Ex-Profi spielte für Köln und Jena Voigts Pokal-Prognose – warum ihm Carl Zeiss näher als der FC ist

Alexander Voigt ist mit Carl Zeiss beim 1. FC Köln zu Gast.

Am 4. Februar 2007 spielte Alexander Voigt (r.) mit Carl Zeiss Jena gegen den 1. FC Köln. Links: der Brasilianer Tiago

Alexander Voigt kickte als Profi für den 1. FC Köln und Carl Zeiss Jena. Im EXPRESS spricht er über das Aufeinandertreffen seiner Ex-Klubs im DFB-Pokal.

Köln. Wenn der 1. FC Köln am Sonntag (8. August, 15.30 Uhr) zum Pokal-Duell bei Carl Zeiss Jena antritt, schaut ein Ex-Profi ganz genau hin: Alexander Voigt (43), der während seiner Karriere für beide Klubs spielte. Im EXPRESS sagt er voraus: Für Köln brennt bei der Baumgart-Premiere nichts an!

FC-Urgestein Voigt trug von 1987 bis 2005 den Geißbock auf der Brust, später verbrachte er zweieinhalb Jahre in Jena (2007 und 2010 bis 2012). Seine Vorfreude aufs Pokal-Match ist dementsprechend groß: „Bei der Auslosung habe ich mir gedacht: Ausgerechnet dieses Spiel. Für mich ist das natürlich super interessant.“

Alexander Voigt: Alles spricht für den 1. FC Köln

Mit einer Sensation des Viertligisten rechnet Voigt aber nicht. Seine Prognose: „Der FC kommt weiter – und das klar.“

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Alexander Voigt steht beim Wuppertaler SV an der Seitenlinie.

Alexander Voigt, hier am 2. Dezember 2020, arbeitete zuletzt als Chefcoach bei Regionalligist Wuppertaler SV.

Der frühere Abwehrspieler erklärt: „Es ist nicht so, dass ich Jena nicht die Daumen drücken würde, und so ein Erstrunden-Spiel kann immer gefährlich werden. Ich glaube jedoch, dass die Rahmenbedingungen für den FC sprechen. Köln kommt mit einem neuen Trainer, zudem ist das Stadion in Jena eine Baustelle, die Fan-Unterstützung daher nicht so groß.“

Aber: Wie schnell man als haushoher Favorit bei einem Regionalligisten aus dem Wettbewerb fliegen kann, musste Voigt mit dem FC einst selbst erleben: „2000 waren wir gerade aufgestiegen, die Euphorie war groß. Dann sind wir zum Pokal-Auftakt nach Magdeburg gefahren und haben sang- und klanglos 2:5 verloren. Wir haben das auf die leichte Schulter genommen und gedacht, dass wir die Größten sind, Magdeburg nebenbei erledigen.“

Eine Einstellung, die Steffen Baumgart (49) am Sonntag gewiss nicht zulassen wird – erst recht nicht bei seiner Pflichtspiel-Premiere für den FC! Voigt: „Mein Eindruck von ihm ist sehr, sehr positiv. Er ist reflektiert und klar, bringt einen anderen Stil rein – und er ist halt ein Typ. Das kann funktionieren. Ich glaube, dass der FC diese Saison stabiler spielen wird als die letzte.“

Als Profis trafen der Verteidiger und Stürmer Baumgart nicht nur einmal als direkte Gegenspieler aufeinander. „Er war immer sehr unangenehm“, erzählt Voigt und erinnert sich vor allem an eine Begegnung gerne: Kölns 7:0-Sieg gegen Baumgarts Union Berlin im Oktober 2002. Ein Ergebnis, das der FC am Sonntag mit Kusshand nehmen würde…

Alexander Voigt hat heute besseren Draht zu Carl Zeiss Jena

Voigts Pokal-Sympathien sind alles andere als klar verteilt. Obwohl er gebürtiger Kölner ist, in Hürth lebt und für den FC (208) deutlich mehr Pflichtspiele als für Jena (79) absolviert hat, ist sein Draht zu Carl Zeiss besser als ans Geißbockheim – unter anderem weil 2019 eine FC-Rückkehr als Co-Trainer der U21 aus unerfindlichen Gründen platzte.

„Als Profi hatte ich keinen allzu guten Abschied, dann die Geschichte vor zwei Jahren – es soll wohl nicht sein mit dem FC und mir. Da ich in der Traditionsmannschaft spiele, gibt es weiterhin eine Verbindung, aber Kontakt zum Verein, zu Offiziellen und ehemaligen Mitspielern habe ich tatsächlich in Jena mehr.“

Alexander Voigt, hier im März 2018, spielt in der Traditionsmannschaft des 1. FC Köln.

Alexander Voigt, hier im März 2018, spielt in der Traditionsmannschaft des 1. FC Köln.

Von seinem ersten Engagement bei den Thüringern schwärmt er noch heute: „Ich bin in der 2. Liga gekommen, als Jena in der Winterpause auf einem Abstiegsplatz stand. Sechs, sieben Spieler waren neu. Dennoch hat sich schnell ein Mannschaftsgefühl entwickelt, das ich sonst sehr selten erlebt habe – beim FC nur in der Aufstiegsmannschaft 2000. Das hat uns bis zum letzten Spieltrag getragen, wo wir uns dann gerettet haben. Das war schon eine besondere Zeit.“

Vor der vergangenen Saison stand sogar eine Rückkehr zu Carl Zeiss im Raum. „Wir hatten Kontakt, es ging um den Posten des Nachwuchschefs. Aber daraus ist nichts geworden.“ Voigt übernahm stattdessen Regionalligist Wuppertal, ist inzwischen allerdings wieder auf Klub-Suche: „Im Augenblick bringe ich mich bei einer befreundeten Berater-Agentur ein, die sich um junge Talente kümmert. Aber ich möchte schon zurück ins Trainergeschäft – das hat Priorität.“ Doch erst mal wartet der Pokal-Sonntag!

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