Putin rüstet die Krim zu einer Festung auf und versucht verzweifelt, die wichtigste Brücke zu schützen. Doch die Ukraine schafft es dennoch erfolgreich, Russlands Lebensader zu treffen.
Russland massiv unter DruckSatellitenfoto zeigt Putins ganze Verzweiflung

Copyright: Copernicus Sentinel-2, Daten Juli 2026, verarbeitet von ESA, Copernicus Data Space Ecosystem
Das Satellitenbild zeigt die Krim-Brücke (am 11. Juli). Deutlich zu sehen ist, wie Russland versucht, den wichtigen Zugang zur Halbinsel zu befestigen: mit Lastkähnen vor der Brücke und schwimmenden Barrieren, um Seedrohnen abzuhalten.
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Russlands wichtigste Verbindung zur Krim wirkt inzwischen wie eine Festung: Die Krim-Brücke über die Meerenge von Kertsch ist nicht nur eine Verkehrsader, sondern auch ein politisches Symbol. Wladimir Putin persönlich ließ die Brücke 2018 eröffnen.
Und genau deshalb setzt der Kreml aktuell alles daran, dieses Symbol um jeden Preis zu schützen. Satellitenbilder zeigen den verzweifelten Versuch, die 19 Kilometer lange Kertsch-Brücke, die das Festland mit der von Russland annektierten Krim verbindet, irgendwie zu schützen.
Satellitenbilder zeigen die Brückenbefestigungen
Neue Satellitenbilder zeigen rund um die Brücke schwimmende Barrieren und Bojenketten. Diese Befestigungsanlagen sind darauf ausgelegt, ukrainische Seedrohnen, die mit Sprengstoff beladen sind, im Wasser zu verlangsamen. Das solle den russischen Streitkräften im Notfall Zeit verschaffen, um auf den Angriff zu reagieren, erklärte Sidharth Kaushal, ein leitender Wissenschaftler beim Londoner Thinktank Royal United Services Institute (RUSI), der „Newsweek“.
Auch Rauchschleier wurden demnach in den vergangenen Monaten immer wieder an der Brücke eingesetzt – als zusätzlicher Versuch, Aufklärung und Zielerfassung zu erschweren.

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Blick auf die Kertsch-Brücke (im Mai): Die Befestigungsanlagen um die Brücke herum sind deutlich zu sehen. Sie sollen Seedrohnen aufhalten.
Doch je mehr Russland die Brücke einmauert, einnebelt und absperrt, desto deutlicher wird, wie groß die Angst vor dem nächsten Treffer ist.
Russland annektierte die Krim 2014 illegal von der Ukraine. Die Halbinsel beherbergt heute mehrere große russische Militärstützpunkte und ist trotz anhaltender ukrainischer Angriffe weiterhin ein beliebtes Urlaubsziel für russische Touristen. Die Brücke bleibt der wichtigste Zugang. Wenn sie gesperrt wird oder der Verkehr stockt, trifft das nicht nur Militärlogistik, sondern auch den Alltag der Russen.
Massive Drohnenangriffe – zu Luft und zu Wasser
Daher hat die Ukraine in den vergangenen Jahren immer wieder gezielt das Bauwerk angegriffen und zum Teil zerstört. Der ukrainische Verteidigungsminister sagte vergangene Woche, Kiew versuche, die Krim „in eine Insel zu verwandeln“. Auch mehrere russische Schiffe im Schwarzen Meer seien von Drohnen getroffen worden, teilten die Streitkräfte mit.
Doch die Ukraine ist nicht nur zur See erfolgreich. Sie hat zuletzt auch ihre Drohnenangriffe aus der Luft verstärkt. Mit massiven Folgen: Raffinerien, Kraftwerke und Versorgungswege wurden zerstört.
Laut ukrainischen Berichten soll zuletzt die von Russland besetzte Stadt Kertsch nach einem Drohnenangriff in der Nacht komplett ohne Strom gewesen sein. Der von Russland eingesetzte Verwaltungschef Ivan Koshel sprach demnach von einem vollständigen Blackout, lebenswichtige Einrichtungen liefen demnach mit Notstrom. Russlands Verteidigungsministerium habe zugleich erklärt, 93 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben.
Die Angriffe treffen auch den Tourismus auf der Krim. Der Besucherverkehr sei laut „Bloomberg“ in dieser Saison um etwa ein Drittel gesunken. Es gibt Transportprobleme, Treibstoffmangel, massiv gestiegene Lebensmittelpreise, lange Schlangen an den Tankstellen.
Sämtliche Veranstaltungen im Freien wurden bereits verboten, die Straßenbeleuchtung wurde abgeschaltet und die Behörden auf der Krim haben mitgeteilt, dass die Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs reduziert werden.
So sehr Russland auch versucht, die Krim zu einer Festung auszubauen: Die ukrainischen Drohnenangriffe schaffen es, immer mehr Druck auf den Kreml aufzubauen. Und die Unsicherheit der Menschen auf der Halbinsel wächst. Es wird immer deutlicher, wie sehr Putins Krieg auch im Alltag der Russen sichtbar wird. (mg)

