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„Abstoß für den Gegner“Kwasniok rechnet mit FC-Taktik ab

Aktualisiert

Der 1. FC Köln hat in der Liga ein Problem mit Standards – defensiv und offensiv. Nach 47 Ecken stehen null Tore zu Buche. Ein Problem, das Lukas Kwasniok erkannt hat und nun verstärkt angehen will.

Der 1. FC Köln und die Standards. Über die Schwächen bei ruhenden Bällen des Gegners wurde nach dem Ecken-Gegentor im Spiel gegen Eintracht Frankfurt hinlänglich diskutiert.

Dabei sieht es offensiv keinen Deut besser aus. Die Mannschaft von Lukas Kwasniok hat nach 47 Ecken in der Liga noch kein einziges Tor erzielt. Der einzige Treffer gelang im Pokal gegen die Bayern. Ansonsten herrscht akute Flaute.

Kwasniok spricht Standard-Klartext

„Man braucht ein gewisses Näschen bei Spielern, um in der Lage zu sein, offensiv Kopfballtore zu erzielen. Wenn du ein guter Kopfballspieler in der Defensive bist, heißt das nicht, dass du offensiv automatisch gefährlich bist“, sagt Kwasniok.

Dieses „Näschen“ konnte bislang lediglich Ragnar Ache nachweisen, als er nach einem Versuch von Johannesson Gegenspieler Jonathan Tah kurzerhand übersprang. Doch ausgerechnet Kölns mit Abstand gefährlichster Kopfballspieler wird beim Auswärtsspiel in Bremen fehlen (EXPRESS.de berichtete).

Heißt: Kwasniok muss sich wieder etwas einfallen lassen, um die Bilanz aufzupolieren. Die wichtigste Änderung bei den eigenen Standards hat nämlich bislang noch keine Früchte getragen.

„Wir haben Eckbälle anfangs zum Tor geschlagen. Bei diesen Bällen, hatte man aber das Gefühl, so ehrlich muss man sein: Es wäre besser, wenn der Gegner direkt den Abstoß hat“, sagt der FC-Trainer: „Nun schlagen wir sie überwiegend weg vom Tor. Wir versuchen nun eher in den Ball hineinzulaufen. Das Ergebnis ist bisher das gleiche.“

Immerhin herrsche nach dem Treffer gegen die Bayern der Glauben, dass die Mannschaft mit den Versuchen weg vom Tor häufiger erfolgreich sein könnte. Von einer „Überzeugung“ kann laut Kwasniok zwar noch keine Rede sein, doch der Coach sieht sein Team auf einem guten Weg.

„Wir werden besser, aber wenn du in einem Teilbereich vorher nicht gut warst, dann bist du jetzt bei einer 3,5. Es reicht, um versetzt zu werden, aber nicht, um richtig gut zu sein“, sagt er deutlich.

Kwasniok weiß auch: Ruhende Bälle sind ein immens wichtiges Mittel, enge Bundesliga-Spiele mit verhältnismäßig einfachen Mittel auf seine Seite zu ziehen. Im Zweifel reicht ein Standard aus, um ein Spiel zu entscheiden. Daher hilft – wie bei den defensiven Standards – laut Kwasniok auch nur eines: „Lernen, arbeiten, lernen, arbeiten.“