FC zurück in Euro-Erfolgsspur?Baumgart will Fans neue Conference-League-Reisen schenken

Mark Uth (l.) und der 1. FC Köln (hier beim Heimspiel am 6. Oktober 2022) wollen Partizan Belgrad in der Conference League wieder überholen.

Mark Uth (l.) und der 1. FC Köln (hier beim Heimspiel am 6. Oktober 2022) wollen Partizan Belgrad in der Conference League wieder überholen.

Vierter Spieltag der Conference League: Der 1. FC Köln darf sich bei Partizan Belgrad keine Niederlage erlauben, muss in Serbien allerdings ohne seine Fans ran.

von Martin Zenge (mze)

Köln will zurück in die Euro-Erfolgsspur – und seinen ausgeschlossenen Fans weitere Conference-League-Touren schenken! Im Stadion Partizana muss der FC erstmals ohne die „Rote Wand“ bestehen, kann die Weichen wieder auf Weiterkommen stellen. Oder aber komplett den Anschluss verlieren…

2017 endete die internationale Reise in der Europa League in Belgrad, damals nach einer Pleite bei Roter Stern (0:1). Am Donnerstag (13. Oktober 2022, 18.45 Uhr, RTL+) will Köln in der serbischen Hauptstadt die Tür zum Achtelfinale wieder weit aufstoßen.

FC-Kapitän Jonas Hector: „Hoffe, dass das Spiel offener wird“

Kapitän Jonas Hector (32) sagt: „Der Spielverlauf letzte Woche mit dem frühen Tor hat Partizan in die Karten gespielt. Ich hoffe, dass es jetzt ein bisschen offener wird. Wir haben unseren Plan und wollen ihn über 90 Minuten durchziehen, um hier zu gewinnen.“

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Nach der 0:1-Niederlage im Heimspiel gilt definitiv: Verlieren verboten! Gewinnt Favorit Nizza gegen Underdog Slovacko (21 Uhr), wären Platz eins und zwei vor den letzten beiden Gruppen-Partien dann jeweils vier Punkte entfernt.

Kölner Fans werden aufgrund der Nizza-Strafe nur vereinzelt in den neutralen Bereichen erwartet. Die Geißböcke selbst durften bekanntlich keine Tickets verkaufen, haben nur ein internes Mini-Kontingent (50 Karten).

Trainer Steffen Baumgart (50): „Unsere Fans werden uns fehlen, aber wir wollen alles daransetzen, mit ihnen noch ein Auswärtsspiel zu erleben. Wir machen uns nicht so viele Gedanken darüber, dass sie leider nicht dabei sind, sondern darüber, wie wir die nächste Runde erreichen.“

Christian Keller über Fan-Aus: „Scheiße gelaufen für alle“

Bremst die fehlende Power aus dem Gästeblock den FC auf dem Weg ins Achtelfinale? Sportboss Christian Keller (43) meint: „Die Jungs sind in der Lage, sich zu fokussieren. Ich glaube nicht, dass das Drumherum eine größere Rolle spielen wird, dass die hitzige Atmosphäre die Mannschaft beeinflusst.“

Auch ohne Karten-Verkauf des FC sollen sich mehrere hundert Fans in der Stadt aufhalten. Trotz deutlicher Warnung des Klubs: „Vorstand und Geschäftsführung raten aus Sicherheitsgründen mit großem Nachdruck davon ab, Karten für die Partie in Belgrad beim Heimverein zu erwerben oder ohne Tickets nach Belgrad anzureisen.“Anzeige: Jetzt Gutschein für den Fanshop des 1. FC Köln gleich hier im EXPRESS-Gutscheinportal sichern!

Doch viele hatten sich unmittelbar nach Verkündung des Spielplans Ende August mit Flügen und Hotel-Buchungen eingedeckt, konnten nicht stornieren. „Das ist scheiße gelaufen für alle. Wir würden auch lieber mit Fans spielen und nicht 100.000 Strafe zahlen“, so Keller.

Mit voller Fan-Power durch Europa reisen, darf der FC erst wieder nach der Gruppenphase. Eine Extra-Motivation im Kampf ums Weiterkommen!

Stark: Bislang ließen sich die Kölner unter Baumgart nicht von Rückschlägen unterkriegen, verloren noch nie dreimal in Folge. In Belgrad wartet nach der Hinspiel-Pleite vor einer Woche und der Derby-Klatsche in Gladbach (2:5) allerdings eine ganz harte Nuss.

Einerseits, weil Partizan mit nur einer Niederlage aus 15 (!) Pflichtspielen auf einer Erfolgswelle schwimmt. Andererseits, weil der FC ausgerechnet jetzt im Hammer-Herbst einen Ausfall nach dem anderen zu beklagen hat. Vor allem die Knie-Verletzung von Mittelfeld-Star Dejan Ljubicic (25) schmerzt immens.

„Als wir uns qualifiziert haben, war klar, dass jeder Spieler gebraucht wird. Jeder in der Mannschaft weiß, dass er seine Minuten bekommt, und dann muss er da sein. Diesen Spirit haben wir“, sagt Kapitän Hector und macht klar: „Die Stimmung bei uns ist unverändert gut. Es bringt nichts, zehn Tage Trübsal zu blasen.“ Der FC will Revanche und zurück an die Gruppenspitze! 

So könnte der 1. FC Köln in Belgrad spielen: Schwäbe – Schindler, Hübers, Soldo, Hector – Skhiri – Huseinbasic, Duda, Kainz – Adamyan, Dietz