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Kommentar zu Boris Becker Einer, der nie erwachsen wurde – aber Knast hat ihm niemand gewünscht

Boris Becker kommt mit Lilian de Carvalho Monteiro zur Urteilsverkündung.

Boris Becker mit seiner Partnerin Lilian de Carvalho Monteiro bei der Ankunft am Gericht am 29. April 2022.

Das Urteil ist gefallen. Die deutsche Tennis-Legende Boris Becker wurde am Freitag (29. April 2022) in London zu einer Haftstrafe verurteilt. Das ist ein Drama für Becker und seine Familie. Ein Kommentar.

Es gibt sie, diese Tage, wo viele Menschen genau wissen, was sie gemacht haben. Der 11. September 2001 zum Beispiel mit den Anschlägen aufs World Trade Center. Oder der 7. Juli 1985, als ein rot-blonder Junge aus Leimen im zarten Alter von nur 17 Jahren in Wimbledon gewann und damit einen ungeahnten Tennis-Boom in Deutschland auslöste.

Ob sich in 20 Jahren auch noch viele Menschen an den 29. April 2022 erinnern werden? Da wurde Boris Becker, der deutsche Tennis-Held, in London zu einer Haftstrafe verurteilt: 2,5 Jahre Gefängnis! Bei guter Führung kann er die Hälfte der Strafe auf Bewährung absitzen.

Es ist mehr als ein Schuss vor den Bug, es ist ein Drama für Becker. Doch viel Mitleid ist nicht angebracht.

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Es gibt im Leben kein Schwarz und Weiß, kein Gut und Böse. Boris Becker ist auch kein durchweg schlechter Mensch. Im Jahr 2016 kürte ihn EXPRESS zur „Lichtgestalt Sport“. Gewürdigt wurde neben seiner legendären Tenniskarriere vor allem auch sein soziales Engagement.

Becker ist Gründungsmitglied der Laureus-Stiftung, die sich weltweit um benachteiligte Kinder kümmert, und er ist Mitglied der Elton-John-Aids-Stiftung. Der 54-Jährige nutzte seinen Promi-Status oft für die Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Boris Becker: Als Teenager ins Jet-Set-Leben katapultiert

Er verstand seinen Promi-Status in vielen Bereichen des Lebens aber auch falsch. Becker handelte oft nach dem Motto: „Ich bin Boris, ich kann mir alles erlauben.“ Wenn man im Teenager-Alter plötzlich mit Millionen überschüttet wird und die Frauen reihenweise auf einen fliegen, dann verliert man nicht den Boden unter den Füßen, dann findet man ihn gar nicht erst.

Becker konnte in seinem Leben keine Basis, kein Fundament aus Erfahrungen aufbauen, weil er als Jugendlicher ins Jet-Set-Leben katapultiert wurde, inklusive Penthouse in Monaco. Geldsorgen kannte er nicht. Er musste nichts selber machen. Natürlich auch keine Steuererklärung. Und dann war Boris plötzlich umgeben von zahlreichen falschen Beratern.

Das Unheil nahm seinen Lauf, seine finanzielle Lage geriet außer Kontrolle, einen Überblick über seinen gigantischen Schuldenstand hatte niemand. Becker hat viele Wegbegleiter, mit denen er zusammengearbeitet hat, verärgert, weil sie bis heute auf Zahlungen warten.

Dann hat er die Hand gehoben, er wurde 2017 für insolvent erklärt. In der Folge war Becker allerdings wenig kooperativ. Weil er nicht konnte oder weil er nicht wollte? Zwischenzeitlich spielte die Becker-Seite mit allen Tricks: als Sonderattaché der Zentralafrikanischen Republik für Sport und kulturelle Angelegenheiten in der Europäischen Union wurde auf Immunität gepocht. Davon nahm man später jedoch Abstand.

Das und vieles mehr zeigt, dass Boris einer ist, der nie erwachsen wurde. In vielen Bereichen des Lebens ist das gut, er ist gutmütig, verspielt und familiär. In einigen Fällen kann kindliche Naivität aber fatal sein, wie Becker nun knallhart zu spüren bekommt.

Im Prozess wegen mangelnder Kooperation in seinem Insolvenzverfahren ist er in vier von 24 Anklagepunkten für schuldig gesprochen worden. Das Urteil trifft ihn nun hart: 2,5 Jahre hinter Gittern.

Auch wenn er noch Berufung einlegen kann: So wie es derzeit aussieht, muss unser Tennis-Held wohl im Gefängnis erwachsen werden. Das hat er niemals gewollt, das hat ihm niemand gewünscht.

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