Der 1. FC Köln verspielte in den Schlussminuten bei Union Berlin eine 2:0-Führung. Einige FC-Spieler hatten Probleme mit Krämpfen, die Kräfte ließen nach. Viele Fans fragten sich nach der Partie: Hat Köln etwa ein Fitnessproblem?
Trotz Platz 6 in der LauftabelleBei FC kommt Fitness auf den Prüfstand

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Der Kölner Klassenerhalt ist mit dem Punkt bei Union Berlin (2:2) nahezu gesichert. Am Sonntag (10. Mai 2026) will der 1. FC Köln aber alle Zweifel beseitigen und daheim gegen Schlusslicht Heidenheim punkten.
Nach der Saison und dem abschließenden Spiel bei Bayern München (16. Mai) wird man dann beim 1. FC Köln in der Analyse auch auf einen großen Themenkomplex in dieser Spielzeit eingehen müssen: Fitness und Verletzungen!
1. FC Köln investiert viel, hat aber auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen
Das Spiel des 1. FC Köln war in dieser Saison oft sehr laufintensiv, die Mannschaft spulte einige Kilometer ab. Aktuell liegt der FC in der Lauftabelle der Bundesliga auf Platz sechs. Nur Hoffenheim (3936,1 Kilometer), Bayern München (3924,7 Kilometer), Freiburg (3872 km), St. Pauli (3823,8 km) und Wolfsburg (3823,7) sind hier vor dem FC. Die Kölner spulten 3815,3 Kilometer ab.
Für einen Aufsteiger eine herausragende Leistung, auch wenn man das Gefühl hat, dass sich die Kölner nicht häufig genug für den geleisteten Einsatz mit Punkten belohnt haben.
Während der FC Bayern dem nächsten Titel entgegengaloppiert und Hoffenheim auf Rang sechs die Europa League anpeilt, kämpfte der FC bis zum Schluss um den Klassenerhalt. Die Statistik zeigt auch, dass Teams, die gegen den Abstieg kämpfen, generell mehr leisten müssen, um zu bestehen. Pauli, Wolfsburg und auch Heidenheim (7. mit 3814,5 km) rannten ähnlich viel, wie die Kölner.
Beim Blick auf die FC-Verletzungshistorie in dieser Saison kommt zwangsläufig die Frage auf: Sind die Spieler des FC für diese hohe Belastungsanforderung fit genug?
Im Laufe der Saison gab es zahlreiche Muskelverletzungen. Spieler wie Joel Schmied, Dominique Heintz, Jahmai Simpson-Pusey, Alessio Castro-Montes oder Jan Thielmann fielen im Winter teils mehrfach und länger aus. Ragnar Ache erwischte es Ende April, er verpasst die letzten vier Saisonspiele komplett.
Unter Trainer Lukas Kwasniok (44) wurde schon Ursachenforschung betrieben. Kwasniok wurde dann Ende März nach nur zwei Siegen aus 18 Spielen freigestellt, sein Co-Trainer René Wagner (37) übernahm. Beim jüngsten 2:2 bei Union Berlin liefen die Gastgeber 120 Kilometer, die Kölner 117,8 (gegen Leverkusen waren es in der Vorwoche noch fünf Kilometer mehr).
Einige FC-Profis hatten sichtlich zu kämpfen. Eric Martel und Tom Krauß plagten Krämpfe, Luca Waldschmidt musste ausgepowert nach einer Stunde runter.
Wagner nahm nach 71 Minuten auch Marius Bülter, Said El Mala und den sonstigen Dauerläufer Jakub Kaminski vom Feld, weil er den nötigen Druck in der Offensivreihe vermisste. Danach ging es den Bach runter und Union konnte noch das 2:2 erzielen. Bei Bülter reichte es konditionell nicht für mehr, er war in 71 Minuten auf dem Platz neun Kilometer gerannt. Kaminski kam auf 8,7 Kilometer, El Mala auf 7,3 Kilometer.
Die Themen Fitness und Verletzungen sind äußerst vielschichtig. Es geht um Ernährung, Versorgung mit Elektrolyten während und nach Spielen, Physiotherapie, Verletzungsprophylaxe und vor allem um Trainingsinhalte und Belastungssteuerung. Nach Informationen von EXPRESS.de setzte der FC unter Kwasniok dabei nicht in allen Bereichen auf die modernsten Analyseverfahren.
In der aktuellen Trainingssteuerung bei Profisportlern können Blutwerte oder Schlafanalysen wertvolle Hinweise geben. Ob das Kölner Trainerteam da künftig mehr investieren muss, um die Spieler bestmöglich auf harte Wettkampfbelastungen vorzubereiten? Oder muss auch von den Spielern mehr verlangt werden?
In der Vorbereitung unter Kwasniok mussten die Spieler in einigen Einheiten fünf Tempoläufe über 1000 Meter mit zwischenzeitlicher Joggingpause absolvieren. Die schnellsten Spieler hatten dabei eine Vorgabe von rund vier Minuten pro Kilometer.
Zum Vergleich: FC-Legende Jonas Hector (35) ist nach seiner aktiven Karriere im Oktober 2024 einen Marathon in 2:57,12 Stunden gelaufen. Bei den 42,192 Kilometern rannte er einen Schnitt von 4,13 Minuten. Hector kann auch im Ruhestand noch locker mit den FC-Profis mithalten.
Die FC-Verantwortlichen wissen: Will der FC sein laufintensives Spiel auch in der kommenden Saison umsetzen und dabei weniger Verletzte beklagen, muss im Hinblick auf Trainingssteuerung, Belastungsintensität, Datenanalysen und Ernährung jeder Stein umgedreht werden.


