Eine EXPRESS.de-Umfrage hat zum ersten Amtsjahr des FC‑Präsidiums klare Signale geliefert.
„Viel, viel mutiger auftreten“So bewerten FC-Fans den Vorstand

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Freude bei der Saisoneröffnung auf den Vorwiesen des Stadions: (v.l.) Ulf Sobek, Jörg Alvermann, Philipp Liesenfeld, Thomas Kessler, Philipp Türoff, Jörn Stobbe
40 Prozent der FC-Fans nehmen die Arbeit des FC-Präsidiums kaum wahr oder können sie nicht beurteilen. 31 Prozent vermissen sportliche Kompetenz und Impulse. 15,1 Prozent bewerten die Arbeit als sehr gut, während 13,5 Prozent diese als schlecht beurteilen.
So lautet das aktuelle Zwischenergebnis einer Umfrage auf EXPRESS.de, an der aktuell knapp 2000 User teilgenommen haben.
„Da kann der FC viel, viel mutiger auftreten“
Am 27. September 2025 wählten die FC-Mitglieder Jörn Stobbe zum Präsidenten und Jörg Alvermann sowie Ulf Sobek zu seinen Stellvertretern. Rund ein Jahr später sprechen EXPRESS.de-Reporter Uwe Bödeker und KStA-Sportchef Christian Löer im FC‑Podcast „Wir waren klar besser“ über das Ergebnis.
Am deutlichsten sticht das Ergebnis der geringen Wahrnehmung (rund 40 Prozent) hervor. Die sei aber nicht automatisch ein schlechtes Zeichen, sagt Bödeker. „Wenn man nichts vom Präsidium hört, ist das eigentlich immer ein gutes Zeichen.“
Ein Vereinspräsidium könne im Hintergrund Projekte anschieben, Kommissionen gründen und Strukturen verändern: „Im Endeffekt hängt alles von den Ergebnissen ab.“
Wie bewertet ihr das FC-Präsidium nach einem Jahr?
Löer bekräftigt die typische Erwartung an einen Bundesliga-Vorstand, der nebenbei verspricht: „Champions League ist gebucht.“ Doch das jetzige FC-Trio mache solche Versprechen nicht, so der Reporter. Er beschreibt die drei vielmehr als seriöse Persönlichkeiten, die sich auf solche Ankündigungen nicht einlassen.
„Wenn sich Jörg Alvermann mit Themen wie der Satzungsreform beschäftigt, dann ist das aller Ehren wert. Aber natürlich nichts, was jetzt die große Öffentlichkeit eins zu eins mitbekommt und dann auch abfeiern könnte“, sagt Löer.
Auch Sobeks Arbeit in den FC-Abteilungen hebt der KStA-Sportchef hervor: „Ulf Sobek, finde ich, wirklich faszinierend, wie der es schafft, beim Frauenfußball und Mädchenfußball zu sein, bei der Jugend, beim Tischtennis, beim Handball. Das ist nämlich klassische e.V.-Arbeit eines Sportbeauftragten. Denn der 1. FC Köln ist ja nun einmal weit mehr als eine Bundesliga-Profimannschaft.“
Doch die Wahrnehmung des Präsidiums werde im Zweifel von den Ergebnissen der Profis bestimmt, betont Bödeker. Wenn der Klassenerhalt in Gefahr gerät und die Punkte ausbleiben, „dann brennt der Baum“, sagt er.
Die Zurückhaltung des Präsidiums bei der Entlassung von Lukas Kwasniok hält Bödeker zwar für richtig: „Ich finde das vollkommen richtig, dass das Präsidium bei der Entlassung von Kwasniok im Hintergrund sehr ruhig geblieben ist und eigentlich so die sportliche Führung hat entscheiden lassen.“
Fehlende Impulse sieht Bödeker aber beispielsweise beim Thema Geißbockheim. „Richtig was bewegt wird beim Thema Geißbockheim-Ausbau nicht. Da kann der FC viel, viel mutiger auftreten, auch in der Kommunikation mit der Stadt.“
Das allerdings erinnert Löer auch an frühere Kommunikationsfehler bei den Plänen rund um die Gleueler Wiese. Damals sei der FC „sehr breitbeinig durch die Stadt gelaufen“ und habe „sehr, sehr viele Menschen vor den Kopf gestoßen“.
Hohe Hürden und Hoffnung beim Kölner Stadionausbau
Beim Stadionausbau ging es derweil um ein anderes Vorhaben als um die Pläne am Geißbockheim. Präsident Jörn Stobbe hatte kürzlich öffentlich einen möglichen Ausbau des Rhein-Energie-Stadions auf bis zu 75.000 Plätze ins Spiel gebracht.
Löer verweist auf die Hürden: „Beim Stadion ist es ja ähnlich. Da gibt es dann auch viele Themen. Das ist leider nicht so einfach, vielleicht auch Gott sei Dank nicht so einfach.“
Bödeker hofft vor allem, dass das Projekt nicht über Jahre in Prüfungen und Genehmigungsverfahren steckenbleibt: „Eigentlich will man doch mal, dass so ein 1. FC Köln das mit der Stadt hinbekommt, in ein, zwei Jahren damit anzufangen, das Stadion entweder auszubauen oder ein neues zu bauen.“ (oke)
