Edeka, Aldi, Kaufland & Co.Produkt fliegt aus den Regalen – Discounter und Supermärkte gefrustet

Ein Kunde steht in Köln in einem Rewe-Supermarkt an einem Regal.

Das Start-up „Infarm“ verlässt den europäischen Markt. Das Unternehmen hatte in den deutschen Supermärkten Gewächshäuser zum nachhaltigen Gemüseanbau aufgestellt. Das Symbolfoto zeigt einen Kunden in einem Kölner Rewe-Markt im Februar 2019.

Das Konzept „Vertical Farming“ schien genial zu sein. Doch das Berliner Start-up, welches hinter dem nachhaltigen Projekt steckt, verlässt den europäischen Markt nun komplett.

Es schien die Idee schlechthin für nachhaltigen Gemüseanbau zu sein: „Vertical Farming“, eine innovative Technik, produziert von einem Berliner Start-up-Unternehmen. Die Firma stellte Gewächsschränke direkt in die Supermärkte und Restaurants. So gewährleistete sie extrem frische Produkte, ohne Pestizide und Düngemittel. Die deutschen Supermärkte waren von dem Projekt begeistert – vorerst.

Doch dann der Super-Gau: Das Start-up kündigte an, sich aus Europa zurückziehen zu wollen. Bereits vor Monaten wurden die Gewächsschränke zur Aufzucht von Kräutern, Salaten und Gemüse in deutschen Filialen von Kaufland, Rewe, Edeka, Aldi Süd oder auch Ikea wieder abgebaut – zum Frust der Geschäftsführer.

„Vertical Farming“: Start-up verlässt den europäischen Markt

Ende 2022 kündigte Infarm es den deutschen Händlern per E-Mail an: Mit dem Geschäft in Europa ist Schluss. In anderen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden ist das Unternehmen schon gar nicht mehr aufzufinden. Und nun droht auch das Aus in Deutschland. Für die Geschäftsführer heißt das: Sie bleiben auf einer gehörigen Investitionssumme sitzen.

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Der „Lebensmittel Zeitung“ erzählten verschiedene Händler, dass sie wegen laufender Verträge ihr Geld nun quasi verbrennen. Und die Beträge sind nicht gering: Es handele sich um Beträge im fünfstelligen Bereich. Jetzt fordern die Supermärkte Schadensersatz, da das kurze Projekt ein reines Verlustgeschäft für sie war.

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Die Probleme des Start-ups sind seit Längerem bekannt. Verschiedenste Erschwernisse setzten der Firma in der Vergangenheit zu: zum Beispiel hohe Energiekosten, schwierige Finanzmärkte, Lieferkettenprobleme und steigende Materialkosten. Trotzdem hielt sich „Infarm“ bisher über Wasser, nahm noch im Juni 2022 eine der größten vertikalen Farm-Anlagen Europas in Betrieb, wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet.

Doch nachdem bereits über 500 Menschen ihren Job dort verloren und zahlreiche Standorte aufgegeben wurden, muss sich das Unternehmen nun aufgrund weiterer Sparmaßnahmen noch weiter zurückziehen – was das Aus in Europa und damit auch die deutschen Supermärkte zur Folge hat. (jh)