Für sein Herzensprojekt investiert Neven Subotic auch sein privates Geld – was nicht mehr lange so weitergehen kann, wie der ehemalige Fußballprofi in einem Interview verrät.
„Bald aufgebraucht“Ex-FC-Profi spricht offen über Millionen-Vermögen

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Neven Subotic (l) feiert mit den Kölner Fans nach einem Spiel für den 1. FC Köln vor rund neun Jahren. Frederik Sörensen und Anthony Modeste jubeln kräftig mit.
Es ist eine beachtliche Offenbarung: Der ehemalige FC-Profi Neven Subotic (37) spricht offen über seine Finanzen, die „bald aufgebraucht“ sind.
Der gefeierte Bundesliga-Verteidiger, der seine besten Zeiten bei Borussia Dortmund erlebte und dort auch seine meisten Millionen als Fußballer verdient hat, berichtet in einem Interview von einer persönlichen Veränderung, die ihn bis heute eine Menge Geld kostet.
Früher Protz-Karren, heute Wasser für Afrika bei Neven Subotic
Hinter dem finanziellen Aderlass steckt eine Mission, für die sein Herz schlägt: die „well:fair“-Stiftung, ins Leben gerufen bereits 2012, als er noch auf dem Platz stand. Ungefähr vier Millionen Euro flossen laut Subotic aus eigener Tasche in das Projekt, wie er im Gespräch mit „sportbild.bild.de“ erklärt.
Köln-Fans erinnern sich: In der Rückrunde der Saison 2016/17 lief der Abwehrspieler zwölfmal im Geißbock-Trikot auf – auf Leihbasis vom BVB, unter Trainer Peter Stöger, in jenem Jahr, als der FC die Europa League erreichte.
Unter Kult-Trainer Jürgen Klopp hatte der frühere Nationalspieler Serbiens seine erfolgreichste Zeit, wurde zweimal Deutscher Meister und Pokalsieger. Damals bestimmten zunächst oberflächliche Dinge sein Leben, wie Subotic offen zugibt: „Ich hatte schnelle Autos, eine Villa mit Jacuzzi. Das war Handeln, ohne zu überlegen, einfach nur extrem.“
Doch um das Jahr 2010 herum sei die Wende gekommen. „Dann wollte ich Kontrolle, habe 2012 meine Stiftung gegründet“, sagt er. Seither gilt dieser Aufgabe seine ganze Hingabe, um in Ostafrika für sauberes Wasser zu sorgen.
Und das mit gewaltigem Erfolg: 439.255 Menschen wurde bereits geholfen, betont Subotic. Gestartet habe er mit einem Jahresumsatz von rund 76.000 Euro, heute bewege die Organisation fast fünf Millionen Euro im Jahr. Jeder Spenden-Euro landet zu 100 Prozent im Projekt, bekräftigt der Ex-Fußballer.
Neven Subotic: „Mein Geld ist endlich“
Doch die Last wächst. „Tatsächlich ist mein Vermögen bald aufgebraucht“, sagt der frühere Profi offen: „Mein Geld ist endlich.“ Auf die vier Millionen Euro aus eigener Tasche kommt die ehrenamtliche Arbeit noch dazu.
Subotic über seine Finanzen: „Ich habe 14 Jahre Profifußball gespielt, aber meine Gehälter waren brutto. Und so viele herausragende Jahre mit einem Millionengehalt hatte ich nicht. Das war eine Zeit lang beim BVB.“

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Jürgen Klopp bedankt sich bei Neven Subotic nach einem Champions-League-Erfolg gegen Galatasaray Istanbul im November 2014.
Deshalb seien Firmenpartnerschaften so wichtig: „Sie helfen, mit mir die Stiftungskosten und damit das Fundament zu tragen.“ Manchmal sitze er „14 Stunden vor dem Computer“, beschreibt Subotic seinen Einsatz. Seine Arbeit empfinde er als Segen und Bürde zugleich.
Seit dem Karriereende 2022 ist Dortmund sein Lebensmittelpunkt. Im selben Gebäude wie seine Stiftungs-Mitarbeiter lebt er – und hat dort eine neue Art Familie gefunden. Einen Traum hegt er noch: ein ruhiges Bier mit Jürgen Klopp. „Er hat mein Leben geprägt, aber wir hatten nie einen ruhigen Moment miteinander.“ (oke)

