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War drei Jahre in MoskauDeutscher Botschafter über Putin: „Was man an Gerüchten hört“

Alexander Graf Lambsdorff nimmt im Oktober 2023 in der Botschaft an einem Empfang zum Tag der Deutschen Einheit teil.

Copyright: Ulf Mauder/dpa

Alexander Graf Lambsdorff nimmt im Oktober 2023 in der Botschaft an einem Empfang zum Tag der Deutschen Einheit teil.

Er hat drei Jahre lang hinter die Kulissen von Putins Russland geblickt. Jetzt spricht ein deutscher Top-Diplomat über seine Zeit in Russland und verrät, was er über Putin denkt. 

Drei Jahre lang vertrat er Deutschland in Moskau. Alexander Graf Lambsdorff (59) erhielt als Botschafter einen direkten Blick in Russlands politisches System. Jetzt steht er kurz vor einer neuen Aufgabe als Botschafter in Israel und spricht über seine Zeit in Moskau.

Im Dezember 2023 hatte er Wladimir Putin persönlich getroffen und von ihm das Beglaubigungsschreiben ausgehändigt bekommen. „Er wirkte entschlossen, er ist körperlich gut beieinander. Man liest ja immer mal wieder in deutschen Medien, dass er diese Krankheit oder jene Krankheit haben soll – ich konnte das nicht feststellen“, so Lambsdroff jetzt im Podcast „Ronzheimer“.

Deutscher Botschafter über Putin

Der Diplomat weiter: „Ich bin kein Mediziner und Ferndiagnosen sind sowieso schwierig, aber das, was man so an Gerüchten hört, konnte ich jedenfalls in der Situation nicht sehen. Der Mann ist ja ziemlich diszipliniert, der ist sportlich, der hat eine sehr gute medizinische Versorgung. Also mein Eindruck von dem war: Der war ganz bei sich.“

Obwohl er seinen Posten in Russland geräumt hat, behält Alexander Graf Lambsdorff die Lage im Blick. Und während in der Ukraine schon davon gesprochen wird, dass „Moskau fallen“ wird, sieht der 59-Jährige eine Gefahr aufkommen. Lambsdorff erwartet für den Herbst eine weitere Zuspitzung der Lage.

Er warnt: „Ich halte es eher für wahrscheinlich, dass es noch mal zu einer Mobilisierung kommen könnte.“ Im Vergleich zur teilweisen Mobilmachung im Jahr 2022 seien die technologischen Möglichkeiten dafür heute deutlich ausgereifter. Die komplette Registrierung der Wehrpflichtigen laufe inzwischen digital. Junge Männer bekämen dann eine Benachrichtigung auf ihr Smartphone über ihre Einberufung. Diese Meldung werde zeitgleich an sämtliche Grenzübergänge des Landes übermittelt, wodurch eine Ausreise verhindert werde. (red)

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