Prozess im November Rundgang mit FC-Präsident – Richter begutachtet Ausbaupläne am Geißbockheim

Dr. Dirk Korella am Geißbockheim

Richter Dr. Dirk Korella vom Oberverwaltungsgericht Münster war am 29. Juni 2022 für eine Ortsbesichtigung der Gleueler Wiese ans Geißbockheim gekommen.

Das Thema Geißbockheim beschäftigt den 1. FC Köln bereits seit Jahren. Vor dem Prozess im November, bei dem eine Bürgerinitiative vor dem OVG klagt, war nun der zuständige Richter für eine Ortsbegehung im Grüngürtel.

Es ist das leidige Thema beim 1. FC Köln: Der Ausbau des Geißbockheims beschäftigt den Verein bereits seit einer gefühlten Ewigkeit. Die Baupläne für die Erweiterung des Trainingsgeländes an der Gleueler Wiese und des neuen Leistungszentrums neben dem Franz-Kremer-Stadion liegen seit Jahren vor, getan hat sich seitdem allerdings herzlich wenig.

Nun ging es am Mittwoch (29. Juni 2022) in die nächste Runde: Ortsbegehung am Geißbockheim.

Werner Wolf und Philipp Türoff begleiten Richter bei der Ortsbegehung

Dabei trafen sich FC-Präsident Werner Wolf (65) und Geschäftsführer Phillip Türoff (46) mit Mitgliedern der Bürgerinitiative, Vertretern der Stadt, sowie dem zuständigen Richter vom Oberverwaltungsgericht Münster, Dr. Dirk Korella.

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Die Gruppe schaute sich auf dem rund dreistündigen Rundgang immer wieder die Ausbaupläne an.

Der Richter wollte sich vor dem anstehenden Prozess am 24. November selbst ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort machen. Denn nachdem die Stadt die Ausbaupläne bewilligt hatte, reichte die Bürgerinitiative „Grüngürtel für Alle“ Klage ein. Der Fall liegt bereits seit fast zwei Jahren in Münster.

Der Ausgang ist nach wie vor offen. Selbst wenn im November am OVG ein Urteil gesprochen wird, heißt das noch lange nicht, dass die Bagger für den Ausbau anrollen können. Denn zum einen hat der Klub noch keinen Pachtvertrag für die städtische Wiese und zum anderen hat die Bürgerinitiative bereits angekündigt, dass sie im Zweifel auch vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ziehen will.

Ein Ende im Dauer-Nervthema Geißbockheim ist also lange noch nicht in Sicht. Sehr zum Ärger von Steffen Baumgart (50). Der Cheftrainer pocht praktisch seit Amtsbeginn auf ein schnelles Ende dieser unwürdigen Hängepartie.

„Wir liegen bei der Infrastruktur weit unter manchem Zweitligisten. Das gibt mir zu denken. Ich habe nur einen Top-Platz und ein Top-Stadion. Beim Nachwuchs-Leistungs-Zentrum oder unseren Kabinen sind wir am untersten Ende der Fahnenstange angelangt“, sagte der Trainer einmal in aller Deutlichkeit.

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Beim FC denkt man daher längst über Alternativen nach. So sagte Geschäftsführer Phlipp Türoff vergangene Woche im EXPRESS.de-Interview über den möglichen Standort Marsdorf. „Wir fühlen uns am Geißbockheim wohl und die Ausbau-Pläne hier vor Ort sind weiterhin unsere Präferenz. Uns in die ganze Stadt zu zersplittern, fühlt sich nicht richtig an. Doch natürlich müssen wir lösungsorientiert sein. Wenn man sich sieben Jahre lang keinen Millimeter bewegt hat, ergibt es keinen Sinn, weiterhin dieselbe Geschichte zu erzählen, um auch nach zehn oder 15 Jahren nicht von der Stelle zu kommen.“

Und weiter sagte er: „Wir versuchen, in alle Richtungen offen zu denken, um eine Variante zu finden, die uns nachhaltig besser macht. Mit dieser Haltung gucken wir sowohl nach Bocklemünd als auch nach Marsdorf. Es müssen endlich konkrete Optionen herauskommen. Im Moment sind die Gespräche sehr konstruktiv und partnerschaftlich. Es gibt allerdings noch keine Lösung, bei der allen Fragen geklärt sind und der FC seine Antworten gefunden hat.“

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