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Hammer-Strafe nach Platzsturm und Pyro FC-Bosse gehen gegen DFB-Urteil vor: „Falsch & nicht zielführend“

Fans des 1. FC Köln im Strafraum bei den Feierlichkeiten.

1.FC Köln gegen den VfL Wolfsburg am 7. Mai 2022: Der Platzsturm der Fans kommt den FC teuer zu stehen.

Das tut weh! Der 1. FC Köln ist zu einer saftigen Geldstrafe vom DFB verurteilt worden. Doch so einfach wollen sie die nicht schlucken.

Das hat dem 1. FC Köln gerade noch gefehlt. Der ohnehin finanziell schon schwer angeschlagene Bundesligist soll nun eine hohe Geldstrafe zahlen.

Der FC ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen vier Fällen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger mit einer Geldstrafe in Gesamthöhe von 231.200 Euro belegt worden. Das wurde am 4. Juli 2022 bekannt gegeben. Die bislang höchste Strafe der Vereinsgeschichte musste der FC 2011 bezahlen. Damals betrugen die Kosten 152.000 Euro - allerdings verteilt auf 34 Spiele.

1. FC Köln muss 231.200 Euro Strafe an den DFB zahlen

Was war genau passiert, dass es zu so einer Hammer-Strafe kommt?

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Es geht gleich um mehrere Vergehen aus dem heißen Kölner Frühjahr 2022. Kölner Zuschauerinnen und Zuschauer hatten in den Spielen bei Union Berlin am 1. April, gegen Mainz (9. April) sowie den VfL Wolfsburg (7. Mai) und beim VfB Stuttgart (14. Mai) in teilweise erheblichem Maße pyrotechnische Gegenstände gezündet.

Sanktioniert wurde aber auch der Platzsturm von mehr als 1000 Fans in Köln nach dem Wolfsburg-Spiel. Da herrschte die pure Freude bei den Anhängern, weil das internationale Geschäft erreicht wurde.

Der Platzsturm verlief friedlich, dennoch wird dies nicht geduldet seitens des DFB und kommt den FC damit teuer zu stehen.

Trotz der 0:1-Niederlage gegen den VfL hatte der 1. FC Köln damals den Europapokaleinzug perfekt gemacht, die Anhänger verschafften sich in Massen Zugang zum Innenraum. Nach der Saison war dann klar: Köln spielt in der Conference League, erstmal in den Playoffs.

Die Strafen stückeln sich wie folgt: Kölner Fans zündeten bei Union Berlin mindestens 60 pyrotechnische Gegenstände, „wofür gemäß dem Strafzumessungsleitfaden eine Geldstrafe in Höhe von 60.000 Euro verhängt wurde“, so heißt es in einer Mitteilung des DFB.

Gegen den FSV Mainz wurden mindestens 18 solcher Gegenstände abgebrannt – Strafe: 18.000 Euro. Gegen Wolfsburg wurden dann bis zum Abpfiff 21 Pyros gezündet, danach noch der Platzsturm mit mindestens vier weiteren Pyros. Tagesstrafe hier: 36.000 Euro.

In Stuttgart wurden dann mindestens 66 pyrotechnische Gegenstände verfeuert, das Spiel musste eine Minute später beginnen, während der Partie folgten laut DFB weitere 38 Pyros. Dieses Spiel ist für den FC am teuersten: 117.200 Euro.

Auch andere Klubs aus der Bundesliga müssen blechen, allerdings fallen die Strafen dort nicht ganz so üppig aus.

Auch Eintracht Frankfurt muss Strafe bezahlen

Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt wurde wegen fünf Fällen „eines unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger und einem nicht ausreichenden Ordnungsdienst“ mit drei Geldstrafen in Gesamthöhe von 44.000 Euro belegt.

Union Berlin muss 10.00 Euro bezahlen, die Zweitligisten SC Paderborn und FC St. Pauli wurden zu Strafen in Höhe von 6.900 und 3.600 Euro verdonnert.

Frankfurt, Union, Paderborn und St. Pauli haben den Urteilen zugestimmt, diese sind damit rechtskräftig.

1. FC Köln geht gegen hartes Urteil des DFB vor

Die FC-Verantwortlichen wollen das Urteil jedenfalls nicht einfach so schlucken. FC-Geschäftsführer Christian Keller begründet den Gang ins schriftliche Verfahren des DFB-Sportgerichts am 5. Juli 2022: „Wir halten das Strafmaß für unverhältnismäßig hoch. Es berücksichtigt nicht die besonderen Pandemie-bedingten Herausforderungen, in der sich unser Klub befindet. Außerdem halten wir die Herangehensweise des DFB in der Phase nach der Rückkehr der aktiven Fanszene für falsch und nicht zielführend.“

Der FC will also Einspruch gegen das Urteil einlegen und wenn nötig will er bis zum DFB-Bundesgericht gehen. Die Kölner wollen vor allem auch grundlegend klären, ob solche Strafen überhaupt sinnvoll sind. Einen Effekt haben sie jedenfalls kaum, sie schaden nur den Vereinen.

FC-Präsident Werner Wolf sieht gute Gründe für das weitere Vorgehen: „Wir wünschen uns alle ein friedliches, sicheres Miteinander der Fankulturen im Stadion, setzen aber eine Praxis fort, von der bekannt ist, dass sie keine positiven Effekte auf die bestehenden Herausforderungen hat. Zielführender wäre eine reflektierte Auseinandersetzung zwischen Fans, Verantwortlichen, Verband und Vereinen. Wir sehen die Chance, jetzt erneut diese Debatten anzustoßen.“ (jk, ubo)

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