„Grill den Henssler“ Starkoch hakt bei Laura Wontorra und Podolski nach: „Ging da was?“

Lucas Podolski (r.) versucht, Eiswürfel in ein Whiskey-Glas zu werfen. Daneben steht Steffen Henssler (l.) in der Vox-Show „Grill den Henssler“ am 15. Mai 2022. RTL/Frank Hempel

Lucas Podolski (r.) versucht, Eiswürfel in ein Whiskey-Glas zu werfen. Daneben steht Steffen Henssler (l.) in der Vox-Show „Grill den Henssler“ am 15. Mai 2022.

Vogelwild! Anders kann man das Staffel-Finale von „Grill den Henssler“ (VOX) nicht bezeichnen. Da wurde geschummelt und gescherzt, geheult und geflennt, es wurde gewettet – und sogar Prügel angedroht. Allerdings von sehr überraschender Seite ...

„Oh, wie wohl ist mir am Abend des Staffel-Finales!“ Das wäre, in Abwandlung des Volkslied-Evergreens aus dem 19. Jahrhundert, ein schönes Motto gewesen für die laut Wikipedia 119. Sendung von „Grill den Henssler“ (VOX).

Der Gastgeber war gut drauf („Das ist die beste Staffel seit Langem“), vor allem aber war's die Moderatorin. Laura Wontorra schwebte auf einer Wolke der guten Laune und der kessen Sprüche. Erst begrüßte sie Maître Henssler als den „Mensch gewordenen Gruß aus der Küche“, dann prophezeite sie angesichts der durchweg männlichen Promi-Gäste: „Ich bin heute als Frau Chef im Ring und hab nur Typen am Start – das wird ein geiler Abend.“

„Grill den Henssler“: Fußball-Prinz Lukas Podolski kocht gegen Starkoch

Die Promis, allesamt Grill den Henssler-Debütanten, taten das Ihrige zur Top-Atmosphre dazu: Humorist Pierre M. Krause, Showbiz-Multitalent Bruce Darnell und Fußball-Ikone Lukas Podolski wollten unter Führung von Kochcoach Sascha Stemberg bei dessen viertem Einsatz seinen ersten Sieg zeitigen und den Grillmeister abkochen. Und alle gemeinsam feuerten sie ein schönes finales Feuerwerk ab.

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Laura Wontorra wunderte sich früh, dass Steffen Henssler überraschend ausgeglichen und in sich ruhend wirkte. Liegt vielleicht an Altersmilde nach 16 Staffeln und bislang 85 Siegen. Dafür hatten die Juroren ein bisschen Krawallpulver im Frühstücksmüsli. Jedenfalls rasselten gleich bei der Bewertung des Improgangs (Vorgaben: Champignon, „vegetarisch“ und „gefüllt“) zwei mächtig aneinander. Aber nicht, wie man hätte erwarten können, Christian Rach und Reiner Calmund, sondern es war Mirja Boes, die mächtig böse wurde.

Die Geschmäcker sind halt verschieden. Und so konnte sich Boes dem vollmundigen Lob, das Rach über beiden Impro-Tellern ausschüttete, gar nicht anschließen.

Wo Rach eine 9 gegeben hatte („Grandios!“), gab sie nur 6, weil der Champignon „eine fade Socke“ war. Rach war entrüstet („Das ist eine Beleidigung!“) und zürnte und brummelte Boes immer wieder ins Wort, bis die Comedienne und Restaurantbesitzerin loslederte: „Wenn wir gleich in die Garderobe gehen, dann hat dein Ar... erst mal Kirmes, mein Freund!“

Denn: „Ich bin das Mädchen, ich hab immer Recht!“ Aber natürlich war Boes schlichtungsgewillt: „Wenn der Christian erst von mir verprügelt wurde, dann geht's mir auch wieder besser.“ Zu schön!

Die Finalshow nahm Fahrt auf. Die vier Koch-Kombattanten hatten mächtig Spaß an den Küchenkompetitions, wo es so richtige Jungs-Spiele gab: Eiswürfel ins Whisky-Glas schnippen, am Marionetten-Galgen einen Becher zum Mund schaukeln – so was kann man sich auch bei der Jahreshauptversammlung von Kegel – oder Tipp-Klubs vorstellen.

So langsam ging alles ein wenig aus dem Ruder. Nach der Vorspeise (die Pierre M. Krause mit „spanischer Tortilla“ 21:23 gegen Henssler verlor) waren sich wieder Rach und Boes („Das ist nicht unser Abend, mein Schatz“) uneins.

Bei der Hauptspeise und Nachspeise wurden die Promi-Teller jeweils nach Ablauf des Countdowns abgestellt, aber Spielleiterin Laura Wontorra ließ das gut gelaunt unter den Tisch fallen, und Henssler hielt den Mund, weil der selbst geschummelt hatte, als er Podolski bei der Hauptspeise zum Dorade-Schnippeln „auslieh“.

„Grill den Henssler“: Ex-GNTM Juror läuft am Herd zu Höchstleistungen auf

Ein Highight war die Hauptspeise. Mit der Herausforderung „Gegrillte Dorade mit Spinat und Zucchini“ überraschte Bruce Darnell alle. Beim ersten GdH-Einsatz ausgerechnet mit einem Fischgericht gegen den „Fisch-Papst Henssler“? Ob das eine gute Idee war? Zumal Henssler bald im Kochvorgang frohlockte: „Alles top, das ist 'ne Zehn!“

Berühmte letzte Worte? Jedenfalls animierte Laura Wontorra ihren Chef zur Wette, ob denn die Traumnote tatsächlich fallen würde. Der Verlierer solle dem Sieger im Rahmen der fünf Sommer-Specials in Magdeburg einen Wunsch erfüllen. Henssler nassforsch: „Abgemacht, dann moderierst du da im Bikini.“

Aber: Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt. Denn bei der Wertung kassierte Henssler nicht nur keine Zehn, sondern auch eine Niederlage gegen Darnell. 29:25 hieß es für den Ex-GNTM-Coach und Ex-„Supertalent“-Juror, der zudem zweimal die Traumnote bekam und unter Ignoranz sämtlicher Geheimhaltung hinter der Trennwand vorstürmte und die großzügigen Juroren Calmund und Rach unter Freudentränen („Oh! My! God! Das erste Mal und dann gleich zweimal Zehn!“) nieder schmuste.

Heißt für alle Fans: in die Magdeburger Sendungen reinschauen! Könnte sein, dass es statt Laura nun „Steffi“ im Bikini gibt ...

Dann wurde es auch noch ein echt weltmeisterlicher Showdown. Vor dem Dessert stand es 76:72 für die Promis. „Jetzt muss was kommen“, feuerte sich Henssler selbst an und Kontrahent Podolski zitierte die Fußballerweisheit „Hintenraus gewinnt man Spiele.“ Und dann stürzten sie sich rein ins Finale. Da sollte es „Beckenbauerquatsch“ geben, also „Kaiserschmarrn“.

Prinz Poldi ist nicht nur Weltmeister, sondern auch Besitzer der besten deutschen Döner-Kette (als solche wurde diese gerade ausgezeichnet), ferner von Eisdielen und des „Brauhaus zum Prinzen“ in Kölle, in dem Laura Wontorra nach ihrer standesamtlichen Trauung mit ihren Liebsten ein paar Bierchen zischte.

Sie kennt Poldi seit 2009, als sie Praktikantin in der Pressestelle des 1.FC Köln war und Poldi der dortige, gerade von Bayern München zurückgekehrte Superstar. „Er war sehr lieb zu mir“, hauchte Wontorra dankbar, Poldi grinste: „Ich hab sie groß gemacht.“ Und Henssler süffisierte: „Ging da was?“ Natürlich nicht.

Das galt dann auch am Herd. Um im Fußballerbild zu bleiben: Hensslers Peitsche knallte am Ende heftig, er blutgrätschte Podolski am Herd einfach weg. Und kassierte – nachdem er dank zweier 9:6 von Rach und Boes („Wir sind wieder eins, mein Schatz!“) bereits das Spiel gedreht hatte – zum krönenden Abschluss sogar noch die Zehn, von „Leckermäulschen“ und Dessert-Papst Calmund persönlich. Am Ende siegte Henssler 100:95, aber gewonnen hatten an dem launigen Abend alle. Vor allem die Zuschauer. Bis bald in Magdeburg! (tsch)

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