„Keine Gedanken machen“ Mark Uth: Neues Tore-Ziel & Zukunfts-Botschaft an die FC-Fans 

Mark Uth und Steffen scherzen im Training des 1. FC Köln.

Mark Uth und Steffen Baumgart scherzen im Trainingslager des 1. FC Köln in Donaueschingen (4. Juli 2022) über ihre Form. 

Mark Uth ist vor der anstehenden Euro-Saison mit dem 1. FC Köln bis in die Haarspitzen motiviert. Der Zehner spricht im exklusiven EXPRESS.de-Interview über sein Verhältnis zu Trainer Baumgart.

Er hat schon richtig Bock auf Europa! Mark Uth (30) ist die Vorfreude auf die kommende Saison mit dem 1. FC Köln schon deutlich anzumerken. Der Porzer gehört in den ersten Tagen im Trainingslager in Donaueschingen zu den Auffälligsten, gibt in jeder Einheit Vollgas und brennt auf den Saison-Start. 

Im Interview mit EXPRESS.de spricht Uth über den Traum von der Conference League, sein Verhältnis zu Steffen Baumgart (50) und seine selbst gesteckte Tor-Marke.

Mark Uth: Motiviert bis in die Haarspitzen

Mark Uth, Sie haben beim Auftakt gesagt, dass sie die vergangenen Wochen nur Badeschlappen anhatten. Dafür wirken Sie sehr fit und motiviert. Wie groß ist die Vorfreude auf den Start?

Mark Uth: Bisher konnte ich das ganze Programm mitmachen. Vergangene Saison war ich zu Beginn etwas krank, deshalb hatte ich Probleme mit den intensiven Läufen. Jetzt fühle ich mich richtig gut, bin topfit und motiviert bis in die Haarspitzen.

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Vor allem wegen Europa?

Uth: Ja klar, ich freue mich mega darauf. Es ist großartig, dass wir die Möglichkeit bekommen, uns über die Quali-Spiele für Europa zu qualifizieren. Ich durfte das in meiner Karriere schon zweimal erleben und es war jedes Mal fantastisch, international dabei zu sein. Das macht einfach unheimlich viel Spaß, dafür bin ich Fußballer geworden.

Wie erleben Sie die Euro-Euphorie im Umfeld?

Uth: Dass nicht nur ich richtig Bock darauf habe, sondern ganz Köln auf diese Spiele brennt. Ich bin mir sicher, dass das Stadion rappelvoll sein wird und die Fans uns nach Europa tragen werden.

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Ein Fan war besonders euphorisch. Er hat sich Ihren Namen auf den Oberschenkel tätowieren lassen. Was sagen Sie zu dieser Aktion?

Uth: Das ist schon sehr verrückt. Er hatte mir eine Wette angeboten: Wenn wir es nach Europa schaffen, dann lässt er sich meinen Namen tätowieren. Da habe ich keine Sekunde gezögert und sofort eingeschlagen. Ich finde es bemerkenswert, dass er das dann tatsächlich auch gemacht hat. Das hat Größe, Wettschulden sind Ehrenschulden.

1. FC Köln: Zwischen Uth und Baumgart passt es „sehr gut“

Wenn Ihnen der Trainer noch mal Europa versprechen würde, wie sähe es dann bei Ihnen mit einem Steffen-Baumgart-Tattoo aus?

Uth: (lacht) Davon bin ich ganz weit weg. Ich habe auch keine Tattoos, das ist nicht mein Ding. Aber klar: Wir beide verstehen uns super. Mit der Zeit habe ich seinen Stil auch total verinnerlicht. Ich glaube, das hat man vor allem im letzten Saisondrittel gesehen, als ich in meinen Augen deutlich bessere Spiele gemacht habe. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft in dieser Phase helfen konnte. Steffen Baumgart vertraut mir, deshalb lässt er mich auf meiner Lieblingsposition, der Zehn, spielen. Und ich kann ihm auch blind vertrauen, weil ich an seinen Fußball glaube. Deshalb passt es sehr gut zwischen uns.

Sie haben die Anlaufzeit angesprochen. Gibt es dafür rückblickend eine Erklärung?

Uth: Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, seinen Fußball zu verstehen und die Intensität dementsprechend hochzuhalten. Dazu kam, dass ich auf verschiedenen Positionen gespielt habe. Meine beste Position ist einfach die Zehn, auf der ich mich frei bewegen kann. Wenn ich das Selbstvertrauen habe und das Vertrauen des Trainers spüre, kann ich mich am besten entfalten. Das konnte ich vergangene Saison leider erst spät zeigen. Auch wenn ich bis dahin oft keine schlechten Spiele gemacht habe, konnte ich die Mannschaft und mich nicht belohnen.

Mark Uth im Training des 1. FC Köln.

Mark Uth (hier am 4. Juli 2022) sprüht im Trainingslager in Donaueschingen vor Spielfreude. 

Wie sehr hilft es Ihnen im Hinblick auf den Saisonstart, dass Sie den Baumgart-Fußball inzwischen komplett verinnerlicht haben?

Uth: Das hilft mir natürlich sehr. Es ist nie leicht, wenn ein neuer Trainer mit neuen Ideen kommt, alles direkt umzusetzen. In der letzten Saison haben wir es als Mannschaft insgesamt trotzdem sehr gut gemacht und ich bin auch immer besser reingekommen. Jetzt kenne ich alles, da geht vieles leichter von der Hand.

Steigen damit auch die Ihre Ansprüche an sich selbst?

Uth: Mein großes Ziel ist es, von Anfang an wichtig für die Mannschaft zu sein. Als Angreifer will ich Scorerpunkte sammeln. Es ist aber wichtiger, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind. Dann ist es auch nicht entscheidend, ob ich den letzten oder den vorletzten Pass spiele. Ich denke, wenn ich weiter hart arbeite, kommen die Erfolgserlebnisse von allein.

Haben Sie sich eine konkrete Marke gesetzt?

Uth: Vergangene Saison hatte ich 13 Scorerpunkte. Ich möchte mich gerne steigern. Für die neue Spielzeit nehme ich mir daher 15 Torbeteiligungen vor. Wenn ich 20 schaffe, wäre es eine überragende Saison.

Wie sehen Sie den Kader im Vergleich zur vergangenen Saison aufgestellt?

Uth: Wir haben uns individuell verstärkt. Ich glaube, dass wir gute Jungs dazugeholt haben. Ich denke, die Verantwortlichen haben unsere Verbesserungspotenziale ausgemacht und dementsprechend verpflichtet. Ich glaube, dass wir vor allem Tempo im Offensivbereich dazubekommen haben. Das hat uns letzte Saison ab und an vielleicht gefehlt. Dazu war es sehr wichtig, dass wir Stammspieler wie Benno Schmitz oder Florian Kainz behalten konnten. Wir haben sehr viele Spiele vor der Brust. Da ist es ganz wichtig, dass wir einen breiten Kader haben, um rotieren zu können.

Steffen Baumgart hat kürzlich gesagt: „Oben ankommen ist das eine, oben bleiben das Schwierige.“ Wie sehen Sie das?

Uth: Das sehe ich ähnlich. Man kann immer mal eine gute Saison haben, die zu bestätigen, ist meist schwieriger. Wir trainieren daher noch härter, um auf alles vorbereitet zu sein. Wir wissen, was auf uns zukommt und wollen daher noch flexibler werden. Ich sage: Wenn wir unseren Fußball weiter so spielen und Steffens Philosophie weiter verinnerlichen, dann können wir auch diese Saison wieder eine gute Saison spielen.

Haben Sie ein konkretes Ziel?

Uth: Mit einem konkreten Ziel tue ich mich schwer. Plausibel ist es, den Klassenerhalt auszurufen. Ich denke, wir sind vergangene Saison sehr gut damit gefahren, zunächst mal auf die 40 Punkte zu gehen. Wir werden das wieder so machen. Die Belastung für uns wird höher, die wenigsten von uns haben in ihrer Karriere im Drei-Tages-Rhythmus gespielt, von daher müssen wir erst mal sehen, wie wir damit als Mannschaft klarkommen.

Für Sie beginnt die Saison direkt mit einem besonderen Spiel: Es geht gegen Ihren Ex-Klub Schalke 04. Was erwarten Sie da?

Uth: Ich freue mich auf das Spiel, ich kenne noch einige Jungs und Mitarbeiter aus meiner Zeit. Auch über ihren Aufstieg habe ich mich gefreut, Schalke gehört in die Bundesliga. Es gibt wohl kaum ein geileres Auftaktspiel als FC gegen Schalke. Es sind zwei absolute Traditionsvereine mit unglaublicher Wucht. Wir spielen zu Hause und wollen die drei Punkte natürlich bei uns behalten.

Ist die Bundesliga stärker als letzte Saison?

Uth: Absolut. Das Niveau ist noch mal gestiegen, mit Schalke und Bremen ist ordentlich Qualität hochgekommen. Der Klassenerhalt wird ein ganz harter Kampf, da entscheiden am Ende wahrscheinlich Nuancen. Ich denke, wir werden eine Saison mit Top-Niveau sehen.

Zum Schluss: Sie haben noch einen Vertrag bis 2023, der sich per Klausel bis 2024 verlängert. Hat die schon gegriffen?

Uth: Dazu will ich im Detail nichts sagen. Jeder weiß aber, dass ich nie einen Hehl daraus gemacht habe, dass ich mich hier wohlfühle. Ich denke, die FC-Fans müssen sich keine Gedanken machen.

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