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Schlechte Fonds loswerdenWann sich ein Verkauf lohnt und was Sie beachten müssen

Ein Senior sitzt mit Laptop und Smartphone auf einem Sessel

Copyright: Nico Tapia/dpa-tmn

Haben Sie noch alte Fondsanteile im Depot? Dann können Teile davon unter Umständen steuerfrei veräußert werden.

ETF-Sparplan ändern: So vermeiden Sie teure Fehler.

Euer ETF-Sparplan dümpelt vor sich hin und die Rendite ist im Keller? Viele Anlegerinnen und Anleger denken dann über einen Wechsel nach. Doch Vorsicht: Ein unüberlegter Schritt kann teuer werden und steuerliche Tücken haben.

In Deutschland haben Privatanleger rund eine Billion Euro in Fonds investiert, oft über Sparpläne. Wenn die ausgewählten Indexfonds und ETFs aber nicht die erwartete Leistung bringen, kommt schnell der Gedanke an einen Wechsel auf. Doch wie geht man das am besten an?

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Fonds-Wechsel?

Finanzexperte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät, sich nicht von aktuellen Kursschwankungen leiten zu lassen. „Wenn man sich jetzt Sorgen macht, hat man mit Fonds generell das falsche Produkt“, sagt er. Wichtiger seien die persönliche Anlagestrategie und der Anlagehorizont. Je länger ihr investiert bleibt, desto besser können Schwankungen ausgeglichen werden.

Auch Gerrit Fey vom Deutschen Aktieninstitut (DAI) plädiert für Kontinuität. Bei Aktienfonds sollten es mindestens zehn Jahre sein, für die Altersvorsorge sogar 40 Jahre. Sein Tipp: Analysiert die Lage losgelöst von der aktuellen Börsenstimmung und habt einen klaren Plan, was mit dem Geld nach einem Verkauf passieren soll.

Verkaufen oder Stilllegen? Das sind eure Optionen

Wenn ihr euch von einem Fonds trennen wollt, habt ihr grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Erstens: der Verkauf. Ihr könnt entweder alle Anteile auf einmal (Komplettverkauf) oder nur einen Teil davon (Teilverkauf) veräußern.

Die zweite Option ist das Stilllegen. Das ist vor allem für diejenigen interessant, die mit ihrem Sparplan unzufrieden sind. Ihr zahlt dann einfach nichts mehr ein, behaltet aber die bereits gekauften Fondsanteile in eurem Depot.

Technisch läuft ein Verkauf meist über eure Bank, bei der das Wertpapierdepot liegt. Ihr erteilt einen Verkaufsauftrag, und die Bank verkauft die Anteile über die Börse oder gibt sie an die Fondsgesellschaft (KVG) zurück. Achtung: Beim Verkauf über die Börse können Gebühren anfallen, die euren Gewinn schmälern.

Fondssparplan kündigen – so einfach geht's

Einen Fondssparplan zu beenden, ist meist unkompliziert und ähnelt der Kündigung eines Dauerauftrags. „Man kann einfach aufhören und jederzeit ganz oder vorübergehend aussteigen“, erklärt Gerrit Fey. Kündigungsfristen gibt es in der Regel nicht. Die bisher angesparten Anteile bleiben einfach in eurem Depot liegen.

Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Wer bei fallenden Kursen weiter spart, kauft für die gleiche Sparrate mehr Anteile – das sorgt langfristig für Stabilität. Ein Stopp des Sparplans sollte also gut überlegt sein, wenn sich am Sparziel nichts geändert hat.

Ein Wiedereinstieg in einen ruhenden Sparplan ist bei den meisten Banken problemlos möglich, oft auch mit angepassten Sparraten. Ihr könnt auch einen alten Sparplan stilllegen und mit der Rate einen neuen Fonds besparen.

Achtung, Steuer-Falle! Das müsst ihr beim Verkauf wissen

Ein Fondswechsel hat immer auch steuerliche Konsequenzen. Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen sind grundsätzlich steuerpflichtig. „Steuern werden aber erst dann fällig, wenn die Kapitalerträge den jährlichen Sparer-Pauschbetrag überschreiten“, sagt Annemarie Reiff vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Dieser Pauschbetrag liegt aktuell bei 1.000 Euro für Singles und 2.000 Euro für zusammen veranlagte Paare. Gewinne bis zu dieser Höhe könnt ihr also steuerfrei einstreichen. Mit einem Freistellungsauftrag bei eurer Bank stellt ihr sicher, dass die Abgeltungsteuer erst oberhalb dieser Grenze abgeführt wird.

Zusätzlich gibt es sogenannte Teilfreistellungen, die den steuerpflichtigen Gewinnanteil reduzieren. Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds 15 Prozent. Für Fondsanteile, die ihr vor 2009 gekauft habt, können Gewinne sogar bis zu 100.000 Euro steuerfrei sein – hier sind die Regeln aber komplex und eine steuerliche Beratung ist ratsam.

Sonderfall VL-Sparen: Hier gelten andere Regeln

Habt ihr vermögenswirksame Leistungen (VL) in einen Fonds gesteckt, gelten besondere Bedingungen. Ein Verkauf ist laut Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen grundsätzlich erst nach sieben Jahren möglich. Auch ein Fondswechsel ist meist ausgeschlossen. Wer hier über einen Wechsel nachdenkt, sollte sich unbedingt beraten lassen.

Letztlich solltet ihr eure Entscheidung nicht allein von steuerlichen Überlegungen abhängig machen. „Grundsätzlich ist es vorteilhaft, einen teuren Fonds gegen einen günstigeren zu tauschen, weil das auf lange Sicht höhere Rendite bringen kann“, rät Verbraucherschützer Nauhauser. Das bedeutet oft den Wechsel von einem aktiv gemanagten Fonds zu einem günstigeren, passiven ETF. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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