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Ein Toter, mehrere VerletzteAuto rast bei CSD in Menschenmenge – „abscheuliche Tat“

Einsatzkräfte der Polizei sind im Einsatz nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD).

Copyright: Fabian Sommer/dpa

Wegen einer Polizeilage ist der Christopher Street Day in Berlin abgebrochen worden. 

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In Berlin ist beim CSD ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Ein Mensch soll gestorben sein.

In Berlin ist ein Auto in eine Menschenmenge gerast. Die Veranstaltung wurde danach abgebrochen.

Bei dem Vorfall am Rande des Christopher Street Days ist nach Polizeiangaben mindestens ein Mensch getötet worden. 16 weitere Menschen würden wegen Verletzungen derzeit behandelt – mehrere davon seien schwer bis lebensgefährlich, sagte Polizeisprecher Florian Nath in der Nacht zu Sonntag. Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Dominik Pretz sind von den 16 Verletzten drei lebensbedrohlich und acht schwer verletzt.

Polizei fahndet nach Tatverdächtigen – hat er eine Stichwaffe?

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei im Bereich des Tiergartens nahe dem Potsdamer Platz. Der CSD wurde daraufhin abgebrochen. Die Hintergründe sind noch unklar.

Nach ersten Erkenntnissen fuhr ein weißer Wagen gegen 22.00 Uhr am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße, wie Nath erklärte. Dort habe er mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor er mit einem Baum kollidierte. Der Fahrer habe das Fahrzeug verlassen und sich in unbekannte Richtung entfernt.

Die Polizei prüft, ob auch eine Stichwaffe eingesetzt wurde. „Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und die verletzt hat“, sagte Polizeisprecher Nath. Die „Bild“ berichtete, eine Person mit einem Messer habe das Fahrzeug verlassen, die „B.Z.“ schrieb von einer Machete.

„Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, sagte der Polizeisprecher in einem veröffentlichten Video bei X. Die Polizei sei mit zahlreichen Polizisten und Rettungskräften im Einsatz. Alle Besucherinnen und Besucher wurden gebeten, den Bereich zu verlassen. Nach Polizeiangaben gibt es unterschiedliche Aussagen dazu, ob es einen oder mehrere Täter gibt. „Deshalb haben wir uns sehr breit aufgestellt“, sagte Polizeisprecher Nath. Details wollte er nicht nennen – auch mit Blick auf den oder die flüchtigen Täter.

Die genauen Hintergründe waren zunächst noch unklar. „Wir wissen momentan noch nichts über irgendwelche Motivlagen, über die Person des Täters oder Ähnliches“, sagte ein Polizeisprecher. „Das ist alles noch nicht gesichert bekannt.“

Polizisten leuchteten den Bereich zwischen Potsdamer Platz und der Südseite des Tiergartentunnels aus, wie ein dpa-Reporter berichtete. Sie suchten nach Spuren.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach nach dem Vorfall von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“. „Nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert“, teilte er mit.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) reagierte nach dem Vorfall ebenfalls betroffen. „Ich bin entsetzt über die furchtbare Tat während des CSD in Berlin, den Tausende von Teilnehmenden friedlich gefeiert haben“, erklärte sie. Sie stehe mit den Sicherheitsbehörden in engem Kontakt. „Die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner und der Gäste der Stadt hat höchste Priorität.“ Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach von einer „abscheulichen Tat“.

Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt den CSD gefeiert. Mit ihrer Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Am Abend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. Mit einer Regenbogenflagge um die Schultern spielte sie rund eine halbe Stunde lang ihre Songs.

Nach dem Auftritt von Sarah Connor wurde das Bühnenprogramm zunächst fortgesetzt. Wenig später forderte ein Moderator die Menschen jedoch auf, das Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund das Wort „Evakuierung“. Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahneingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch in den sozialen Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: „Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.“ (red/dpa/afp)

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