Florian Kainz wird im Sommer seine Karriere beenden. Am Sonntag steht für ihn das letzte Heimspiel als Profi des 1. FC Köln an.
Karriereende im SommerKwasniok-Entscheidung gab Impuls für Kainz-Entschluss
Das Ende einer Ära beim 1. FC Köln. Der langjährige Profi und frühere Kapitän Florian Kainz hängt die Fußballschuhe an den Nagel, das gab der Österreicher bereits im März öffentlich bekannt.
Seine Ankunft im Januar 2019 war der Beginn einer langen Reise, die nun zu Ende geht. Florian Kainz (33) beendet seine aktive Karriere. Der aus Graz stammende Profi, bekannt für seine Zuverlässigkeit im Mittelfeld, wird am Sonntag zum letzten Mal als Spieler des 1. FC Köln das Rhein-Energie-Stadion betreten. Ein Moment, der emotional wird.
Entscheidung fiel nach dem Wintertrainingslager
Insgesamt kann der Österreicher auf 469 Profi-Einsätze für Sturm Graz, Rapid Wien, Werder Bremen und den FC zurückblicken. 28-mal lief er für sein Heimatland auf, die EM-Teilnahme 2024 war ein Karriere-Highlight. Doch seine Zeit in Köln war besonders prägend: 204 Spiele, Aufstiege, ein Abstieg, die Europa Conference League und die 2. Bundesliga – als Kapitän und loyaler Spieler hielt er dem Verein die Treue.
Für ihn war die Entscheidung, die Karriere zu beenden, am Ende sonnenklar. „Ich habe in dieser Saison immer weniger gespielt, und ich wollte meine Karriere beim FC beenden – nirgendwo sonst“, erklärte Kainz nun in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Der Entschluss reifte nach dem Wintertrainingslager, als Ex-Trainer Lukas Kwasniok ihn zusammen mit Luca Waldschmidt und Dominique Heintz schon ein paar Stunden vor der geplanten Abreise nach Hause schickte und er im Anschluss gegen Heidenheim nicht im Kader stand.
Nach Gesprächen mit Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler und Kwasniok war für ihn klar: „Im Sommer ist Schluss.“ Im März folgte die öffentliche Bekanntgabe. Ein Wechsel kam nicht infrage, auch weil die Familie zurück in die Heimat nach Graz ziehen will. „Nein, ich wollte nicht noch einmal neu anfangen.“
Seine Jahre in Köln beschreibt er als eine Achterbahnfahrt der Gefühle. „Sehr reich und lehrreich, manchmal turbulent“, fasst er lachend zusammen. Vom Aufstieg über die Relegation bis zu den grandiosen Jahren mit Steffen Baumgart und der Conference League war alles dabei. Der Abstieg als Kapitän war ein besonders harter Moment: „Das tut weh – richtig weh“, gesteht er.
Doch gerade der Zusammenhalt im Team nach dem Abstieg hat ihn tief beeindruckt. Viele Spieler blieben, um den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. „Das ist uns gelungen. Es war eine Zeit, die mich als Mensch geformt hat.“ Für ihn ist der FC mehr als nur ein Arbeitgeber: „Wenn man so lange dabei ist, so viele Höhen und Tiefen durchlebt, so viele echte Freundschaften geschlossen hat – dann wächst da etwas, das bleibt. Für immer.“
Bei all den großen Momenten gab es auch kuriose. Sein wohl peinlichster Augenblick? „Der Elfmeter 2022 gegen Hamburg im Pokal. Zwei Kontakte, der Schuss zählt nicht, wir scheiden aus. Damals habe ich mich so geschämt.“ Heute kann er darüber schmunzeln, was auch an Steffen Baumgart lag, der ihn direkt am nächsten Tag fragte, ob er den nächsten Elfer wieder schießen würde. Kainz bejahte – und die Sache war vom Tisch.
Baumgart habe ihn besonders geprägt. „Zweieinhalb Jahre, ein super Verhältnis, eine echte Verbindung“, schwärmt der Österreicher. Aber auch an Friedhelm Funkel, den er in zwei kurzen, aber entscheidenden Phasen erlebte, hat er nur gute Erinnerungen.
Gänsehaut-Abschied mit der ganzen Familie
Die persönlich schwierigste Phase seiner Laufbahn war jedoch nicht der Abstieg, sondern eine schwere Knieverletzung im August 2020. „Mein erster Sohn war gerade zur Welt gekommen – es hätte nicht schöner sein können. Und dann sieben Monate Ausfall. Das hat mich wirklich getroffen“, blickt er zurück.
Und jetzt also der Abschied. Kainz ahnt, was ihn am Sonntag erwartet: „Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht genau – aber ich ahne, dass es mich überwältigen wird.“ Schon bei den letzten Spielen, als er die Hymne von der Tribüne aus hörte, musste er schlucken. Seine ganze Familie wird im Stadion sein. „Das wird ein Abschied, den ich nie vergessen werde.“
Konkrete Pläne für die Zeit nach dem Fußball hat er noch nicht. Zuerst steht die Familie im Mittelpunkt: der Umzug nach Graz, die Einschulung seines ältesten Sohnes. Was beruflich folgt, wird sich zeigen. Eines ist aber sicher: Die Verbindung nach Köln bleibt. „Köln wird uns fehlen, das spüre ich schon jetzt. Wir sind sehr verbunden mit dieser Stadt – und das bleibt.“ (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

