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„Verein ist nicht gesund“Knall bei DAZN: Ex-FC-Profi stellt „große Frage“

Yannick Gerhardt vom VfL Wolfsburg geht geknickt über den Platz.

Copyright: IMAGO/Darius Simka

Übernimmt Verantwortung in der Krise: Ex-FC-Profi Yannick Gerhardt

Kein anderer aus dem Kreis der VfL-Profis stellte sich nach dem bitteren 0:4 in Stuttgart. Dafür fand Yannick Gerhardt offene Worte, um der Krise in Wolfsburg zu begegnen.

Ein übles 0:4 in Stuttgart und jetzt auch der Abstiegsplatz – beim VfL Wolfsburg brennt die Hütte nach dem 24. Spieltag lichterloh!

Wenigstens wurde nach der Klatsche gegen den VfB der Finger in die Wunde gelegt: Der frühere FC-Profi Yannick Gerhardt – an diesem Sonntagnachmittag in Vertretung für Maximilian Arnold mit der Kapitänsbinde ausgestattet – sprach offen über die Probleme in der Autostadt.

Yannick Gerhardt: „Der Verein ist nicht gesund“

„Momentan können wir nicht zeigen, dass wir bundesligatauglich sind, das stimmt. Der Trend ist erdrückend“, sagte der Profi bei DAZN, der sich zur Zukunft des Trainers aber nicht äußern wollte.

„Am Ende ist das nicht mein Aufgabenbereich. Aber man muss ja nur in die Vergangenheit schauen und schauen, wie viele Trainer wir verschlissen haben. Wir müssen jetzt einfach die Spieler finden, die es über die Ziellinie bringen.“

Kein anderer aus dem Kreis der VfL-Spieler stellte sich nach dem herben Dämpfer. Gerhardt wurde dann auch sehr deutlich, kritisierte den Verein als Ganzes: „Der Verein sieht nicht so gut aus gerade, ist nicht gesund. Wir kriegen das Potenzial nicht auf den Platz. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität ist viel zu groß. Es sieht gerade sehr, sehr schlecht aus. Wir kämpfen komplett ums Überleben.“

Erstaunlich: Auch Trainer Daniel Bauer ließ nach dem 0:4 seine Maske fallen – sagte bei DAZN Dinge, die man von einem Chefcoach selten hört, und nahm Gerhardts Punkt direkt auf: „Das ist eine große Frage und ich glaube, dass es wichtig ist, intern darüber zu sprechen. Es muss nicht alles nach außen. Fakt ist aber, dass wir viele Strukturen ändern müssen, dass die Atmosphäre und die Kultur innerhalb des Klubs aktuell nicht bundesligatauglich sind.“

Ob die Offenheit und die Bereitschaft, den Verein umzukrempeln, Bauer im Traineramt halten werden, ist kaum zu sagen. Erst im November hatte er Paul Simonis abgelöst. Doch acht Pleiten nach 14 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Die Zeichen stehen auf Abschied und der Suche nach einem Feuerwehrmann.

Der könnte kicker-Informationen zufolge abermals Dieter Hecking heißen. Demnach soll es „ernsthafte Überlegungen“ geben, ein zweites Mal in dieser Saison den Trainer zu wechseln!

Der 61-Jährige arbeitete von 2013 bis 2016 schon einmal in Wolfsburg und gewann in dieser Zeit mit dem Klub den DFB-Pokal und den Supercup. Im Verlauf des Montags könnte es zu einer Entscheidung kommen. (mit dpa)

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