Die Krise im Nahen Osten fühlt sich fern an, aber ihre Auswirkungen könnten bald in jedem Einkaufswagen in Köln und Umgebung zu spüren sein. Fachleute schlagen Alarm: Nach den Tankstellen drohen nun auch in den Supermärkten Preiserhöhungen. Was kommt da auf uns zu?
Iran-Konflikt trifft den GeldbeutelWelche Lebensmittel jetzt teurer werden könnten

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Dass sich die Lebensmittelpreise innerhalb weniger Tage aufgrund der Nahost-Krise plötzlich erhöhen, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht wahrscheinlich.
Die Befürchtungen nehmen zu: Infolge des iranischen Angriffs auf Israel erwarten zahlreiche Fachleute aus Handel und Wirtschaft nun höhere Kosten, wie die dpa meldet. Was heißt das für den täglichen Einkauf hier bei uns? EXPRESS.de sprach mit Expertinnen der Verbraucherzentrale. Lisa Völkel vom Bundesverband und Judith Schyro aus Berlin klären über die wichtigsten Punkte auf.
Welche Lebensmittel trifft es zuerst?
Wer schon wieder leere Nudelregale vor Augen hat, kann beruhigt sein. Vorerst gibt es Entwarnung. Lisa Völkel stellt klar: „Direkt betroffen wären aktuell nur einzelne Produkte wie Pistazien oder Datteln, die aus der Region importiert werden“. Der Grund: Für diese Waren gibt es kaum alternative Lieferquellen in ausreichender Menge.
Energiepreise als versteckter Kostentreiber
Die wahre Bedrohung liegt jedoch woanders, macht Judith Schyro deutlich. Höhere Energieaufwendungen könnten sich auf die komplette Produktionskette niederschlagen. Das heißt: Alles, dessen Herstellung viel Energie verbraucht, verteuert sich. Das betrifft zum Beispiel aufwendige Verfahren zum Trocknen oder Backen.
Die Fachfrau befürchtet, dass die Preise für Nahrungsmittel quer durch alle Produktgruppen klettern könnten. Schließlich wird Erdöl auch für Dünger, Landmaschinen und den Warentransport benötigt – und der Ölpreis hat wegen der Nahost-Krise bereits angezogen. Eine Situation, die Erinnerungen an die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 weckt.
Keine Panik: Warum Hamstern alles schlimmer macht
Sollte man also jetzt den Keller füllen? Die Expertinnen raten entschieden davon ab. Panik ist ein schlechter Ratgeber. „Zum aktuellen Zeitpunkt muss nicht davon ausgegangen werden, dass es zur Verknappung von einzelnen Lebensmitteln kommen wird“, betont Völkel.
Die Verbraucherschützer erinnern an die Erfahrungen aus der Corona-Zeit. Der Grund für die leeren Regale damals waren keine Lieferprobleme, sondern das panische Horten. „Dadurch wurde ein Mangel erzeugt, der gar nicht da war“, und am Ende standen andere Kunden vor leeren Fächern.
Wie man jetzt clever einkauft und vorsorgt
Wer dennoch den Geldbeutel entlasten möchte, erhält einen simplen Ratschlag. „Wir empfehlen grundsätzlich immer Angebote und Lebensmittel zu vergleichen, um den individuell besten Preis zu finden“, sagt Völkel. Ein abrupter Preissprung binnen weniger Tage sei aber nicht zu erwarten.
Für eine generelle Krisenvorsorge, losgelöst von der jetzigen Lage, verweisen die Fachleute auf die Vorschläge des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Ein Vorrat an Getränken und haltbaren Nahrungsmitteln für zehn Tage ist demnach generell eine gute Idee. Doch auch dabei gilt eine wichtige Regel, wie Schyro anmerkt: „Man sollte nur Produkte zu Hause vorrätig haben, die man auch selber gerne isst“, damit später nichts weggeworfen werden muss. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

