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„Unsere Planungen stehen“Gisdol über seine FC-Zukunft, Transfers und Uth

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Markus Gisdol im Gespräch mit Kapitän Jonas Hector

von Jürgen Kemper (kem)Martin Zenge (mze)

Köln – „Das Spiel wird sich verändern. Es wird extrem ehrlich werden.“ So FC-Trainer Markus Gisdol (50) im ersten Teil des großen EXPRESS-Interviews über die Auswirkungen der Corona-Krise (hier lesen Sie mehr). 

Jetzt gibt Gisdol Einblicke in die FC-Pläne! In Teil zwei erklärt der Schwabe seinen Erfolg in Köln, seine Kader-Vorstellungen und seinen Uth-Wunsch.

Markus Gisdol, Sie sind mittlerweile knapp ein halbes Jahr beim FC. Zu Beginn gab es im Umfeld Skepsis, mittlerweile erstellen die Fans schon Fotomontagen von Ihnen als Hennes Weisweiler mit der Meisterschale. Bei allem Optimismus, damit konnte keiner rechnen.

Alles zum Thema Markus Gisdol

Natürlich wünscht man sich, dass es so läuft. Im Nachhinein war mein Start in Köln gar nicht so schlecht. Die Erwartungen in den ersten Wochen waren wirklich niedrig. Ich habe versucht, mich davon nie beeinflussen zu lassen. Ich wollte einfach ich selbst sein und habe mich sehr stark auf die Beziehung zu meiner Mannschaft konzentriert. Entscheidend war, dass die Jungs offen waren. Wir haben schnell einen Draht zueinander gefunden.

Es wirkt, als hätten Sie und der FC nur aufeinander gewartet!

Es macht jeden Tag sehr viel Spaß, deswegen bin ich so positiv, dass es vielleicht sogar nach außen strahlt. Das liegt auch daran, dass ich in der Stadt total angekommen bin. Mir persönlich gegenüber habe ich ohnehin nie Vorbehalte gespürt. Meine Mentalität passt einfach zu der rheinischen und zu der Mentalität unserer Mannschaft. Es hat gefunkt. Es passiert ganz selten, dass man sich nach fünf Monaten schon so wohlfühlt. Ich weiß auch, dass gerade alles toll ist, weil wir erfolgreich sind – aber ich kann mir vorstellen, mit diesem Klub langfristig einen gemeinsamen Weg zu gehen. Wir haben angefangen, hier ein Team zu bauen. Und es ist noch so viel Potenzial da, dass ich gar nicht abschätzen kann, wo das noch hinführt. Ich habe große Lust, den FC weiterzuentwickeln.

Markus Gisdol: „Mache mir keine Gedanken über neuen Vertrag“

Klingt, als würden Sie gerne über 2021 hinaus verlängern…

Das sind Dinge, über die ich mir tatsächlich keine Gedanken mache. Der Verein sagt immer, er möchte Kontinuität. Und jeder sieht, wie wir arbeiten. Das bin ich auch nicht alleine. Ich kann meinen Job deswegen so gut machen, weil ich mit Horst Heldt einen super Manager an meiner Seite habe. Auch das Trainerteam, Alexander Wehrle und Frank Aehlig – das ist eine Verbundenheit, eine Verzahnung, die einfach passt. So ein Miteinander lässt sich nicht konstruieren.

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FC-Trainer Markus Gisdol beim EXPRESS-Termin im Geißbockheim. Natürlich wurde der notwendige Abstand eingehalten.

Mit ihrem Trainerteam und Horst Heldt treffen Sie sich auch regelmäßig zum internen Wettkampf. Worum geht es?

Die sind gerade alle glücklich, dass ich derzeit wegen meines Faserrisses aussetzen muss. Sonst musste der Horst immer an mich zahlen. Jetzt schnappt er sich ab und zu mal zehn Euro von den Co-Trainern für das Sparschwein seines Sohnes – normal bekomme ich die (lacht). Es geht darum, auf dem Trainingsplatz möglichst nah an eine bestimmte Linie zu schießen. Wer gewinnt, darf die nächste Linie bestimmen. Bis einer drei Punkte hat. Das ist so unsere wöchentliche Challenge, und der Letzte muss zahlen.

Wussten Sie, dass es mit Heldt so gut funktionieren würde? Zu Beginn Ihrer Amtszeit gab es Gerüchte über Unstimmigkeiten aus Ihrer gemeinsamen Schalker Zeit.

Darüber habe ich von Anfang an geschmunzelt. Wir hatten immer schon ein gutes Verhältnis. Auf Schalke damals war es eine ganz andere Situation: Er war Manager und ich war Co-Trainer, da hatte ich vom Arbeitsaufwand viel weniger mit ihm zu tun. Als es hieß, dass ich hier zeitgleich mit Horst anfange, hatte ich sofort ein Top-Gefühl.

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Markus Gisdol und Horst Heldt haben den FC wieder in die Spur gebracht.

Zu seinen ersten FC-Transfers kann man ihm auch nur gratulieren.

Die habe ich gemacht (lacht). Nein, Spaß. Das ist ja immer ein Gesamtprodukt. Wir sitzen zusammen, schauen uns die Spieler an und entscheiden gemeinsam. Wenn Horst mich nach Mark Uth fragt, sage ich: „Na klar, den kenne ich, den kannst du blind holen, das ist ein Spieler, der zu 100 Prozent passt.“ Bei Toni Leistner konnte uns Frank Aehlig mit wertvollen Informationen helfen. Dazu Elvis. Direkt drei Volltreffer in der Winterpause, da liegt die Messlatte hoch. Es gehört aber auch ein bisschen Glück dazu. Es ist jedem von uns auch schon mal so gegangen, dass er nach zwei Wochen dachte: Wird Zeit, dass er mal seinen Bruder schickt (lacht).

Markus Gisdol: Mark Uth soll beim 1. FC Köln bleiben

Wie ist der Stand bei Mark Uth, der nur bis Saisonende von Schalke ausgeliehen ist?

Der Stand ist so, dass Horst, Alex und ich sehr gerne hätten, dass er bei uns bleibt. Alles andere regeln die beiden, wenn ich nicht dabei bin. Durch die gegebenen Voraussetzungen können wir zwar planen, aber nicht so schnell voranschreiten, wie wir gerne würden. Aufgrund der aktuellen Situation sind die finanziellen Rahmenbedingungen für die kommende Saison noch nicht abschließend abzusehen. Deswegen müssen wir vorsichtig sein. Was unsere Vorstellungen betrifft, sind wir schon sehr klar. Die Planungen stehen.

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Mark Uth (r.) ist bis Saisonende vom FC Schalke 04 ausgeliehen. Trainer Markus Gisdol will ihn behalten.

Was für eine Mannschaft planen Sie? Wollen Sie den FC umkrempeln?

Ich würde sofort mit genau derselben Mannschaft in die neue Saison gehen. Diese Truppe ist sehr ausgewogen und gut. Natürlich sehen wir immer wieder Details, die man anpassen kann. Aber es ist kein großer Umbruch notwendig. Wir haben erst im November angefangen, etwas zu entwickeln. Dieser Prozess ist nicht nach einem halben Jahr abgeschlossen. Wir wissen, was wir an den Jungs haben. Sie kontinuierlich über die nächsten Jahre zu entwickeln, ist unser Ziel. Diesen Prozess bestimmen wir aber nicht alleine, weil uns auch mal ein richtig guter Spieler verlassen wird. Von unserer Seite aus wird es bei kleinen Veränderungen bleiben. 

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Markus Gisdol auf dem Trainingsplatz

Ein Spieler, der Rätsel aufgibt, ist Birger Verstraete, der zuletzt ja auch durch seine Corona-Kritik für Schlagzeilen sorgte. 2020 stand er noch kein Mal im Kader. Woran liegt das?

Meistens ist es so, dass der einzelne Spieler gar nicht so nachlässig ist, sondern andere einen großen Sprung gemacht haben. Für mich ist das Wichtigste, mit den Spielern intern klar zu sein, ihnen zu erklären, was fehlt – aber das ist nichts für die Öffentlichkeit. Birger hat genau die gleichen Chancen wie jeder andere auch, auf dem Platz zu stehen und zu liefern.

Thomas Kesslers Vertrag wird nicht verlängert. Suchen Sie einen neuen Herausforderer für Timo Horn oder trauen Sie Julian Krahl diese Rolle zu?

Auch das klären wir intern, ohne Druck. Damit sind wir bislang sehr gut gefahren. Denken Sie an Toni Leistner. Der kam für viele vielleicht überraschend. Aber wir waren uns sicher, dass Toni diese Qualität hat.