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Hype um El MalaKwasniok sieht erste Delle: „Macht was mit dir“

Said El Mala ist der unumstrittene Senkrechtstarter der Saison beim 1. FC Köln. Doch in den vergangenen Wochen fehlte dem Youngster die Leichtigkeit. Lukas Kwasniok will ihm aus dem kleinen Loch wieder raushelfen.

Er hat dem 1. FC Köln schon so viel Freude in dieser Saison bereitet. Mit seinen Toren und Vorlagen hat Said El Mala schon in einigen Spielen den Unterschied ausgemacht.

Gerade am Anfang der Saison war der Senkrechtstarter, der zuvor lediglich 3. Liga gespielt hatte, kaum zu bremsen. „Es war fast unmenschlich, was Said bislang abgeliefert hat“, sagt Lukas Kwasniok über den Youngster.

Kwasniok über El Mala: „Das Gefühl, dass ihn das alles beschäftigt“

Doch in den vergangenen Wochen sind ihm etwas die Leichtigkeit und die Unbekümmertheit abhandengekommen, die ihn so stark und unberechenbar gemacht haben. Dazu kommt, dass sich die Gegner merklich besser auf ihn eingestellt haben. Mit dem Haken nach innen im Strafraum kommt er deutlich seltener an seinen Gegenspielern vorbei als noch zu Beginn der Saison.

So konnte er zuletzt weder als Joker (Freiburg) noch als Startelf-Spieler (Bayern und Mainz) glänzen. „Bislang führte sein Weg nur nach oben. Jetzt ist er zum ersten Mal in einer Phase, in der sein Weg ins Stocken geraten ist“, sagt Lukas Kwasniok über die kleine Delle.

Diese hatte sich bereits in der Winterpause für den Trainer angekündigt, da wirkte El Mala auf Kwasniok schon „nicht mehr so frei“ im Kopf. „Ich habe im Trainingslager das erste Mal mit ihm darüber gesprochen, hatte erstmals das Gefühl, dass ihn das alles beschäftigt“, sagt Kwasniok: „Er ist vielleicht nicht ganz so leicht unterwegs. Die Erwartungshaltung verändert sich gleichzeitig aber nicht. Alle gehen davon aus: Er ist so durch die Decke gegangen, dann geht es die ganze Zeit auch so weiter.“

Der Hype, die Erwartungshaltung und der Druck, Woche für Woche abzuliefern, sind aber an dem 19-Jährigen nicht spurlos vorbeigegangen. Kwasniok erklärt: „Wenn du die ganze Zeit im Handy deine Visage vor dir siehst, dann macht das natürlich etwas mit dir und dann gilt es zu lernen, damit umzugehen.“

Der FC-Coach ist nun gefordert, er muss Mittel und Wege finden, El Mala aus seinem kleinen Tief, das jeder Spieler in dem Alter wohl schon mal durchschritten hat, herauszuholen. Es geht vor allem darum, dass El Mala die Freude an dem, was er am liebsten macht, nicht verliert.

„Und da gilt es einfach, ganz behutsam mit den Dingen umzugehen und sich vielleicht auch ein bisschen was abzuschauen von Spielern, die in anderen Vereinen in der Vergangenheit auch schon in sehr jungen Jahren gehypt worden sind und wie dann damit umgegangen wurde“, sagt Kwasniok.

Eine Antwort auf die Frage, ob El Mala mit seinen Fähigkeiten immer spielen muss oder er im Sinne einer behutsamen Entwicklung lieber öfter als Joker zum Einsatz kommen sollte, hat Kwasniok auch nicht.

Vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg sagt er: „Wir müssen die richtige Dosis finden zwischen Startelf- und Joker-Einsätzen. Die bekommt er vor allem der Leistung entsprechend. Bei Said gilt, wie bei jedem anderen auch, das Leistungsprinzip. Jetzt müssen wir schauen, ob er am Freitag von Beginn an aufläuft oder von der Bank kommt.“

Dan Neil vom AFC Sunderland jubelt mit einer Trophäe in der Hand.

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