Karl Lauterbach fordert ein Umdenken bei der Hitze: Klimaanlagen sind kein Luxus, sondern können Leben retten.
Lauterbach mit klarer AnsageKölner Politiker fordert Umdenken: Klimaanlagen retten Leben

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Karl Lauterbach (SPD), ehemaliger Bundesminister für Gesundheit, fordert ein Umdenken in Sachen Klimaanlagen.
Deutschland schwitzt und stöhnt, doch Klimaanlagen sind immer noch die Ausnahme. Jetzt macht der Kölner SPD-Politiker Karl Lauterbach eine Ansage, die es in sich hat.
Lauterbach schlägt wegen der extremen Temperaturen, die vor allem für Risikogruppen gefährlich sind, Alarm. Der frühere Gesundheitsminister hat eine unmissverständliche Botschaft, die er am Samstag auf der Plattform X teilte: „Vorbehalte gegen Klimaanlagen sind falsch.“
Kaum Klimaanlagen in deutschen Wohnungen
Für ihn ist die Sache klar: Solche Geräte werden künftig „im Sommer gerade für ärmere Menschen in heißen kleinen Wohnungen Leben retten“. Und die Sorge um den Stromverbrauch? Lauterbach wischt sie beiseite: „Im Zeitalter erneuerbarer Energien ist ihr Stromverbrauch an heißen Tagen kein Hindernis im Kampf gegen den Klimawandel.“ Für diese direkten Worte bekam er im Netz viel Applaus.
Die Wirklichkeit hierzulande ist nämlich eine andere. Während in den Vereinigten Staaten 90 Prozent aller Haushalte gekühlt sind, besitzen laut einer Erhebung für das Portal Verivox nur rund sechs Prozent in Deutschland fest eingebaute Geräte. Zusätzliche 13 Prozent greifen auf mobile Lösungen zurück, die aber oft nicht so wirksam kühlen.
Lange waren Klimaanlagen in Nordeuropa schlicht überflüssig. Doch der Klimawandel ändert die Spielregeln. Stijn Renneboog vom Branchenverband Eurovent erklärte der Deutschen Welle, dass Abkühlung in Deutschland oft noch „als Luxus abgetan“ wird. Ein tödlicher Irrtum, wenn man bedenkt, dass es in Europa jedes Jahr zehntausende hitzebedingte Todesopfer gibt.
Die aktuelle Hitzewelle scheint nun aber ein Umdenken zu erzwingen. In den sozialen Netzwerken wird ein Klimagerät einer chinesischen Marke zum Selbsteinbau gefeiert.
Die Konsequenz: Wer jetzt noch ein Gerät ergattern will, schaut in die Röhre. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, sind die Elektronikriesen MediaMarkt und Saturn komplett leergekauft. An der Hotline läuft nur noch eine Bandansage, die bestätigt: „Leider sind die Bestände erschöpft.“
Viele zögern jedoch, vor allem aus Angst vor hohen Stromrechnungen. Doch Fachleute beruhigen. Energieexpertin Meike Militz von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sagte der „Tagesschau“, man müsse mit Extrakosten von „40 bis 140 Euro jährlich“ rechnen. Insbesondere moderne Split-Geräte sind sehr energieeffizient, weil keine Kühlung durch ein gekipptes Fenster verloren geht.
Auch die Stiftung Warentest bestätigt laut einem ARD-Bericht diesen Punkt: Auf lange Sicht rentieren sich moderne, effiziente Geräte nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. Die Wende in der Klimaanlagen-Frage scheint mit der aktuellen Hitzewelle in Deutschland endgültig da zu sein. (red)
