Zwischen Jugend & Japan Der Matchplan der FC-Bosse

Die zehn Punkte des Matchplans zur Zukunft des 1. FC Köln

Der Matchplan der FC-Bosse

Köln. Die Wahl von Carsten Wettich zum Vizepräsident, die Entlastung des Vorstands, die Kritik von Lukas Podolski, die Rüge für den sorglosen Umgang mit gemeinnützigen Geldern durch ehemalige Vizepräsidenten – so lange die virtuelle Mitgliederversammlung war, sie hatte doch ihre Höhepunkte und Aufreger. Was dabei in der Nachbetrachtung etwas unterging: Mit dem „FC-Matchplan“ haben sich die Bosse ihre Strategie vorgestellt. „Planbar und messbar“ solle die sein, hatte Werner Wolf im Lauf des Abends gesagt. Es sind Ziele und Pläne zwischen Jugend und Japan, Ziele, an denen sich der Vorstand des 1. FC Köln in Zukunft messen lassen will und wird.

Matchplan des 1. FC Köln enthält 10 Punkte

Zehn Punkte hat der Vorstand des 1. FC Köln skizziert, an denen man in Zukunft arbeiten will. „Alles basiert auf den Werten des 1. FC Köln“, hatte Vizepräsident Carsten Wettich betont. Das übergeordnete Ziel ist klar: Man will ein unabhängiger Klub bleiben, der einen fanzentrierten Fußball bietet.

Carsten Wettich vor der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln

Carsten Wettich vor der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln

Um allerdings wirtschaftlich mit den Konkurrenten mithalten zu können, will man vor allem auf zwei Säulen setzen: Im sportlichen Bereich mit strategischen Entscheidungen mehr Ertrag aus den eingesetzten Mitteln ziehen und mit verschiedenen Maßnahmen neue Geldquellen erschließen, um ohne den Verkauf von Anteilen die Lücke zu Klubs in der oberen Tabellenhälfte schließen zu können.

Sportlicher Bereich: Wertsteigerung durch strategische Planung

Nach dem seit Jahren im sportlichen Bereich die Millionen allzu leichtfertig verbrannt wurden, soll nun durch kluge Planung der Wert des Kaders gesteigert werden. Weil man das Horst Heldt nicht zutraute, hatte man sich für die Trennung vom Sportchef entschieden. In den letzten Monaten wurde bereits die Scouting-Abteilung neu aufgestellt, um Schnäppchen auf dem Transfermarkt zu finden.

Carsten Wettich, Werner Wolf, Eckhard Sauren vom 1. FC Köln

Der Vorstand des 1. FC Köln präsentierte am 17. Juni 2021 seine Pläne für die FC-Zukunft.

Allerdings fehlt dem FC für zukunftsweisende Transfers das nötige „Spielgeld“. Bleibt im Grunde nur sich auf die eigenen Stärken besinnen. „Wir haben eine exzellente Jugendarbeit“, sagt Vizepräsident Eckhard Sauren. „Unser Ziel ist, in jeder Saison mindestens einen Spieler bei den Profis zu etablieren.“ So ist die Jugend ein zentraler Pfeiler des Konzepts, ein neuer Fall Florian Wirtz, bei dem der FC ein Jahrhunderttalent an Konkurrent Bayer Leverkusen verlor, soll verhindert werden. Sauren: „Wir haben bereits elf Talente in den letzten Monaten langfristig an den Verein binden können.“

Trotzdem muss der Klub den Fehler vermeiden, aus Reflex aus dem Verlust eines Supertalents direkt Verträge an Jugendspieler zu verteilen, bei denen fraglich ist, ob sie den Sprung in den Profibereich wirklich schaffen können.

Die Ausbildung der Talente hat also oberste Priorität. Dafür will man weiter auch für den Ausbau des Trainingszentrums am Geißbockheim kämpfen. Der Mitgliederrat unterstützt den Vorstand dabei, der Vorsitzende Ho-Yeon Kim (39) forderte in seiner Rede die Stadt Köln auf, wieder ein verlässlicher Partner in dieser Angelegenheit zu werden.

1. FC Köln nimmt Fokusmarkt Japan ins Visier

Die zweite Säule ist eine Steigerung der Einnahmen. So sollen nach den positiven Erfahrungen mit dem neuen Ausrüstervertrag auch künftige Sponsorendeals per Pitch-Verfahren höhere Einkünfte bringen. Im Merchandising und beim Stadionerlebnis will man weitere Potenziale heben. Mit Beteiligungen an Start-Ups oder auch beim E-Sport will sich der 1. FC Köln breit aufstellen.

Und auch das Thema Internationalisierung steht wieder auf der Agenda. Nach dem gescheiterten China-Abenteuer analysierte man andere Märkte wie beispielsweise die USA. Doch die Wahl fiel auf ein anderes Land: „Wir haben uns auf Japan als Fokusmarkt festgelegt“, sagt Präsident Werner Wolf und verwies auf die Verbindungen, schon wegen des Yasohiko Okudera (69), der als erster Japaner in der Bundesliga beim FC spielte, später wurde dann Pierre Littbarski (61) im Land der aufgehenden Sonne zum Idol, zuletzt holte Weltmeister Lukas Podolski (36) mit Vissel Kobe den japanischen Pokal. So ist der Klub für viele japanische Fußball-Fans bereits ein Begriff. Konkrete Reisen sind allerdings noch nicht geplant, aber eine Institutionalisierungsgruppe hat aber die Arbeit bereits aufgenommen.

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