nach Hamburg.

