Jeder Vierte schon Opfer von Online-Betrug! Fake-Shops sind eine Massen-Abzocke, die jetzt auch WM-Fans trifft.
Abzock-Falle im NetzMinister schlagen Alarm – jeder vierte Deutsche schon betroffen

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Täuschend echt, oft kaum zu erkennen: Fake-Shops locken mit Schnäppchen und kassieren Geld für Waren, die nie ankommen. (Symbolbild)
Kriminelle kassieren mit gefälschten Shops im Netz teils Millionen. Sie bieten online Produkte an, von Handys über Sneaker bis hin zu Fahrrädern, die aber niemals verschickt werden. Wegen der Fußball-WM schlagen Konsumentenschützer jetzt Alarm wegen betrügerischer Offerten für Fanartikel und Eintrittskarten. Das Thema ist so heiß, dass sich die Verbraucherschutz-Minister der Bundesländer heute auf ihrer Tagung in Potsdam mit dem Online-Handel und dem Kampf gegen diese Abzock-Seiten beschäftigen.
„Fake-Shops sind zu einem gefährlichen Massenphänomen geworden, das Verbraucherinnen und Verbraucher immer wieder in die Falle lockt und hohe finanzielle Schäden verursacht“, warnt Brandenburgs Verbraucherschutzministerin Hanka Mittelstädt (SPD) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Als Vorsitzende der Konferenz pocht sie mit anderen Ländern wie NRW, Hessen und Thüringen auf ein konsequenteres Handeln gegen die Betrugs-Seiten.
Die Schock-Zahlen: So viele sind schon reingefallen
Die Zahlen sind ein Hammer: Laut einer Erhebung im Auftrag der Schufa vom Februar 2025 unter 1.000 Erwachsenen wurde bereits jeder vierte Konsument (24 Prozent) in Deutschland zum Geschädigten von Internet-Betrug. Ein finanzieller Verlust entstand dabei nach eigener Aussage bei sechs von zehn Opfern (61 Prozent) – zum Beispiel, weil die bestellte Ware nie ankam oder von schlechter Qualität war.
Im Jahr 2025 zählten die Verbraucherzentralen etwa 10.000 Meldungen zu betrügerischen Shops, berichtet der Verbraucherzentrale Bundesverband aus Berlin. Das sei aber nur „die Spitze des Eisbergs“, meint Stefanie Grunert, die Expertin für Online-Einkäufe beim Verband.
Allein im Bundesland Thüringen entstand im Vorjahr durch diese Masche ein Verlust von circa 600.000 Euro.
Die für den Konsumentenschutz verantwortlichen Minister verlangen schärfere Schritte gegen die Betrugs-Shops. „Es reicht nicht, punktuell einzelne Anbieter zu sperren - wir brauchen eine umfassende, nationale Strategie zur Bekämpfung von Fake-Shops, die Bund und Länder gemeinsam umsetzen“, so Mittelstädt. „Für eine effektive Bekämpfung von Fake-Shops bedarf es einer strategischen Koordinierung durch den Bund.“
Ein zentrales Element aus Sicht der Länder ist eine strengere Verifizierung der Identität, wenn Internet-Domains angemeldet werden. Zudem sollen die Optionen zur Blockade von Abzock-Domains verbessert werden, wie der hessische Verbraucherschutzminister Ingmar Jung (CDU) vor dem Start der Tagung bekannt gab.
Verbraucherschützer: Plattformen in die Pflicht nehmen!
Einen betrügerischen Shop offline zu nehmen, ist juristisch und im Ablauf offenbar kompliziert. Der Vorstand der Berliner Verbraucherzentrale bemängelte außerdem, dass die Verantwortlichkeiten bei der Polizei und die Handlungsweisen in den einzelnen Bundesländern stark voneinander abweichen.
Nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands müssen die großen Online-Plattformen ihre Pflichten ernster nehmen. Denn Konsumenten landen laut Stefanie Grunert immer wieder über diese Plattformen und über Suchmaschinen auf den Betrugsseiten. „Sehr große Online-Plattformen und Suchmaschinen sind dazu verpflichtet, eigenständig systemische Risiken zu erkennen und zu mindern. Dies umfasst auch betrügerische Werbung.“
Was genau ist eigentlich ein Fake-Shop?
Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention von Bund und Ländern handelt es sich bei Fake-Shops um Verkaufsportale, die verblüffend authentisch wirken – manchmal sind es sogar Nachbildungen von echten Internetseiten. Die Hintermänner, die sich häufig im Ausland aufhalten, locken widerrechtlich mit bekannten oder komplett ausgedachten Prüfzeichen. Das Bundeskriminalamt warnt zudem, dass es mit Künstlicher Intelligenz einfacher geworden ist, eine professionell aussehende Webseite für einen solchen Shop zu erstellen.
Die Polizei rät: Käufer sollten skeptisch sein, wenn als Bezahlmethode häufig nur Vorauszahlung oder eine Sofort-Überweisung zur Auswahl steht. Deutlich risikoärmer ist der Rechnungskauf. Ein Alarmsignal sind auch Angaben im Impressum, die komplett fehlen.
So entlarvt ihr die fiesen Abzocker
Die Verbraucherzentralen bieten Prüflisten an, mit deren Hilfe man betrügerische Shops anhand diverser Merkmale identifizieren kann. Im Netz werden unter dem Stichwort Fake-Shop-Warnungen auch laufend neue Fälle veröffentlicht.
Konsumentenschützer empfehlen, vor dem Kauf mit einem Fake-Shop-Finder zu kontrollieren, ob ein Händler vertrauenswürdig ist (www.fakeshopfinder.de). Wenn ihr betrogen wurdet, solltet ihr alle Belege wie die Bestellbestätigung und weitere Mails aufbewahren, Bildschirmfotos anfertigen und bei der Polizei eine Anzeige machen. Versucht außerdem, über eure Bank das Geld zurückzuholen.
Erst im Mai dieses Jahres ist die Polizei nach jahrelangen Nachforschungen gegen einen der vermuteten Hauptverantwortlichen für gefälschte Internet-Shops vorgegangen. Der Mann aus NRW steht im Verdacht, circa 1.000 Personen um teilweise hohe Beträge geprellt zu haben. Seine Festnahme erfolgte auf Mallorca. (dpa/red)
