„Als Startschuss begreifen“FC-Boss wird mit seinem Appell deutlich

Bei einem Termin auf dem Stadiondach posiert FC-Präsident Jörn Stobbe.

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FC-Präsident Jörn Stobbe will sich beim 1. FC Köln jetzt dem Geißbockheim-Ausbau widmen.

Gleich nach dem Gerichtsentscheid für den 1. FC Köln im Geißbockheim-Prozess sprach Präsident Jörn Stobbe über die Position des Vereins.

Ein ganz normaler Freitag wurde für den 1. FC Köln am Ende zu einem der aufregendsten Tage der jüngeren Vergangenheit: Erst endete der Transfer-Poker um Said El Mala (19) mit einem Knall, dann entschied das Oberverwaltungsgericht Münster nach dem jahrelangen Rechtsstreit um das Geißbockheim für den FC.

Präsident Jörn Stobbe (60) war in einer anschließenden Medienrunde sichtlich erleichtert und voller Vorfreude, den Ausbau des Trainingsgeländes nun auch mit Rechtssicherheit vorantreiben zu können. Fehler der Vergangenheit will der Klub-Boss aber keinesfalls wiederholen.

Jörn Stobbe betont Dialogbereitschaft beim FC

Stobbe sieht die Rechtmäßigkeit des 2020 erlassenen Bebauungsplans der Stadt Köln vor allem als Grundlage, um mit allen Streitparteien ins Gespräch zu kommen und die lange herrschende Eiszeit zu beenden.

„Wir müssen das Ganze als Startschuss begreifen, die Stadtgesellschaft, die Stadt und alle in Köln in der Diskussion mitzunehmen“, setzte Stobbe den Kurs für die künftigen Gespräche.

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Nach Jahren voller Stillstand und taktischer Spielchen hofft der Präsident jetzt auf ein gemeinsames Vorgehen und betonte ein wichtiges Anliegen abseits der sportlichen Komponente: „Wie kriegen wir es hin, dass wir den Naturschutz ganz groß fahren?“

Stobbe zeigte sich überzeugt: „Bei der Hitze in Köln ist es total wichtig, dass wir den Naturschutz stärken. Wir müssen aber auch ganz klar den Sport im Breitensport und Profisport stärken. Und ich bin fest davon überzeugt: Köln kann beides.“

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Seinen „Köln kann beides“-Appell wiederholte Stobbe am Nachmittag immer wieder. Er bot sich für den Dialog mit allen Kritikern an, auch dem Naturschutzbund (Nabu), der dem FC vor Gericht gegenübergestanden hatte und nach der Urteilsverkündung eine „herbe Niederlage für den Natur- und Umweltschutz in Köln“ beklagte.

Die Chance auf die Umsetzung der Optimalvorstellungen beim FC bezifferte Stobbe klipp und klar auf „null“, sagte unmissverständlich: „Wenn einer eine Optimalvorstellung durchkriegt, ist schon was falsch. Wir müssen auch Kompromisse machen. Die Hoffnung, dass wir Kompromisse kriegen, die ist groß.“

Von Klub-Seite stehen die Kompromissbereitschaft und das Streben nach einer gemeinsamen Lösung jetzt über allem. Stobbe wählt damit den sanften Weg, um endlich die entscheidenden Fortschritte bei der aus Vereinssicht längst überfälligen Erweiterung des Geißbockheims zu machen.

Nur mit netten Worten dürfte das „dicke Brett“ allerdings auch nicht zu bohren sein. „Wir verschließen nicht die Augen, dass es politisch schwierig ist. Bei der Diskussion gehen Freundschaften kaputt“, ahnte Stobbe über eines der seit Jahren brisantesten Themen im Kölner Stadtrat.

Der dortige sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Oliver Seeck, bekräftigte seinen Wunsch nach einer maßvollen politischen Herangehensweise: „Jetzt muss auch der Ausbau der Gleueler Wiese behutsam erfolgen – die Rechtslage ist geklärt, jetzt müssen wir im Stadtrat liefern.“

Darauf setzt nun auch der FC, der unabhängig davon rund um den Jahreswechsel mit dem Bau des Nachwuchsleistungszentrums beginnen wird. Dafür muss der Kunstrasenplatz neben dem Franz-Kremer-Stadion weichen. Eine im Stadtrat bereits bewilligte Lösung mit Satellitenplätzen soll dafür sorgen, dass dem Verein für das Training seiner Jugend- und Mädchenmannschaften dennoch ausreichend Plätze zur Verfügung stehen.

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