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Ausfälle in BremenKwasniok ringt mit sich: „Kein Experimentierfeld“

Der 1. FC Köln befindet sich nach gutem Start in die Saison in einer kniffligen Situation. Nach zwei Niederlagen in Folge sollen jetzt wieder Punkte auf dem Konto landen. Es geht nach Bremen. 

Wo geht die Reise hin? Wird der 1. FC Köln in der Tabelle weiter nach unten durchgereicht? Oder gibt es die nächsten Punkte und damit Stabilität in der Tabelle? Die nächsten beiden Spiele bei Tabellennachbar Bremen und daheim gegen St. Pauli sind auf jeden Fall richtungsweisend. 

Vor dem Auswärtsspiel bei Werder Bremen am Samstag (29. November 2025, 15.30 Uhr/Sky und Liveticker auf EXPRESS.de) ist die Lage also ein wenig angespannt beim FC. Nach elf Spieltagen hat Köln schon 14 Punkte gegen den Abstieg gesammelt, liegt auf einem guten zehnten Platz. Das Polster auf Relegationsplatz 16 (St. Pauli) beträgt sieben Punkte. Es soll nicht weiter schmelzen. 

Kann Rav van den Berg schon wieder spielen?

Am Freitagmorgen sprach FC-Coach Lukas Kwasniok (44) über die anstehende Aufgabe. Fakt ist: Er muss das Team umkrempeln, denn mit Joel Schmied (Innenverteidiger, Muskelverletzung) und Ragnar Ache (Stürmer, leichte Gehirnerschütterung) fallen zwei Leistungsträger in Bremen aus.

„Ragnar geht es eigentlich ganz gut, aber die Protokolle sind, wie sie sind“, sagt Kwasniok zu Ache. Die Liga hat nach Kopfverletzungen klare Vorgaben, wann ein Spieler wieder mitmischen darf, um bleibende Schäden zu vermeiden. „Die Dinge sind so, wie sie sind, deshalb steht er uns nicht zur Verfügung. Schmied genauso, das heißt die personelle Situation hat im Vergleich zum letzten Spiel verändert, aber wir wollen keine Trübsal blasen und sind auf der Suche nach Lösungen. Wir haben die ein oder andere gefunden und sind gewappnet für Bremen“, erklärt Kwasniok.

Lösungen für die Defensive hat er aber noch nicht parat. Die große Frage: ist Rav van den Berg schon bereit, um Schmied zu ersetzen? Kwasniok ist sich selber noch nicht klar darüber: „Ihn starten zu lassen ist ein Gedankengang, das liegt auf der Hand. Wenn Schmied fit wäre, gäbe es diese Überlegung aber noch nicht, weil ich auch eine Verantwortung Spielern gegenüber habe. Rav war lange raus.“

Die Entscheidung fällt dem FC-Coach also mehr als schwer. Er muss abwägen – zwar glaubt der 21-jährige, dass er fit sei, aber wenn man ihn bringen würde, könnte man eventuell sehen, dass er doch noch nicht so weit ist. „Ich sehe ihn ja jeden Tag im Training. Es ist meine Verantwortung, ihn im richtigen Moment laufen zu lassen. Da ist er gerade so an der Schwelle“, so Kwasniok.

Der Trainer weiter: Es gibt auch noch andere Lösungen. Das ist die einzige Position, die noch unklar ist, wie wir die Abwehr präsentieren werden. Am liebsten wäre es, „wenn ich ihn in einem Freundschaftsspiel bringen könnte, aber die Zeit haben wir leider nicht. Beim U21-Spiel der Niederländer hat man auch schon gemerkt, dass Rav noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist“, sagt Kwasniok zum 60-Minuten-Einsatz in der vergangenen Woche.

Jetzt will der Coach weiter drauf herumkauen und nachdenken: „Die Bundesliga ist kein Experimentierfeld. Wenn ich etwas tue, aus 100 Prozent Überzeugung und nicht, um irgendwie mal zu schauen, ob etwas funktioniert. Deswegen: Lasst mich noch eine Nacht drüber schlafen.“

In der Tabelle ist Bremen Tabellennachbar des FC, mit 15 Punkten liegen sei einen Zähler und einen Platz vor den Kölnern. Die letzten beiden Niederlagen in Mönchengladbach und gegen Frankfurt haben den Kölnern aber weh getan. Doch beim FC will man sich auf das Positive fokussieren. Nach dem Trip nach Bremen geht es daheim gegen St. Pauli weiter (Samstag, 6. Dezember, 15.30 Uhr).

So könnte der FC in Bremen auflaufen: Schwäbe – Van den Berg, Martel, Heintz – Sebulonsen, Johannesson, Huseinbasic, Lund – Thielmann, Bülter, Kaminski