Am Sonntag traf der 1. FC Köln im Kellerduell auf Werder Bremen. Nach Wochen ohne Sieg gab es endlich mal wieder etwas zu feiern für die Kölner. Im Abstiegskampf gab es drei ganz wichtige Punkte.
Hennes-Köttel wirkenFC feiert Befreiungsschlag im Kellerduell
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Befreiungsschlag oder das nächste sieglose Spiel? Das war die große Frage vor dem Kellerduell des 1. FC Köln gegen Werder Bremen am Sonntag, 12. April 2026.
Der letzte Sieg gelang dem 1. FC Köln am 30. Januar mit dem 1:0 über Wolfsburg. Danach gab es in acht Spielen vier Niederlagen und vier Unentschieden. Und in der Tabelle rutschte man in die unteren Regionen. Doch am Sonntag durfte mal wieder gefeiert werden! Bremen wurde mit 3:1 nach Hause geschickt.
Bremen lange in Unterzahl, Köln mit Chancen-Wucher
In der Tabelle hat Köln nach 29 Spielen nun 30 Punkte und springt vorbei an Borussia Mönchengladbach (auch 30 Zähler) auf Platz 13 der Tabelle. Vor Relegationsplatz 16 (St. Pauli) sind es jetzt fünf Zähler Vorsprung. Am Freitag spielt der FC gegen Pauli am Millerntor. Bei einem weiteren Sieg ist der Klassenerhalt ganz nah.
Köln legte im zweiten Spiel unter Interimstrainer René Wagner los wie die Feuerwehr. Nach fünf Minuten wurde Jakub Kaminski im Strafraum von Olivier Deman unter die Sohle getreten. Schiedsrichter Tobias Reichel (Sindelfingen) zeigte auf den Punkt! Auch der VAR Benjamin Brand hatte keine Einwände.
Ob die Hennes-Köttel und die Glücksmünze, die EXPRESS.de nach dem ganzen VAR-Mist in dieser Spielzeit im Stadion verbuddelt hatte, schon Wirkung zeigten? Said El Mala übernahm jedenfalls Verantwortung und hämmerte den Ball vom Punkt zum 1:0 ins Netz.
Nach 24 Minuten flog Bremens Kapitän Marco Friedl vom Platz. Nachdem er durch einen schlampigen Rückpass des Ex-Kölners Leonardo Bittencourt in Bedrängnis gebracht wurde, blieb ihm nur noch die Notbremse gegen Kölns Ragnar Ache. Der VAR-Check bestätigte die Entscheidung! Die Hennes-Köttel wirkten …
Köln erspielte sich in der Folge in Überzahl einige gute Möglichkeiten, doch vor dem Tor fehlte die letzte Konsequenz. Jan Thielmann, El Mala oder Ache hatten Chancen, aber ein zweiter Treffer gelang nicht. Es ging nur mit der knappen Führung in die Kabine.
Nach der Pause brachte Wagner frischen Wind rein: Alessio Castro-Montes kam für Kristoffer Lund in die Partie. Und der Belgier traf gleich zum vermeintlichen 2:0. Doch er stand beim Pass von Ache hauchzart im Abseits. Der VAR-Check deckte die Szene auf, dank Abseitslinien-Technik. Es waren Millimeter. Da hatten auch die Hennes-Köttel keine Chance. Die Fans schimpften: „Ihr macht unseren Sport kaputt!“
Statt 2:0 hieß es weiter zittern. Die dezimierten Bremer blieben gefährlich. Nach einem Distanzschuss von Senne Lynen musste Marvin Schwäbe seine ganze Klasse zeigen und fischte den von Ache abgefälschten Ball aus dem Winkel.
Ein Eckball brachte dann die Erlösung: Cenk Özkacar köpfte zunächst noch an den Pfosten, Ache fasste dann zweimal nach und netzte ein. 2:0 nach 65 Spielminuten!
Werder-Anschluss macht es noch mal spannend
Zwei Minuten später war dann Schluss für Thielmann und El Mala, für die kamen Marius Bülter und Linton Maina. Ache sah die Gelbe Karte nach einem unglücklichen, aber fiesen Foul an Romano Schmid. Kurz darauf verursacht Ache einen Strafstoß, als er Deman touchiert.
Der VAR griff ein und Schiri Reichel zeigte nach Ansicht der Bilder auf den Punkt. Den Unparteiischen reichte das – ganz ohne VAR-Mist schafft es der FC wohl nicht mehr bis zum Saisonende. Immerhin dünsteten die Hennes-Köttel einen Hauch von Glücksduft aus, der in die Nase von Schiri Reichel wehte: Ache flog nicht mit Gelb-Rot vom Platz.
Schmid versenkte den Strafstoß zum 1:2 aus Bremer Sicht und Wagner nahm Ache für Luca Waldschmidt runter, um ihn vor einem Platzverweis zu schützen. So ging es in die kniffligen letzten Minuten. Waldschmidt traf die Latte, Kaminski hatte auch noch eine gute Chance, der Ball ging aber nicht rein.
Tom Krauß (für Sebastian Sebulonsen) kam noch zu seinem 100. Einsatz in einem Bundesligaspiel. Waldschmidt hätte noch das 3:1 machen müssen, doch Mio Backhaus bekam noch irgendwie den Arm dran (90).
Für Verwunderung sorgte Reichel dann mit der Ankündigung von sieben Minuten Nachspielzeit. Hinten stauchte Schwäbe seine Männer zusammen, nachdem Bremen im Strafraum zu leichtfertig spielen konnte. Vorne ließen Bülter und Martel weitere Großchancen liegen. In der sechsten Minute der Nachspielzeit konnte Johannesson einen Konter endlich zum erlösenden 3:1 verwerten. Köln feierte den Befreiungsschlag!
Wagner änderte sein Team im Vergleich zum 2:2 in Frankfurt auf drei Positionen um. Jahmai Simpson-Pusey ersetzte Rav van den Berg in der Viererkette, Eric Martel kehrte nach Gelb-Sperre zurück und Isak Johannesson wurde neben Martel ins Mittelfeld postiert. Tom Krauß und Denis Huseinbasic saßen zunächst draußen. Dominique Heintz und Florian Kainz standen nicht im Kader.
So startet der FC gegen Bremen: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Özkacar, Lund – Martel, Johannesson – Thielmann, Kaminski, El Mala – Ache
