„Schwer, dass einer unterschreibt“11 Profis von FC-Strafe betroffen – diese Transfer-Wünsche drohen zu platzen

Jonas Hector führt beim Bundesliga-Spiel für den 1. FC Köln gegen den VfL Bochum einen Einwurf aus.

Sollte es bei der Transfersperre bleiben, wäre ein Verbleib von Jonas Hector (hier am 10. März 2023 gegen den VfL Bochum) für Steffen Baumgart und den 1. FC Köln umso wichtiger.

Was genau bedeutet die Hammer-Strafe der Fifa für die Kaderplanung des 1. FC Köln? Noch sind viele Fragen offen. Zahlreiche Transfers könnten platzen, die Pläne mit auslaufenden Verträgen sich ändern.

von Martin Zenge (mze)

Die Fifa-Transfersperre für die komplette Saison 2023/24 schockt den 1. FC Köln – und lähmt sämtliche Kader-Planungen! Die Geißböcke wollen eigentlich in allen Mannschaftsteilen nachbessern, können sich Zusagen von neuen Spielern jetzt aber erst mal abschminken.

Sportboss Christian Keller (44) schlägt Alarm: „Es wird schwer sein, dass ein Spieler hier einen Vertrag unterschreibt. Auch wenn er vielleicht kurz davor ist. Das würde ich als Spieler auch so machen.“ Der Internationale Sportgerichtshof (Cas) könnte die Strafe kippen oder zumindest zunächst aussetzen  – derzeit ist die Lage allerdings einfach zu unklar.

Leart Paqarada: Stand jetzt keine Spielberechtigung für 1. FC Köln

Nach EXPRESS.de-Infos sucht der FC im Normalfall für zahlreiche Positionen Nachschub: Je nachdem, wie die letzten Vertrags-Entscheidungen ausfallen, stehen ein Torwart, ein Innenverteidiger, ein Rechtsverteidiger, ein Sechser, ein Zehner, eine weitere Sturm-Option und eventuell Flügel-Alternativen auf dem Wunschzettel.

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Einen Linksverteidiger hatten die Kölner mit Leart Paqarada (28) bekanntlich schon fest verpflichtet. Der Pauli-Kapitän hat sich im Januar bis 2026 an den FC gebunden – und steht jetzt vor einer ungewissen Zukunft! Ohne Spielberechtigung wäre sein Vertrag wohl unwirksam.

Keller erklärt: „Leart hat bei uns nach deutschem Arbeitsrecht einen gültigen Vertrag. Wenn das Urteil so bleibt, würde er ab 1. Juli aber kein Spielrecht beim FC bekommen. Ob wir ihn verleihen können, ist eine gute Frage, die wir beantworten müssen.“ 

Und nicht die einzige: Neben den geplanten Transfers sind bis zu elf weitere FC-Personalien betroffen! Zum einen die verliehenen Profis Marvin Obuz (21, Kiel), Meiko Sponsel (21, Essen), Jens Castrop (19, Nürnberg), Ondrej Duda (28, Hellas Verona) und Noah Katterbach (21, HSV). Besonders bei den drei Letzteren wird es interessant, da die jeweiligen Klubs Kauf-Optionen besitzen.

FC-Sportboss Christian Keller: „Dann brauchen wir einen Plan B“

Keller ist noch auf der Suche nach Antworten, meint: „Im Urteil steht nur, dass uns untersagt wird, neue Spieler zu registrieren. Was ist ein neuer Spieler? Auch ein Spieler, der aus einer Leihe zurückkommt? Der ist bislang auch nicht bei uns registriert.“ 

Das Reglement der Fifa ist eindeutig, was Ausnahmen des Transferbanns angeht. Unter Paragraf 25.3 wird die „Rückkehr nach Leihgabe eines Berufsspielers, sofern die Leihvereinbarung von selbst abgelaufen ist“ erlaubt.

Ebenso die „Verlängerung der Leihgabe eines Berufsspielers über die natürliche Dauer der Leihvereinbarung hinaus“ und die „definitive Verpflichtung eines Berufsspielers“, was nahelegt, dass Innenverteidiger Jeff Chabot (25, bis 30. Juni von Sampdoria Genua geliehen) weiterhin für den FC auflaufen darf.

Dazu kommen die auslaufenden Verträge. Zumindest herrscht hier rechtliche Klarheit, wie Keller erklärt: „Die können wir verlängern, weil die Spieler aktuell für den FC registriert sind.“

Kann der Klub ohnehin kein Geld für neue Spieler ausgeben, könnte er dem wechselwilligen Ellyes Skhiri (27) ein unmoralisches Angebot unterbreiten, um ihn zumindest noch ein Jahr zu behalten. Ob sich der Abgang des Tunesiers dadurch stoppen lässt? Kaum zu glauben.

Beeinflusst die FC-Strafe Jonas Hectors Zukunfts-Planung?

Dafür könnte Kapitän Jonas Hector (32) mal wieder zum FC-Retter werden! Einst ging er mit den Geißböcken als Nationalspieler in die 2. Bundesliga, jetzt liebäugelt der Linksverteidiger mit dem Karriereende. Die Schock-Strafe könnte ihn zum Umdenken bewegen – ein Hoffnungsschimmer!

Kingsley Schindler (29), bei dem zuletzt vieles auf einen Abschied hindeutete, darf bei einem Transferverbot auf eine neue Köln-Chance hoffen. Eine Weiter-Verpflichtung von Sebastian Andersson (31) dagegen erscheint trotz vorsichtiger Trainings-Rückkehr und Fifa-Sanktion unwahrscheinlich. Nehmen Sie hier an der EXPRESS.de-Umfrage teil:

Noch spannender wird die Personalie Timo Horn (29). Ähnlich wie bei Hector ist sein großes FC-Herz unbestritten. Da der Klub keine neue Nummer zwei holen könnte, dürften die Verhandlungen mit Horn zusätzliche Fahrt aufnehmen.

„Es gibt jetzt zwei Plan-Szenarien. Das eine ist: Wir können so weitermachen, wie wir das eigentlich machen wollten. Das andere ist: Das Fifa-Urteil hat Bestand, dann brauchen wir einen Plan B“, sagt Keller.