Boris Becker gegen Oliver Pocher Ex-Tennisprofi klagt wegen TV-Beitrag – Urteil gefallen

Oliver Pocher, Comedian und Boris Becker, ehemaliger Tennis-Profi.

Tennis-Legende Boris Becker (r., Foto vom April 2022) klagte gegen Comedian Oliver Pocher (Foto vom März 2022). Nun ist das Urteil gefallen.

Wurde Ex-Tennisstar Boris Becker in einem Beitrag der RTL-Sendung „Pocher – gefährlich ehrlich“ beleidigt und herabgewürdigt? Jetzt gibt es eine Antwort.

Zwei Termine sind bereits geplatzt, nun hat es endlich geklappt: Vor dem Offenburger Landgericht wurde am Dienstag (15. November 2022, 12 Uhr) die Zivilklage des früheren Tennisstars Boris Becker gegen den TV-Komiker Oliver Pocher verhandelt.

Becker wollte erreichen, dass Pocher einen Fernsehbeitrag aus der RTL-Sendung „Pocher – gefährlich ehrlich“ nicht mehr zeigen darf.

Boris Becker gegen Oliver Pocher: Grund für Klage ist TV-Beitrag

Weder Pocher noch Becker, der wegen Insolvenzverschleppung in einem britischen Gefängnis einsitzt, mussten vor Gericht im badischen Offenburg (Ortenaukreis) erscheinen.

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In dem umstrittenen Beitrag wurde unter dem Slogan „Make Boris rich again“ ein Spendenaufruf gestartet. Nach Gerichtsangaben ist zu sehen, dass Becker das Geld auch bekam – aber ohne davon zu wissen. Das Geld war in einen vermeintlichen Modepreis eingearbeitet, der Becker in der Sendung verliehen wurde.

„Dass der Preis nur zu dem Zweck geschaffen und an den Kläger verliehen wurde, um ihm – versteckt in der Preistrophäe – den eingesammelten Bargeldbetrag zukommen zu lassen, wusste der Kläger nicht“, hatte eine Gerichtssprecherin im Sommer erläutert. Verhandlungstermine im Mai und Juli waren geplatzt, weil Verfahrensbeteiligte erkrankt waren.

Beckers Anwalt Samy Hammad sagte, der einstige Wimbledon-Sieger sei in dem Beitrag „herabgewürdigt und beleidigt“ worden. Becker wurde zudem nicht vor der Ausstrahlung gefragt, wie Hammad der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Becker und Hammad verlangen demnach, dass der Beitrag nicht mehr gesendet und im Internet gelöscht wird. „Es geht um eine Unterlassung“, sagte Hammad.

Pochers Hamburger Anwältin Patricia Cronemeyer teilte auf Anfrage mit, Pocher habe Becker in dem Beitrag nicht ein einziges Mal beleidigt. Auch sei der Ex-Tennisstar nicht herabgewürdigt worden. Für eine Unterlassung gebe es keine Grundlage. Die TV-Sendung sei ihrer Kenntnis nach auch nicht mehr online abrufbar, erklärte Cronemeyer.

Boris Becker gegen Oliver Pocher: Urteil gefallen

Laut Urteil ist der frühere Tennisprofi Boris Becker durch einen satirischen Fernsehbeitrag von Komiker Oliver Pocher nicht in seiner Ehre und seinen Persönlichkeitsrechten verletzt worden. Das Landgericht im baden-württembergischen Offenburg wies eine entsprechende Klage Beckers am Dienstag nach Angaben einer Sprecherin ab.

Bei der Abwägung zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und dem Interesse des Klägers an seiner Privatsphäre überwogen aus Sicht der Kammer aufgrund der Umstände des Einzelfalls die Belange der Meinungs- und Rundfunkfreiheit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)

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